Samstag 26 Juli 2025 Ort:S
Hallo L,
ich weiĂ nicht wann und ob du das hier jemals lesen wirst, dennoch mĂśchte ich gewisse Dinge aufschreiben um Gedanklich fĂźr mich Klarheit zu bekommen und in der Hoffnung so damit abschlieĂen zu kĂśnnen.
Ich bin manchmal wĂźtend, verwirrt, isoliert, missverstanden und so vieles mehr aufeinmal. Es gibt Momente in denen ich nicht mehr kann und mich leer fĂźhle. In denen fĂźr mich die Welt stehen bleiben kĂśnnte. In denen ich mich Erholen mĂźsste. Raus. Raus von all dem hier. Raus, um Kraft zu tanken. Aber ich bin gefangen. Gefangen in meinen Gedanken. Gedanken an eine bessere Zeit. An eine schĂśnere Zeit.
Nun ist es halt nicht immer schĂśn.
Dennoch muss ich funktionieren. Also setze ich ein Lächeln auf.Ein unechtes gefaketes Lächeln. So das niemand erkennt wie es mir wirklich geht. Sodass sich niemand Sorgen um mich macht. Was bedeutet es ßberhaupt sich Sorgen zu machen ?
Ist es die Tatsache, das der Person etwas schlechtes zustoĂen kĂśnnte oder ist es nur die eigene Angst die man hat ?
Ich hatte bei dir immer die Sorge das dir etwas zustoĂen kĂśnnte und ich zuspät davon hĂśre.
Ich kann mich noch daran erinnern als ich im CafĂŠ saĂ und deinen Anruf bekommen habe, das du einen Unfall hattest. Ich hatte Angst, Angst um dich.
Heute ist es noch genau so.
Ich verstehe nur nicht, wieso?Jeder von uns hat versucht weiter zu machen. Die eine besser als der andere.
Spätestens jetzt mßsstest du gemerkt haben, das ich absolut grottig darin bin einen Brief zu schreiben.
Ist mein erster und wahrscheinlich auch mein letzter Brief.
In meinem Buch gibt es die Frage.
"Wann hast du das letzte Mal etwas zum ersten mal gemacht?"Naja, heute habe ich die Antwort auf die Frage.
Ich denke viel an dich. Ich versuche zu verstehen, wieso du dein Versprechen halten mĂśchtest. Wozu Kraft an jemanden verschwenden der nicht in meinem Leben ist ? Wozu dieser Kontakt? Wieso diese emotionale Last.
Und desto länger ich ßber all diese Fragen nachdenke - desto schlechter geht es mir. Weil ich mir immer wieder die Frage stelle: "Was hätte sein kÜnnen ?Wie wäre unser Leben jetzt ?Wären es immer noch nur Du und Ich oder wären es noch mehr ?"
Manchmal wßnsche ich mir das ich dich vergessen kann, um einfach weiter zu machen. Um vielleicht auch den nächsten Schritt im Leben gehen zu kÜnnen. Eine Familie zu grßnden und ein Vatern zu sein. Aber ich kann dich nicht einfach so vergessen.Ich sehe dich in so vielen Dingen und suche dich immer wieder auf. Sei es dein Platz hier in S oder in Chicken McNuggets , in Koalas oder in so vielen Situationen.Dir geht es vielleicht ähnlch. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht hast du einen Abschluss gefunden. Siehst unsere Zeit als ein Kapitel das wir beide vor langer Zeit hinter uns gelassen haben. Hast Gute und Schlechte Erinnerungen an diese Zeit aber endgßltig damit abgeschlossen. Dieses "vielleicht" ist vielleicht auch keins mehr, sondern eine Tatsache.
Und die Frage die in mir bleibt ist: "Schaff ich es ?" Schaffe ich es dir zu gÜnnen. Dir einen Menschen an deiner Seite, der dich glßcklich macht, jemanden der dich als das sieht was du bist. Dich unterstßtzt, gemeinsam mit dir wächst und dich auffängt, wenn du es brauchst. Schaffe ich es dich loszulassen und dir das zu gÜnnen.
Manchmal denke ich mir "ICH SCHAFFE ES" und versuche Stark zu sein. Das Kapitel zu zumachen. Nur gelingt es mir nicht. Ich fahre nachts los in der Hoffnung, das ich dich an deinem Platz treffe. Mit dir Lache, spreche und dich sehe...
Starre auf alte Bilder und schwelge in Erinnerungen.
Erinnerungen, das werden sie bleiben. Erinnerungen an eine schĂśne Zeit. An eine L die als Tanzlehrerin gejobt hat und sich mit Ihrer Schwester Ăźber ihr Auto gestritten hat. Die sich in meine Arme gelegt hat, zum schlafen. Die ungeschminkt immer noch wunderschĂśn war.
So viele Erinnerungen und eine Erinnerung plagt mich besonders die Tatsache, dass ich deine Verletzbarkeit ausgenutzt habe. Dich mit Lßgen manipuliert und missbraucht habe . Lßgen die bis heute nachhallen. Ich weià bis heute darauf keine Antwort. Ich hätte von Anfang ehrlich zu dir sein sollen. Dich viel näher an mich lassen sollen, dich an meinen Gedanken teilhaben lassen sollen. Aber ich Schwächling habe mich fßr Lßgen entschieden. Lßgen die Narben erzeugt haben. Narben die mich verfolgen.
Eine Strafe die ich mir selber zuschreiben muss. Eventuell ist das ja mein Schicksal . FĂźr immer daran zu denken.











