Upcycling ist im letzten Jahr zum Trend geworden. Inspiriert durch immer stärkere Umweltverschmutzung und grĂśĂer werdenden MĂźllberge, konzentrieren sich junge Designer auf die Wiederverwertung von Abfallmaterialien. Im Gegensatz zum Recycling steigern sie dabei den Wert der Produkte.
Ein Beispiel ist das Hamburger Label âzweihundertsiebenâ. Die Studenten Christoph Reimers und Tim MĂźller machen aus alten Skateboards Schmuck und Topfuntersetzer. âIch hatte bei meinen Eltern einen Stapel alte Skateboards liegen und immer die vage Idee daraus etwas zu machenâ, erinnert sich Christoph Reimers an den Anfang ihrer Geschäftsidee. Er erzählt weiter, dass er eines der Skateboards in Streifen sägte und diese wieder zusammensetzte. Das Ergebnis war ein Topfuntersetzer.
In den neuen Gegenständen sieht man noch die Holzmaserungen des alten Skatebordes. Auch die farbige Lackierung wird bewusst verarbeitet. âJedes Skateboard wird aus sieben Schichten kanadischen Bergahorns gefertigt. Dadurch ergibt sich ein cooles Musterâ, erklärt Riemers. In ihrer Werkstatt in Hamburg verarbeiten Reimers und MĂźller per Hand 20 bis 40 Skateboards pro Monat. Ihre Produkte verkaufen sie Ăźber Onlinestores. Denn der Upcycling-Markt wächst vor allem im Internet.
Ziel der Produzenten ist es, umweltfreundliche Produkte herzustellen, die sowohl fĂźr den Kunden erschwinglich als auch fĂźr sie profitabel sind. âEs wĂźrde keinen Sinn ergeben, Abfallprodukte oder nicht mehr gebrauchte Wertstoffe wiederzuverwenden, wenn daraus groĂer Umweltschaden entstĂźndeâ, betont Reimers. Deswegen werden Upcycle-Produkte mit geringem Energieaufwand hergestellt.
âSchĂśn wäre es, wenn viel weniger MĂźll produziert, Verpackungsmaterial gespart und weniger entsorgt wĂźrde. Im generellen ist Upcycling lediglich werken mit Abfallmaterial, mit dem schĂśnen Nebeneffekt Geld und Ressourcen zu sparenâ, sagt Magdalena Akantisz Zusammen mit Lisa Schulz hat sie fĂźr ihre Diplomarbeit das Projekt â30 Tage, 30 Dingeâ ins Leben gerufen. Das Ziel war es in 30 Tagen 30 verschiedene UpcyclingmĂśglichkeiten vorzustellen. Sie versprachen fĂźr jede Einsendung das Projekt um einen Tag zu verlängern. Mittlerweile sind es schon Ăźber 690 Ideen.
In ärmeren Gesellschaften ist upcyclen von Plastik und Gummi normal. Das bekannteste Upcycling Produkt sind die Taschen der Marke Freitag. Die Brßder Markus und Daniel Freitag aus Zßrich haben vor fast 20 Jahren angefangen, erste widerstandsfähige Kuriertaschen aus alten Lastwagenplanen und Autogurten zu nähen. Mittlerweile produzieren sie 400.000 Taschen pro Jahr, von denen jede den Preis einer Designerhandtasche hat.
Fotos:Â http://www.zweihundertsieben.de