Ich weiß noch damals vor ca. 8-9 Jahren, wie mich ein Freund auf Tumblr aufmerksam gemacht hat, weil dieser wusste, wie viel Kummer ich in mir trug. Damals konnte ich gar nicht mehr ohne Tumblr. Ich war einfach nur froh, etwas zu haben, wo ich alles nieder schreiben konnte, meinen Gefühlen frei Lauf. Tumblr war für mich mehr als nur ein „Blog“. Es war eine richtige Community, vielleicht ist dieser Begriff nicht der richtige, aber ich denke die meisten verstehen, was ich meine. Ich habe über Tumblr Freunde gefunden, wunderbare Menschen. Mein ersten Freund. Die Menschen, mit denen ich ein paar Jahre mein Leben teilen durfte, verdanke ich Tumblr, auch wenn ich letztendlich wieder nur verraten wurde. Letzendlich bin ich in eine andere Stadt geflüchtet und wurde von den Menschen im Stich gelassen, von denen hätte ich es mir nie vorstellen können, aber das ist ja üblich. Ich habe nie etwas von Tumblr erwähnt vor den Menschen, die das nicht kannten. Es hieß immer: „Wer kein Tumblr hat, dem kann man auch nicht erklären, was es ist.“ Tumblr war für uns was geheimnisvolles, ein Tagebuch eben. Ein Tagebuch, für die Leute, die es lesen mochten. Leute, die vielleicht dasselbe durchmachten. Hier ging es nie drum, wie viele Follower man hat, hier ging es drum ein kleines bisschen Frieden zu finden, in dem Krieg, den man sonst führte. Ich muss ehrlich zugeben, damals war Tumblr ein großer „Bestandteil“ in meinem Leben, etwas auf das ich mich immer „verlassen“ konnte. Ihr wisst was ich meine. Es wirklich krass, erschütternd, wie sich alles verändert hat. Menschen, die dich eins liebten, egal auf welche Art, verraten dich, obwohl diese genau wussten, du hättest alles für sie getan.