Der heutige Leiter des Geschichtsmuseums im Dokumentationszentrum von Perleberg, Hans-Peter Freimark und seine Ehefrau Gisela, waren zu DDR-Zeiten als Pfarrer und Gemeindehelferin in Neustadt (Dosse) tätig. In dem vom MDR produzierten Zeitzeugeninterview schildert das mutige Ehepaar eindrucksvoll Erfahrungen, Erlebnisse bis zur friedlichen Revolution und ihre Beweggründe öffentlich gegen das Unrecht der SED- Diktatur in der DDR Opposition zu beziehen! Ein wichtiges Zeitdokument! Stellt es doch beispielhaft Zivilcourage dar, welche in heutiger Zeit aktueller denn je erforderlich und notwendig ist, damit sich soetwas niemals wiederholt! Die Sammlung der Familie Freimark verfügt deshalb über eine Reihe einmaliger Exponate über das Wirken der Neustädter Friedensgruppe. Das Dokumentationszentrum in Perleberg sammelt Exponate, Dokumente und Bilder aus dem Alltag der DDR. Das Museum dokumentiert neben der Alltagskultur vor allem auch die Herrschafts- und Oppositionsgeschichte in der Region. Die Objekte und Zeitzeugenberichte ermöglichen bislang wenig bekannte Einblicke in die kirchliche Friedensarbeit und die Herausbildung von Bürgerbewegungen in den achtziger Jahren und im Wendejahr 1989 in der Prignitz und Ostprignitz. Text: Marco Schimpke und teilweise Text-Quelle: www.museumsverband-brandenburg.de/291.0.html Kontakt: http://www.ddr-museum-perleberg.de -„Schwerter zu Pflugscharen“ – Kirchturmaktionen- Zum Symbol der gesamten Bürgerrechtsbewegung in der DDR wurde seit 1982 das Zeichen „Schwerter zu Pflugscharen“. Am Köritzer Kirchturm in Neustadt/Dosse wurde aus Anlass der regelmäßig stattfindenden kirchlichen Friedensveranstaltungen, zu Gedenktagen oder beispielsweise aufgrund des Weltfriedenstages sowohl mit dem Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ als auch mit anderen Transparenten zu Themen wie Frieden, Abrüstung, Pressefreiheit oder Menschenrechte aufmerksam gemacht. Um der Aktion zu unterstreichen, stellte Pfarrer Freimark die Kirchturmuhr auf „5 vor 12“. -Wahlfälschungen 1989 – Die Kommunalwahlen vom 7. Mai 1989- Schon Wochen vor den Kommunalwahlen häuften sich 1989 bei den Bezirks- und Kreisverwaltungen der Staatssicherheit die Meldungen, dass die Kommunalwahlen zu öffentlichen Diskussionen gegen die SED-Politik und die Missstände im Land genutzt werden sollten. Es wurde beispielsweise die Aufstellung mehrerer Kandidaten gefordert, andere kündigten Wahlverweigerungen an oder es wurde ein „alternatives Volksbegehren“ gefordert. Wie auch immer, es war schon vorher klar, dass es diesmal nicht beim braven „Zettel falten“ bleiben würde. Am Wahltag schauten engagierte Bürger aufmerksam zu, und sie zählten mit: So wurden überall im Land Wahlfälschungen aufgedeckt.












