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Pioneer DDJ-RX Test
Pioneer DJ macht DJ Controller Dampf: Erst veröffentlichen sie die neue Rekordbox Performance Software, dann folgen unmittelbar die passenden Controller DDJ-RX und DDJ-RZ. Der Vorteil fĂŒr den Konsumenten liegt auf der Hand. Wer mit einem, im Gegensatz zum 6000 Euro teuren DJM/CDJ-Setup vergleichsweise gĂŒnstigen Rekordbox-Controller startet, kann seine Daten dennoch auf den Flaggschiff-Playern nutzen, wenn der Bekanntheitsgrad steigt und die Bookings auf einen niederprasseln. Ein âUpgradeâ auf die Club-Line ist jederzeit möglich, ohne gleich die ganze Vorarbeit in die Tonne zu werfen. AuĂerdem stehen einem mit dem RX nebst Laptop zahlreiche Performance-Tools und Effekte zum Live-Remixen zur VerfĂŒgung. Mal schauen, was das Tag-Team Pioneer Rekordbox DJ und DDJ-RX fĂŒr 1049 Euro zu bieten hat...
Zum Lieferumfang zĂ€hlen neben der Konsole noch ein Handbuch, Netzteil und USB-Kabel sowie eine Lizenz fĂŒr Rekordbox DJ (Einzelpreis: 139 Euro), eine Software mit bis zu vier Decks, Effekten und Performance-Tools, die sich zukĂŒnftig via Plug-in-Zukauf noch erweitern lassen wird. Zur GrundausrĂŒstung zĂ€hlen unter anderem ein Sampler, Slicer, Cues, diverse Effektbataillone und Loop-Tools, wie man sie in Ă€hnlicher Art aus gĂ€ngigen DJ-Programmen kennt. Hinzu kommt eine ausgefeilte Musikverwaltung.
Um das Programm ans Laufen zu bekommen, benötigt ihr entweder Windows 7 oder 8 mit 32 Bit, einen 2.0 GHz Core2Duo oder Core i3, i5, i7 mit 1,07 GHz sowie 2 GB RAM. 64-Bit-Systeme erfordern einen 2,4 GHz Core2Duo oder Core i3, i5, i7 1,07 GHz mit 4 GB RAM. Das Gleiche gilt fĂŒr Macs von OSX 10.6 â 10.10.
Aufmerksamen Bonedo-Lesern sollte nicht entgangen sein, dass der Pioneer DDJ-RX auf dem DDJ-SX2 basiert und somit bereits das dritte Modell dieser Baureihe ist. Dementsprechend gibt es leichte kosmetische Korrekturen gegenĂŒber dem zuvor genannten Serato Controller, zugeschnitten auf Rekordbox DJ.
Pioneer-typische QualitÀt der Bedienelemente
UnverĂ€ndert geblieben sind das rocksolide Design, die Pioneer-typische QualitĂ€t der Bedienelemente und das groĂzĂŒgige, intuitiv zugĂ€ngliche OberflĂ€chen-Layout, das dem DJ reichlich Platz zum Arbeiten anbietet. Zudem stellt das GerĂ€t ein Standalone-Mischpult fĂŒr vier alternativ zu den Software-Decks nutzbare externe Signalquellen (2x Phono/Line, 2x CD/Mike).
Millimeter Klinke, die USB-Buchse
Die MikrofoneingĂ€nge verfĂŒgen ĂŒber eine Talkover-Funktion mit 20-dB-DĂ€mpfung. AnzuschlieĂen wĂ€ren die GerĂ€tschaften allesamt auf der RĂŒckseite, wo auch zwei Master-AusgĂ€nge (XLR und Cinch), der Booth-Out ĂŒber 6,3 Millimeter Klinke, die USB-Buchse und die Stromversorgung ihre Zelte aufgeschlagen haben. Gegen Langfinger schĂŒtzt eine Kensington-Aussparung.
