Der Hinterhof gehört den BĂ€umen. Viele Leipziger Naturdenkmale stehen in Hinterhöfen, so wie diese hoch aufgeschossene Bergulme, die zielstrebig zum Licht zieht. Knapp 20 Meter dĂŒrften es sein, wobei eine solcher Baum bis zu 40 Metern schafft. Das liegt vor allem an der sympodial monochasialen Verzweigung, bei der Stamm und Ăste mehrfach durch Seitensprosse ĂŒbergipfelt werden.
Besonders geschĂŒtzt werden die wenigen alten Ulmen vor allem seit dem flĂ€chendeckenden Ulmensterben der letzten Jahrzehnte. Dabei ist die Ulme (auch RĂŒster genannt) seit jeher klassischer Hof-, Dorf und Stadtbaum. Deshalb ist das faszinierende auch seine Ăbercodiertheit: War er in der griechischen Mythologie Symbol des Todes (am Eingang zum Hades steht einer Ulme in deren Ăsten die TrĂ€ume der Menschen hĂ€ngen; unter ihr besang auch Orpheus seinen Fehler). Baum der Trauer nennen ihn die Briten, die ihre SĂ€rge traditionell aus Ulmen zimmern. In der nordischen Mythologie ist die Ulme der Beginn allen Lebens (die Frau entstand aus einem Ulmenstamm, der Mann aus der Esche)
Im Baumhoroskop beginnt ĂŒbrigens nĂ€chste Woche die Zeit der Ulmegeborenen. Wesenseigenschaft laut Esoteriker: âDie Person ist eine angenehme Figur, trĂ€gt geschmackvolle Kleidung und sagt laut was ihr nicht passt.â Na denn!
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