Groupies
Es war eine gute Show gewesen. Ganz wie frĂŒher. Kleine Gigs, wenig Geld aber viel Enthusiasmus aus dem Publikum, dessen Menge an Köpfen man im Blick behalten konnte. Nur dass diese Menge ganz anders gekleidet war... und es auf dem gesamen GelĂ€nde nach Heu und etwas Tierdung roch. Der wenig mittelalterbegeisterte Teil der Band war etwas angefressen gewesen, als Loki und seine engsten Jungs gesagt haben, dass sie ein Jahr Pause machen und sich auf ihr kleines Nebenprojekt konzentrieren wollten. Aber das war ihm doch egal. Besonders als er so schön verschwitzt und in Hochstimmung direkt nach dem Auftritt zur Bar schenderte. In die Menge hinein. Ein Traum.
Loki hatte sich gerade einen Krug Met bestellt und ausgehÀndigt bekommen als er ein schrilles Quitschen hinter ihm hörte.
âOh mein Gott! Ist das nicht der SĂ€nger von Elizium?â, fragte eine hohe Frauenstimme eine andere quitschende Frauenstimme. Lokis Stirn traf auf die Bar. So eine Scheisse.
Dieser Einkaufstripp wĂŒrde noch sehr lang (und gleichzeitig viel zu kurz) werden... Mit einem Seufzen hĂ€ndigte Loki Sigyn den Rest der Kleidung aus und ergab sich seinem Schicksal.
Nach einigen weiteren Eskapaden hatten die beides es geschafft Sigyn neu einzukleiden. Loki hatte sein bestes getan ihr Dinge anzudrehen und war ihr wie ein aufmerksamer Wachhund gefolgt, der alles einsammelte, das Sigyn verliebt anschaute. Langsam aber sicher begannen Lokis Beine vom vielen Rumstehen wehzutun und sein Magen meldete sich ebenfalls zu Wort. Es wurde langsam Zeit seinem Plan weiterzufolgen und die Blonde in ein Restaurant zu buchsieren.
Als sie das Lokal betraten kamen ihnen gerade drei bedröppelt dreinschauende Menschen entgegen. Es sah voll aus. Vermutlich waren die drei aufgrund mangelnder PlĂ€tze gerade weggeschickt worden. Zum GlĂŒck hatte der Popstar ein gewisses Vorrecht in diesem Restaurant, welches immerhin eines seiner Lieblingslokale war. Die Kellnerin mit den kurzen blonden Haaren schaute kurz griesgrĂ€mig von ihrer Arbeit herauf, als sie den Neuzugang bemerkte. Als Loki seine Sonnenbrille abnahm und sie anlĂ€chelte, wich der Gram in ihrem Gesicht einem professionellen LĂ€cheln. âKommen Sie hier entlang.â, sagte sie zu Sigyn und Loki und fĂŒhrte sie durch das volle Etablissement in eine geschĂŒtzte kleine Ecke. In dieser standen einige wenige Tische und der LĂ€rm der anderen GĂ€ste wurde durch den stylischen Sichtschutz gezĂŒgelt.
Loki nahm an dem Tisch, zu dem sie gefĂŒhrt worden, Platz und verstaute Sigyns zahlreiche EinkaufstĂŒten unter dem Tisch, wĂ€hrend die Kellnerin Sigyn kurz und freundlich darauf hinwies, wo sich hier die Garderoben gefanden. Bevor sie ging, lieĂ die Angestellte zwei SpeiĂekarten da, wobei Lokis eher aus Prinzip ausgehĂ€ndigt wurde, da er sie mehr oder weniger auswendig kannte.

















