Unersättlich war ihre [der Zeloten] Raubgier; die Häuser der Reichen wurden durchstöbert; Männer morden und Frauen schänden, diente ihnen zur Kurzweil. Noch triefend vom Blute, verpraßten sie das Geraubte und ergaben sich aus Übersättigung weibischem Gebaren, indem sie sich das Haar friesierten, Frauenkleider anzogen, sich mit wohlriechendem Öl salbten und zur Zierde die Augen bemalten. Aber nicht allein was Schmuck anlangt, suchten sie es den Frauen gleichzutun, sondern auch in Bezug auf die Leidenschaften, und so ersannen sie im Übermaß der Geilheit widernatürliche Lüste; wie in einem Bordell wälzten sie sich in der Stadt umher und befleckten sie mit Unzucht. Ihr Gesicht glich dem von Frauen, doch ihre Hände waren mörderisch; zierlichen Schrittes einhertänzelnd, verwandelten sie sich plötzlich in Soldaten, zogen Schwerter aus ihren feingefärbten Oberkleidern und durchbohrten jeden, der ihnen in den Weg kam.
Flavius Josephus, Die Geschichte des judäischen Krieges, Leipzig 1970, S. 345.










