Das Kennenlernen
Er war regelmäßig Gast in dem Wirtshaus, in dem ich gekellnert habe. Eigentlich schon Jahre, vorher ist er mir jedoch nie wirklich aufgefallen. Eines Abends unterhielten wir uns dann über meine offene Beziehung, noch einen weiteren Abend stellten wir fest, dass wir beide das Lied aus dem Friends Soundtrack mochten und ich teilte meine Weinschorle mit ihm. Was ich da schon wusste: Er ist verheiratet und hat zwei Söhne. Glücklich war er nicht, das konnte man sofort merken. Er sagt das zwar nie direkt, aber es gab 1001 und eine Bemerkungen, bei denen man kein Sherlock sein musste, um zu wissen, dass er seine Frau nicht besonders gerne mochte.
Eine Weile später dann kamen wir über Facebook zum Schreiben, seitdem gab es keinen einzigen Tag mehr, an dem wir nicht geschrieben haben. Es war unglaublich wie viele gemeinsame Interessen wir haben, so etwas hatte ich vorher noch nie erlebt. Man muss dazu sagen, das mein Exfreund ungefähr so romantisch wie eine Banane ist. Nun mit einem Mann zu schreiben, der genau das Gegenteil war, war unglaublich schön. Ziemlich schnell merkten wir, dass dies keine einfach Freundschaft bleiben würde und so mussten wir Entscheidungen treffen. Bis heute bin ich manchmal überrascht, mit welcher Entschlossenheit er nach nicht einmal einem Monat von zu Hause ausgezogen ist.
Es folgten Wochen der Unsicherheit. Ich verließ meinen Exfreund, nur damit dieser sich überlegt, dass er nun ein neue Mensch mit mindestens so viel Romantik wie eine Erdbeere wäre. Dies verunsicherte mich so sehr, dass ich noch einmal zurück ging und alles viel schlimmer machte, als es eigentlich sein musste. Als ich mich endgültig für meinen Mann entschied hatten wir weder Geld noch eine Wohnung, dafür die Exfrau und zwei Söhne. Wir alle zusammen mussten nun einen neuen Weg gehen, von dem wir wussten , dass er verdammt anstrengend werden würde. Da wir die Exfrau nicht anlügen wollten, hat mein Mann ihr direkt die Wahrheit erzählt. Ab dem Zeitpunkt gab es dann auch erst mal keine netten Worte, keine Kompromisse oder Zugeständnisse mehr. Es gab ein Haus, einen Haushalt und die Kinder, die aufgeteilt werden mussten....
















