Danke dem wunderbaren Peter von @pixelbutze fĂŒr diese mega schönen Bilder. Kann immer noch nicht glauben, das ich das sein soll đđ€Șđđ Foto: @pixelbutze #fotoshooting #sonnenuntergang #geilo #sunset #loveit #tollermoment #dankefĂŒralles â€ïž (hier: Ahaus)
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Und ich hab mich sooo gefreut und freue mich immer noch!! Es war wie im Film. đ Und es war auch noch lustig! Also los geht's mit der Geschichte: Ich war beim Leichtathletik-Club Training und komme dienstags immer erst spĂ€ter, da ich bis 6 Unterricht habe. Ich habe ja etwas Probleme mit der OberschenkelrĂŒckseite. Deshalb hab ich nur leichtes Techniktraining gemacht und heute morgen Kinesiotape angebracht. Mir hilft es immer unfassbar gut, gerade fĂŒr Regeneration und Durchblutung. Und es stĂŒtzt auch leicht die umliegenden weichen Gewebe. Training hat wie immer SpaĂ gemacht, hab viel Neues erkannt đ Und nachher fĂŒhle ich mich immer gut. Danach hab ich noch etwas mit der Rolle an meiner Muskulatur gearbeitet und gemerkt, dass es daran lag und man am besten nach dem Sport alles dehnen und lockern kann. Heute ist es weg. đÂ
Aber zurĂŒck zur eigentlichen Geschichte: nach dem Training bin ich dann vom GelĂ€nde (Leichtathletikstadion) und den Berg hoch Richtung Fitnessraum. Ich war glaub ich etwas in Gedanken, auf jeden Fall hab ich keine Schritte oder Ă€hnliches mitbekommen. Plötzlich kam dann von hinten jemand neben mich und meinte "Hi.", wĂ€hrend er direkt nah neben mir herlief. đŻ Ich hab mich voll gefreut und musste voll lĂ€cheln und meinte dann auch nur "Hi.". Dann sind wir erst so ein paar Schritte gelaufen und er hat mich gefragt, wie es mir geht. Alles auf englisch! Dann meinte ich, dass es mir gut geht, aber ich Probleme mit den "Harmstrings" habe und das etwas weh tut. Und dann meinte er, dass er das auch hat. Darauf habe ich gefragt, warum. Er meinte, weil er viel lĂ€uft. Dann hab ich gefragt "Really? What are you doing?" Aber ich meinte eigentlich, was fĂŒr eine Disziplin er macht. Und er hat geantwortet: "Talking to you." đ das war so ein cooler Moment! Der war eh so aufrichtig offen. Mich hat das auf jeden Fall total beeindruckt! Ich liebe das, wenn man so mutig ist und dabei so authentisch. AuĂerdem ging es ihm wirklich um mich und er hat sich fĂŒr mich interessiert anstatt um die Sache an sich. Das ist fĂŒr mich etwas sehr Wesentliches.Â
Er hat dann erzĂ€hlt, dass er 400m lĂ€uft. Ich bewundere generell jeden 400m LĂ€ufer. Das ist fĂŒr den Körper die unökonomischste Disziplin und einfach nur Laktat. Ziemlich unangenehmes, hartes Training. Ich finde schon 200m unangenehm. Aber wenn man dann fertig ist, fĂŒhlt man sich unfassbar gut! Und um die Kurve zu laufen auf der Bahn ist ein tolles GefĂŒhl und macht mega SpaĂ! đ Er hat mich dann gefragt, ob ich noch Krafttraining mache, dann meinte ich, dass ich nur Dehnen und Massage machen will wegen meines Beines. Dann hat er gefragt, ob er mich begleiten darf, voll toll! đÂ
Dann kam der zweite Moment, den ich nie vergessen werde! Und zwar: seine Reaktion als ich ihm gesagt habe, wie alt ich bin! Er hat sich erstmal nicht bewegt und hat einfach Null damit gerechnet. Haha und dann hat er mir sein Alter gesagt bzw. ich hab danach gefragt, um aus dieser Situation zu entkommen. Und er ist 19. Ich war aber auch etwas verwundert, weil er viel Ă€lter aussah. Hab ich ihm auch gesagt. Naja was soll ich machen, lĂŒgen werde ich sicher nicht. Trotzdem war er die ganze Zeit noch sehr aufmerksam und weiterhin interessiert. Ich kann aber nicht genau sagen, was davon nur Höflichkeit war. Das merkt man bei den Japanern nur selten. Ich hab ihn dann gefragt, ob mein Alter ein Problem ist. Ich hatte nĂ€mlich keine Lust, dass er nur weiterhin aus Höflichkeit mit mir spricht. DafĂŒr ist seine und meine Zeit zu kostbar und ich mag sowas aufgesetztes generell nicht. NatĂŒrlich hat er nein gesagt. Aber was soll er auch sagen. Ich glaub, die wenigstens wĂŒrden ja sagen!Â
Ich hab mir dann ne Matte genommen und er auch und dann hat er sich neben mich gelegt und hat sich auch gedehnt. Das fand ich ĂŒbrigens auch toll! Und wĂ€hrenddessen haben wir uns unterhalten. Und er war wirklich sehr aufrichtig interessiert und wollte viel ĂŒber mich erfahren. Das ist in Deutschland sehr selten! Frag mich eh, was mit den Leuten da los ist. Wer fragt doch schon, was du gemacht hast oder will wirklich, dass du ihm erzĂ€hlst, was in dir vorgeht, du erlebt hast usw. Dabei erzĂ€hle ich so gerne, was ich erlebt habe oder tausche mich gern aus. Allerdings nur sofern es dir Person wirklich interessiert und er es gerne wissen will! Ich meinte nicht dieses provisorische Fragen "was hast du gemacht?" Und bei der Antwort wird dann kaum zugehört. Oder es wird sich mehr fĂŒr die Sache interessiert als fĂŒr dich / die Person. Es ist so schön, wenn sich jemand interessiert und du ihm erzĂ€hlen kannst, was in dir vorgeht. Und wenn er es dann behĂ€lt und aufmerksam zuhört. Das hat mich auf jeden Fall sehr glĂŒcklich gemacht. Es ist sehr lange her, dass ich mit wem gesprochen habe und etwas erzĂ€hlt habe und dabei so ein gutes GesprĂ€ch zu Stande kam. Und dabei hat er sich wirklich interessiert und nicht einfach nur zugehört. Das hat mir sehr gut getan. Genau das hab ich in Deutschland auch so sehr vermisst. Dinge zu teilen. Und Aufrichtigkeit.