CDs, Turntables und Software-Decks
Frontseitig stöĂt man rechts auf zwei KopfhöreranschlĂŒsse als Mini- und Standardklinke, begleitet von zwei groĂen, gummierten und entsprechend griffigen Cuemix- und LautstĂ€rkereglern. Auf der anderen Seite sitzt das ebenso mĂ€chtige Curve-Poti zum Anpassen der Crossfader-Flankensteilheit und in der Mitte logieren die Input-Switches fĂŒr die Zuspieler. Klar, beim Clubmixer sind die hinten am Kopf zu finden, was fĂŒr manch einen etwas gewöhnungsbedĂŒrftig sein könnte, aber Hand aufs Herz: Wer arbeitet heutzutage wĂ€hrend der Performance schon im stĂ€ndigen Wechsel zwischen CDs, Turntables und Software-Decks auf allen KanĂ€len? Die meisten Laptop-DJs jedenfalls nicht.
Laden, Sortieren und Vorhören
... treffen wir auf gĂ€ngiges Industrie-Layout mit zwei seitlich angelegten Decksektionen und einem zentralen Mixer, dessen Channel-Strips mit je einem Gain-Regler (+9 dB), Dreiband-EQ (-26/+6 dB, optional Isolatoren), bipolaren Kanalfilter und 45-Millimeter-Linefader ausgerĂŒstet sind. Dazu gesellen sich Tasten zum Laden, Sortieren und Vorhören von Tracks, zum manuellen Tempo-Einklopfen und zum (De)aktivieren der Effekte. AuĂerdem lĂ€sst sich hier das Talkover einschalten, die Faderstart-Funktion fĂŒr die Decks auslösen und die Crossfader-Zuweisung festlegen (A, B, Through). Die Scratcher unter den DJs dĂŒrfte interessieren, dass der Crossfader-Lag in Schritten von 0,1 Millimetern zwischen 0,5 und 5,7 Millimetern einstellbar ist (Standard: 1 Millimeter).
Vorhören, Tempo-Tappen und Master-Deklarieren
Die mittlere Horizontale hingegen bietet gegenĂŒber dem SX2 einige Neuerungen, so etwa einen verkĂŒrzten Sampler-Volume-Fader, der den nötigen Raum fĂŒr die hinzu gekommenen Funktionstasten zum Synchronisieren, Vorhören, Tempo-Tappen und Master-Deklarieren lĂ€sst.
Den Platz rÀumen musste auch das Cuemix-Poti zugunsten von vier Color-FX-Tasten, die auch ohne Rechneranbindung Effekte auf externe Zuspieler realisieren. Ein Detail, das man hier wissen sollte:
Crush, Filter und Pitch
Es gibt zu den vier Color-FX Noise, Crush, Filter und Pitch noch eine User-Bank, bestehend aus Space, Sweep, Dub Echo und Gate Comp. Beachtet hierbei, wenn ihr mit externen Zuspielern und Software-Decks arbeitet, dass eine individuelle CFX-Belegung fĂŒr eure Software-Decks keinen Einfluss auf die âanalogâ verfĂŒgbaren FX hat. Bedeutet: Solltet ihr ein Dub Echo auf CFX1 fĂŒr das Rekordbox-Deck gelegt haben, ist hier fĂŒr Phono/Line/Mic nach wie vor Noise am Start.
Es folgen die LautstĂ€rkeregler fĂŒr Booth und den dĂ€mpfbaren Master (0, -3, -6 dB), abzulesen an dem zugehörigen Pegelmeter, das lediglich aus fĂŒnf Segmenten besteht. Besser sieht es da in den KanĂ€len aus, denn mit den zehngliedrigen Channel-Metern lassen sich die Zuspieler, ganz gleich ob analog oder digital, schon ganz gut aufeinander abstimmen.
