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Am Montag ist Hochzeitstag. Und bei den vier Wuselkindern, der alten Dame Momo, gerade auch am Abend vielen Terminverpflichtungen als OberbĂŒrgermeister, freue ich mich wirklich auf einen gemeinsamen Abend mit meiner Frau. Und ich hoffe, dass wir die Zeit finden, am Montag ins Kino zu gehen.
Den Robert Redford als Gentleman-Gauner wĂŒrde ich gerne sehen:
LĂ€uft jedenfalls am Montagabend im Goslarer Theater. Kennen Sie das?
Klein, aber fein: Goslar hat eben - noch - ein echtes Altstadtkino, das Goslarer Theater in der Breiten StraĂe.Â
Ich war vor einigen Tagen zu Besuch bei Jill und Florian Wildmann, denen das Altstadtkino genau wie mir eine Herzensangelegenheit ist.Â
Seien wir doch mal ehrlich, des Geldes wegen betreibt das Ehepaar Wildmann das kleine Kino in der Breiten StraĂe gewiss nicht. Da wirft das groĂe Cineplex in der BaĂgeige mehr ab. Wobei schon da in Zeiten von Netflix und anderen Streamingdiensten gut gewirtschaftet werden muss, vermute ich jedenfalls.
Nein, Jill und Florian Wildmann halten an der Tradition fest â hauptsĂ€chlich Jill, wie beide erzĂ€hlen. Florian, der Betriebswirtschaftler wollte es schon des Ăfteren lieber abstoĂen....Â
Aber das Goslarer Theater blickt nun in 4. Generation auf eine lange Zeit des Bestehens, der Entwicklung, aber auch der UnwĂ€gbarkeiten zurĂŒck. âKino ist nicht einfach, man stellt es sich immer einfach vorâ, sagt Florian.Â
Geschichte des Kinos in Goslar
âKino hat einen groĂen Wandel durchgemacht.â Jills UrgroĂeltern, Alois Bela und Elisabeth, hatten 1910 das erste Lichtspielhaus in der Familiengeschichte mit Leben gefĂŒllt â damals noch am Fleischscharren. Sie waren Schausteller, arbeiteten im Zirkus. Und sie waren Juden, was fĂŒr die Familie zur Zeit des Nationalsozialismus zum Problem wurde. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kaperten die Amerikaner das Kino. Erst Ende der 40er Jahre hatte die Familie Wildmann wieder die Oberhand.Â
In den 80er Jahren wechselte der Standort in den Neubau in der Breiten StraĂe. Die Zahl der KinosĂ€le stieg. Zeitgleich bekam das Kino mit der guten alten VHS, der Videokassette Konkurrenz.Â
Mit 15 hatte Jill angefangen, im Kino zu arbeiten. ZunĂ€chst an der Theke.Â
1995 verstarb ihr Vater. Jills Mutter Roswitha ĂŒbernahm daraufhin die GeschĂ€fte. Ein, zwei Jahre spĂ€ter habe man sich ernsthaft Gedanken gemacht, wie es mit dem Kino weitergeht, berichtet Jill heute. Ihre Mutter bestand auf âeine vernĂŒnftige Ausbildungâ und so lernte Jill zwei Jahre lang BĂŒrokauffrau. Dann war klar: âWir mĂŒssen ein neues Kino bauen. Entweder wir oder die Konkurrenz machtâs.â Es folgte ein Jahr in LĂŒbeck.Â
Die Ausbildung zur Filmtheaterkauffrau bzw. zum -kaufmann machten Jill und Florian bereits gemeinsam. Sie kennen sich ja auch schon, seit sie 15 sind. 1998 kamen sie heim. âDa ging der Kampf schon los.â Die Konkurrenz war sehr interessiert, es musste schnell ein GrundstĂŒck her.Â
Also kaufte die Familie - nach viel hin und her - im Gewerbegebiet von Bad Harzburg ein GrundstĂŒck.Â
Doch die Stadt Goslar schlief nicht, reagierte sofort. âWir haben die Möglichkeit bekommen, das Gewerbegebiet BaĂgeige zu eröffnen.â erzĂ€hlt Jill. Zwei Wochen spĂ€ter wurde es vom Industrie- zum Gewerbegebiet umgeschrieben. Neun Monate spĂ€ter stand das moderne gröĂere Cineplex in der BaĂgeige. Eine richtig gute Entscheidung, nicht nur von Wildmanns, sondern auch von den Verantwortlichen bei der Stadt Goslar.
Kein Wunder: Mit dem Bau wurden vor allem Firmen aus der Region beauftragt. Man habe GlĂŒck, dass Goslar als so kleine Stadt in den Cineplex-Standard durfte, sagt Jill. Das Ehepaar investiert folgerichtig stetig in die neueste Technik.Â
Das Goslarer Theater hingegen ist das familiĂ€re Stammhaus. Da hĂ€ngt Familie dran, wie Jill erklĂ€rt. Geld bringt es nicht. Im Gegenteil. Das Cineplex trĂ€gt es noch mit. âBetriebswirtschaftlich ist das totaler Quatschâ, findet der Betriebswirtschaftler. Seine Frau hĂ€lt dagegen: âEs ist eines der wenigen Altstadtkinos, die es ĂŒberhaupt noch gibt. Es ist nicht nur Leidenschaft und Familie, es ist fĂŒr die Stadt wertvoll.âÂ
 Die Kosten fĂŒr den Filmverleih sind immens. Mit der Zeit reduziert sich das, deshalb sind im Goslarer Theater nicht gleich die allerneuesten Streifen zu sehen. âWir versuchen hier, den besonderen Film in regelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden zu spielen. Das macht dieses Haus teuer.âÂ
FrĂŒher gab es zum Beispiel einmal im Jahr die Rocky Horror Picture Show. Jetzt gibt es die Feuerzangenbowle am Nikolaustag.Â
Auch dazu gibt es eine âHerzenssacheâ von mir:
Da freu ich mich jetzt schon wieder das ganze Jahr drauf!Â
Und wenn Jill und Florian ihre WĂŒnsche umsetzen können, wird es auch wieder eine lange Filmnacht geben. Die wĂŒrden sie gern wieder einfĂŒhren.
Ich bin da ganz Jill Wildmanns Meinung: Es gehört ein Innenstadtkino in eine 50.000-Einwohner-Stadt. Ich gehe hier auch viel lieber hin. Es ist gemĂŒtlich, ich kann zu FuĂ hingehen und das Auto stehen lassen, es hat ein ganz besonderes Flair.Â
Aber damit sich dieses Kino auch in Zukunft nur ansatzweise trĂ€gt, braucht es Besucher. Uns braucht es. Schauen wir uns doch öfter mal wieder einen schönen Film an â im Altstadtkino.
Ich freue mich auf Montag! Das Kino. Den Hochzeitstag.
Unless you're some hermit living in the woods, we would all be considered cyborgs. Think about it. We all rely for the most part on a technology. Me for example I need glasses to see, that's a technology. We also have cellphones and all other shit, tumblr and what not. We're all cyborgs.
Well, the only argument I could make against that is that these technologies are external, and are not fully integrated into our own biology...yet. Otherwise, it's a valid point. Computers, especially, serve as something like a second brain for many people. There are numerous drawbacks, however, so we must keep them in mind if we wish to continue living the way we do.