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Jackenfarbe
Auf jedem Weg, den ich erledigen muss, sehe ich dich. Immer wieder tauchst du zwischen den Menschenmassen auf, an einer Straßenecke, in einem Garten. Die Farbe deiner Jacke blitzt kurz auf, zwinkert mir schelmisch zu. Nur, um dann zu verschwinden. Vor mir davon zu laufen. Ein Wildfang, ungebunden. Ohne Zuhause. Mal hier, mal da. Du liebst die Welt und sie liebt dich. Aber du liebst sie nur als Ganzes und kannst dich nicht auf weniges beschränken. Das wäre nie genug.
Zu viel, zu wenig
Als wir uns trafen an diesem Freitag, zwischen lauter Terminen und mit zu wenig Zeit, hast du tausend Fragen gestellt. Jeder folgte ein anderes Szenario. Ich wusste keine Antwort. Ich wollte dir auch keine geben. Das war kein Gespräch zwischen Liebenden. Du hast gegessen, dich abgegrenzt. Mein Pullover hat viel zu viel von mir verhüllt, ließ keinen Blick auf meine Rundungen, höchstens gedacht und unscharf. Ich saß dir gegenüber, habe dich beobachtet. Ich habe versucht, mir all das vorzustellen. Irgendwann neben dir zu sitzen. Du hast geraucht. Immer wieder nachgebohrt, aber selbst nichts zugegeben. Rational haben wir versucht, einen Rahmen zu geben. Du warst abgelenkt und ich wusste nicht, mit welchem Blick ich dich anschauen soll. Hast du mich überhaupt gesehen? Du hast mit den ganzen Freunden geredet und dir Meinungen eingeholt. Dein Gedicht lag unberührt in meiner Tasche. Es wurde nicht herausgenommen und in unser beider Hände gelegt. Da war kein Platz. Es gab nur Fragen über Fragen. Keine davon traf den richtigen Ton. Du hast meine Hand nicht genommen und ich habe sie dir nicht gegeben. So saßen wir da. Unbeteiligt und doch im Inneren aufgewühlt. Auf deine Monologe folgte Schweigen. Gesprochene Sätze hallten nach, ohne auf Widerstand zu stoßen. So glatt waren wir; alles prallte an uns ab. Der Moment war nicht da. Jeden Tag gibst du mir eine andere Antwort. Dein Gemüt ist wankelmütig, taumelt von Ebbe zu Flut. Frag' mich noch einmal. Schau' mich einfach noch einmal so an. Das ist Antwort genug für mich.