Auf der 12-Uhr-Position ist der Browser mit seinem Tastengefolge zu finden. Ein Trio, das sich der Navigation in der Verzeichnisstruktur, dem AnwĂ€hlen eines Bereichs und dem Einreihen von Tracks in die Warteliste verschrieben hat. Eine praktische Funktion, wenn man einen Titel nicht sofort, sondern spĂ€ter zu spielen gedenkt. Zu erwĂ€hnen ist hier noch die Möglichkeit, via Shift âRelated Tracksâ anzuzeigen, also Titel, die anhand von diversen Auswahlkriterien wie BPM und Genre zusammenpassen. Fein sĂ€uberlich in einer zweiten âPlaylistâ aufgereiht.
Beleuchtungsschemata, On-Air und Slip-Statusmeldung
Oben logieren die DJ Controller Effektregler, darunter die Hand und Augen schmeichelnden, aluminiumbesetzten Jogwheels, die fĂŒr mein DafĂŒrhalten hinsichtlich ihrer Haptik und ihres visuellen Feedbacks nach wie vor mit die besten sind. Zudem lĂ€sst sich die Empfindlichkeit des Touch-Sensors und das Backspin-Verhalten festlegen. Es gibt fĂŒnf Beleuchtungsschemata, On-Air und Slip-Statusmeldung etc. Umringt werden sie von diversen selbsterklĂ€renden Tasten wie Vinyl, Reverse, Slip, Shift, Grid zum Anpassen des Taktrasters und Decks (1, 3 und 2, 4). Wer diesbezĂŒglich informativen Nachholbedarf hat, dem sei mein Test zum DDJ-SX2 und der Rekordbox Test von Marcus Schmahl empfohlen. Rechts neben den Tellern sind die 100 Millimeter langen Pitchfader zu finden.
An prominenter Position im nicht weniger prominenten Look prĂ€sentiert sich die Transportsteuerung. Ihr schlieĂen sich acht, je nach Modus unterschiedlich beleuchtete Performance-Pads und ein Schleifenbaukasten an, die euch folgende Funktionen offerieren.
Hotcue: zum Anlegen und löschen von acht Hotcues.
Beat Jump: zum Vor
Beat Jump: zum Vor- und ZurĂŒckspringen im Takt anhand eines sich verdoppelnden TaktmaĂes von 1/32 bis 32 Beats (voreingestellt 1 bis 8).
Sampler: acht Slots und vier BĂ€nke (via Parameter-Tasten), wahlweise mit Anschlagdynamik fĂŒr die LautstĂ€rke.
Slicer: unterteilt einen wahlweise geloopten oder fortlaufenden Track-Abschnitt in acht spielbare Teile mit einstellbarer LĂ€nge und Quantisierung.
Pad-FX: lösen zugewiesene Effekte aus.
Der Schleifenbaukasten lĂ€sst euch Autoloops setzen, (de)aktivieren, in der LĂ€nge teilen, verdoppeln und verschieben. AuĂerdem manuelle Loops anlegen, retriggern, reloopen und verlassen sowie Flanken via Jogwheel anpassen. GĂ€ngiges Prozedere und in der Praxis ohne Fehl und Tadel einzusetzen. Praktisch hier: âActive Loopâ aktiviert den nĂ€chsten Loop, sodass der Track hineinlaufen kann.
Pioneers Website in Erfahrung
Mein Test erfolgte auf einem 13-Zoll Retina MacBook Pro. Was die Screen-Auflösung angeht, empfiehlt Pioneer mindestens 1280 x 720 Pixel oder mehr. Dem âMehrâ möchte ich beipflichten, wie ihr gleich noch lesen könnt. Doch zuerst soll ein Ausflug zu Pioneers Website in Erfahrung bringen, ob neue Treiber, Firmware-Updates oder Software-Aktualisierungen zur VerfĂŒgung stehen. In der Tat wurde ich hier dreimal fĂŒndig. Firmware 1.06 und Software 4.0.4 nehme ich mit, den Windows ASIO-Treiber braucht mein Mac natĂŒrlich nicht.
