12. Juni
Heute fühlt sich alles ein bisschen schwer an, so als würde der Tag nicht richtig greifen.
Eigentlich wäre es der letzte Tag der Woche gewesen – aber irgendwie stimmt das nicht. Diese Woche zieht sich, sie hat noch einen zusätzlichen Tag bekommen, und genau der steht morgen an.
60-jähriges Jubiläum der Einrichtung. Tag der offenen Tür. Große Bühne, viel Vorbereitung, viel „es soll so aussehen, als wäre alles bereit“. Also war ich heute im Kindergarten und habe mitgeholfen, alles für morgen herzurichten. Es war wuselig. Sehr wuselig. Aber nicht mal dieses typische Chaos, sondern eher ein angespanntes Hin- und Herräumen, weil der Fokus nicht auf den Kindern lag, sondern auf dem, was morgen gezeigt werden muss.
Weniger Verletzungen heute – vielleicht auch einfach, weil wir weniger wirklich mit den Kindern gearbeitet haben als damit beschäftigt waren, alles irgendwie „fertig“ zu machen. Und das hat sich komisch angefühlt. So ein bisschen traurig sogar. Als würde man einen Zustand darstellen, der so gar nicht wirklich da ist.
Mir war zwischendurch schlecht, einfach so ein Druck im Körper, ohne dass ich ihn richtig greifen konnte.
Nach der Arbeit bin ich nach Hause, habe mir Pommes gemacht mit Aioli und bin erstmal in etwas völlig anderes abgetaucht. Counter-Strike, später Roleplay mit meinem Tauren. Knapp zweieinhalb Stunden Kampfübung – eigentlich nicht wirklich mein Ding, aber er ist jetzt Teil der Stadtwache, also gehört das irgendwie dazu. Auch wenn er eher einer ist, der Konflikte vermeiden würde, wenn er könnte.
Der ganze Tag war nicht wirklich gut. Nicht schlimm im großen dramatischen Sinn, eher dieses diffuse „es stimmt irgendwas nicht“-Gefühl, ohne dass ich genau sagen kann, was eigentlich.
Ich bin einfach froh, wenn morgen vorbei ist.
Und du fehlst mir, Baby. Sehr. Viel zu sehr.