Ist euer Controller eingeschaltet und ihr bootet im Anschluss Rekordbox DJ, geht alles wie von Geisterhand â die Konfiguration erfolgt automatisch.
Das USB-Audiointerface weist sich mit 24 Bit und einer Samplingrate von 44,1 kHz aus. Der Mac bescheinigt dem DDJ-RX vier AusgabekanĂ€le (2x stereo), aber nur zwei EingĂ€nge. Das erscheint ein wenig seltsam, mĂŒssten doch zur Steuerung via DVS mehr Inputs zur VerfĂŒgung stehen. Nun, das DVS-Erweiterungspaket ist zwar noch nicht erschienen, aber beim SX2 verhielt es sich seinerzeit so, dass die zusĂ€tzlichen Inputs erst mit Erwerb des DVS-Zusatzmoduls freigeschaltet wurden, was im Test des Serato-Controllers bemĂ€ngelt wurde.
In den Voreinstellungen schlÀgt Rekordbox 512 Samples Buffer vor, was in 11,6 Millisekunden Latenz resultiert. Ich korrigiere den Audiopuffer und setze ihn manuell auf 5 Millisekunden herab. Das sollte reichen.
Der Arbeitsbereich des Pitch
Ich drehe meine DJ Controller Runden, lade Tracks, pitche und schubse manuell in den Takt. Leicht lassen sich die EQs drehen und sanft gleiten die Fader auf deren Leiterbahnen. Die Teller fassen sich toll an und verrichten ihren Job sehr gut. Das Leucht-Display blinkt, wenn es mit dem aktuellen Track zu Ende geht. Der Arbeitsbereich des Pitch ist wĂ€hlbar (6, 10, 16 und 100 Prozent), er arbeitet prĂ€zise und verfĂŒgt ĂŒber einen Pick-up-Mode mit LED-Richtungsanzeige. Damit bei TempoverĂ€nderungen keine unliebsamen Tonhöhenschwankungen auftreten, aktiviert die Software, sobald ihr die Master-Tempo-Taste betĂ€tigt, eine Tonhöhenkorrektur, die sich hören lassen kann. Nachstehend als Audiodatei festgehalten. Generell ist die SoundqualitĂ€t des DDJ-RX sehr gut. Und: der Kopfhörerausgang hat genug Power fĂŒr den Club, das steht mal fest.
Beim Autosync, der bei korrekter Analyse problemlos funktioniert, gilt fĂŒr das Master-Deck âfirst playedâ, aber natĂŒrlich darf man das auch selbst vorgeben. Es gibt in der Software allerdings keine Master-Clock mit optionaler Tempoangabe, so wie man dies zum Beispiel aus Traktor kennt.
Ich belade alle Decks, synchronisiere automatisch, feuere Loops und Slices ab und merke, dass sich das grundsÀtzliche Handling nicht wesentlich vom DDJ-SX2 und Serato unterscheidet. Gut, das GUI ist anders und es hakt ab und an etwas hinterher. Es hat aber auch einiges darzustellen, nÀmlich einen kompletten Mixer, vier spektralfarbene Wellenformanzeigen, die Player und die vielen kleinen Vorschauen im Browser.
Hotcues, Slicer und Co
SĂ€mtliche Pad-Funktionen in einem separaten Bereich unter den Decks grafisch aufzubereiten, ist sicher anschaulich, doch fĂŒr Hotcues, Slicer und Co etwas âoversizedâ, denn es wird dadurch ziemlich eng auf dem Screen. Auch fehlt mir am Controller ein dedizierter Browser-Knob, der die Library maximiert und die Decks ausblendet. Stattdessen: Griff zum Laptop. Find ich hinderlich. Was also tun? Wie wĂ€re es denn mit Multiscreen-Browsing? Watt, wie, in der Disco mit ânem 27-Zöller unterm Arm? Wohl eher nicht. Aber tatsĂ€chlich lĂ€sst sich in Rekordbox DJ der Browser (siehe Foto) entkoppeln, was sehr selten fĂŒr eine DJ-Software ist.
Aufgrund seiner Standalone-Mischpultfunktion ist der DDJ-RX in der Lage, bis zu vier externe Signalquellen simultan ins Geschehen einzubinden. Das Mikrofon und das Plattenspielersignal kommen sauber und rauscharm rein. Es können zwar vier Line-GerĂ€te und zwei Mikrofone genutzt werden, allerdings gibt es nur zwei Phono-KanĂ€le fĂŒr Plattenspieler. Wer mit Timecode-Vinyl unterwegs ist, kann in Zukunft ĂŒber das DVS-Plug-in und seine Turntables Rekordbox dirigieren. Allerdings geraten die Wege zwischen Plattenspieler und Pult etwas lang fĂŒr turntablistische Einlagen, somit ist dies wohl eher was fĂŒr die Mix-Fraktion.
Echo, Delay oder Reverb
Auch lieĂe sich eine kleine DJ Controller Gesangsdarbietung oder Rap-Performance einbauen. Dass das Mikrofon in den Channelstrip geleitet wird, bringt gegenĂŒber dem direkten Signalfluss auf den Master den Vorzug, die Color-Effekte auf die Vocal-Einlagen anwenden zu dĂŒrfen, um der Stimme ein wenig mehr Ausdruck zu verleihen, doch man muss dafĂŒr - anders als beim DDJ-RZ - immer ein Deck opfern. Schade. Ferner wĂ€ren Klangveredler wie Echo, Delay oder Reverb beim Mikrofoneinsatz den CFX Noise, Crush, Pitch und Filter vorzuziehen. Jene gibt es zwar auch, aber lediglich in der Software, die das Einschleifen des Mikrofonsignals als âLive-Inputâ (noch) nicht zulĂ€sst. Eigentlich wĂ€re es auch schön, wenn man einen Live-Input dann direkt sampeln könnte. Was mich zu den Performance-Modi, insbesondere dem Sampler fĂŒhrt:
One Shots und Loops
Was mir gut gefĂ€llt: Habt ihr euch mit Samples ausgerĂŒstet, spielt ihr mit den Pads wahlweise anschlagdynamische (hier könnt ihr vier âKurvenmusterâ festlegen) One Shots und Loops ab. Ein besonderes Bonbon: Ăber die Sequencer-Taste zeichnet ihr einen Drum Beat oder eine Hook auf und overdubbt bis zu vier Bars lang bei acht Patterns Speicherplatz. Dabei lĂ€sst sich eine Quantisierung festlegen, damit eure Sounds korrekt auf dem Takt oder einem metrischen Teiler liegen. Die Parametertasten steuern âeraseâ und âmuteâ. Praktisch. Ein Metronom könnt ihr auf dem Headphone zuschalten, allerdings nicht vom GerĂ€t aus.
On-the-fly âCapturenâ aus den Decks auf einen einzelnen Slot ist nur ĂŒber Loops möglich, ebenso lassen sich Samples aus dem Slicer nur komplett, also mit Belegung aller acht Slots extrahieren. Diese mĂŒssen manuell gelöscht werden, solltet ihr sie ĂŒberschreiben wollen. Ein Eingangssignal (Mike, Turntable) dort einzufangen, ist aktuell nicht möglich.
Parameter, IntensitÀt und Farbcodierung
Sehr gut: Die Pad-FX sind hinsichtlich Effekttypus, Parameter, IntensitĂ€t und Farbcodierung einstellbar. Die meisten FX dĂŒrfen auch simultan abgefeuert werden. Sollte ein Break-FX wie Echo auf dem Pad getriggert werden, beendet dieser sĂ€mtliche anderen aktiven Klangverwurster. Damit könnt ihr euch natĂŒrlich auch mal aus der Bredouille retten, falls ihr euch FX-mĂ€Ăig verzettelt habt. Warum nur die IntensitĂ€t nicht anschlagdynamisch abgewickelt wird, ist mir ein RĂ€tsel.
Ich bin gut damit gefahren, die vorgegebenen Parameter etwas auf meinen persönlichen Geschmack abzustimmen, damit einige Effekte subtiler wirken können. AuĂerdem wĂ€re es schön, wenn man die IntensitĂ€t der CXF wie bei den Pads auch am Mixer vorgeben könnte. Noise ist mir persönlich zum Beispiel zu laut.
LFO, Tone und Phase
Hoch im Norden wartet die Effektsektion auf Benutzereingaben, ganz klassisch mit drei Drehreglern nebst Tasten fĂŒr die Beat-FX von Rekordbox ausgestattet. Hier treffe ich auf diverse Echos und Delays, Phaser, Flanger, Filter, Slips, Rolls etc. Entweder ich dirigiere einen Effekt im Detail, beispielsweise den Flanger nebst Feedback LFO, Tone und Phase oder die IntensitĂ€t dreier Effekte ohne detaillierten Parameterzugriff.
Das Timing regelt Encoder
Die FX-Sektion kann auf den Master oder sĂ€mtliche KanĂ€le sowie den Sampler einwirken. Das Timing regelt Encoder Nr. 4 via Shift, weil er ansonsten die Break-Effekte Echo, Vinyl Brake und Backspin, die ĂŒber die integrierte Push-Funktion ausgelöst werden, steuert. Generell finde ich die Effektkiste ansprechend. Sie klingt gut und ist auch gerade fĂŒr Einsteiger gut zu beherrschen. Der Needle-Search-Ribbon darunter ist fĂŒr das Spulen im Track zustĂ€ndig.
Der Slicer zerschneidet im Moment des Auslösens einen Track-Ausschnitt (Domain) in acht live einstellbare Teilabschnitte identischer LÀnge, die via Pad angespielt werden können. Ein Lauflicht zeigt die Position innerhalb dieser Domain an. Auf Tastendruck wird das entsprechende Slice angespielt und auch hier ist das Timing justierbar. BetÀtige ich den Slice-Button und die Shift-Taste, wird der Track geloopt und die Lauflichtdarstellung wÀhrenddessen invertiert.
DrĂŒcke ich die Deck-Tasten 1 und 3 oder 2 und 4 zusammen, gelange ich in den Dual-Deck-Modus und darf beispielsweise Hotcues, Loops, Slips, Pad-FX oder eben auch Slicing auf zwei Decks gleichzeitig ausfĂŒhren. Hier ergeben sich einige interessante Möglichkeiten.
Beide Muster auf Tastendruck
Nehmen wir einmal an, auf Deck 1 lĂ€uft eine 4-Beat-Domain mit 1/4Q und auf Deck B eine 8-Beat-Domain mit 1/8Q. Beide Muster auf Tastendruck in Kombination laufen zu lassen, geht nicht. Pioneer hat sich was anderes ausgedacht (Software 4.0.4): Das Slice-Muster entspricht dem gewĂ€hlten âSlave-Deckâ. Aber: Wer ein Slice triggert und dann das Deck wechselt, kann so auch unterschiedliche Stakkatos abfeuern, die er dann via Dual-Mode gemeinschaftlich beenden kann.
Scratches, Hotcues oder Spins
Damit es taktmĂ€Ăig nicht aus dem Ruder lĂ€uft, lĂ€sst sich natĂŒrlich auch die Slip-Funktion nutzen, die beim AusfĂŒhren von Scratches, Hotcues oder Spins den Titel unhörbar im Hintergrund âpuffertâ und beim Beenden der Aktion wieder dort einsetzt, wo der Song ohne Interaktion angelangt wĂ€re. Ein Slip-Reverse ist demnach auch möglich, um beispielsweise âexplicit Lyricsâ zu ĂŒberspringen. Praktisch sind auch die Beat Jumps. Damit lassen sich prima Stutter-Effekte erzielen, man kann im Takt âspulenâ und Passagen ĂŒberspringen.
Quelle: Bonedo

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