Er wollte wissen (wie alle Japaner!), ob ich japanisches Essen mag und welches Essen. Aber wenn man dann fragt, was zB typisch japanisch ist, weil ich nicht genau weiĂ, was alles dazu zĂ€hlt und ich es deshalb auch nicht ausprobieren kann, wissen sie manchmal selber nicht genau , was sie sagen sollen. Also Soba und Sushi mag ich schonmal und kann ich auch essen. Ramen nicht. Er hat dann irgendwas von Schweinefleisch mit Ingwer erzĂ€hlt? (Hab den japanischen Namen vergessen, falls den jemand weiĂ, bitte melden). Dann meinte ich, dass ich kein Schwein esse. Und dann viel das auch raus. Haha. Ich stelle hier einige oft vor Herausforderungen, da ich ja auch Gluten- und Milchprodukte meide. Einmal hab ich auch so ne Schale gegessen mit frischem rohem Fisch und dann war darunter Reis (den Namen weiĂ ich auch nicht mehr), aber es schmeckt sehr lecker. Vor allem mit Wasabi! Oder Soba mit Wasabi-Souce! Und macht unglaublich satt.Â
Dann hat er mich gefragt, was ich in meiner Freizeit mache und dann meinte ich, dass ich meistens die Gegend erkunde oder mir etwas anschaue oder manchmal trainiere. Aber das meistens spontan entscheide. Dann meinte er, dass er Sonntags frei hat und dann immer nach Shibuya geht. Und ich dann "Ist das nicht langweilig jede Woche dasselbe zu machen?" Er kannte das Wort "boring" nicht. Also dauerte es etwas, bis er das verstanden hatte. Daraufhin er "Nein. Ich gehe jedes Mal woanders hin und suche neue Orte. Und probiere neue LĂ€den aus. Ich mag Essen." Dann hab ich gesagt, dass von essen auch mag. Und "entdecken" und er mag das auch! đ Dann hab ich ihm noch erklĂ€rt, was Kite-Surfing ist und dass man das in Japan wohl sehr gut machen kann. Ich glaub, er will das jetzt erforschen. Ich meinte, wenn er mal geht, möchte ich mit. Das macht soooo SpaĂ! Zwischendurch hab ich dann noch sein Englisch gelobt. Dann hat er erzĂ€hlt, dass er jede Woche einmal pro Woche zu einer Schule geht und dort Englisch lernt.Â
Plötzlich meinte er dann, dass er noch zur "Bank" muss. Und ich nur "Bank? Jetzt?". Keine Ahnung, ob er einfach gehen wollte oder wie das in Japan mit den Banken ist. Er hat sich dann fĂŒr das GesprĂ€ch bedankt und sagte, dass er es sehr genossen hat und bis nĂ€chstes Mal. So in der Art. Da kann ich euch nicht sagen, ob das nur japanische Höflichkeit war oder ernst gemeint. Ich hatte das GefĂŒhl irgendwie eine Mischung aus beidem. Obwohl sein Abgang auch komisch war. Aber wir haben locker 20 Minuten geredet. Und ich hatte voll SpaĂ und hab mich so gefreut!!
Achja, ich hab ihm noch erzĂ€hlt, dass nicht so viele mit mir sprechen. Und meistens alle beschĂ€ftigt sind, obwohl alle sagen, sie wollen dich treffen. Finde ich voll dumm. Dann hat er nebenbei erzĂ€hlt, ob ich mit dem Trainer gesprochen habe. Und dann meinte ich ja, aber dass ich manchmal Angst habe, mit ihm zu sprechen, weil ich ihn nicht stören will und er auch einen sehr ernsten Eindruck macht. Er ist aber auch sehr lustig drauf. Irgendwie etwa so wie mein Trainer in Deutschland. Auf jeden Fall sagte er dann: "Er ist mein Vater." Also nicht interessiert sowas ja nicht, aber was mich interessiert hat, dass er das nur nebenbei erwĂ€hnt hat und nicht damit prahlen wollte oder sonstiges! Seine Mutter trainiert die para-olympischen Athleten. Mit einer rede ich ab und zu, die ist sehr nett und lustig. Fröhlich und singt ab und zu. Sein Bruder ist an einer anderen Uni und macht dort 400m und soll sehr gut sein. Jetzt weiĂ ich auch endlich wie der Trainer bzw. sein Vater heiĂt, nĂ€mlich: Mizuno.
Dann hat er noch zu mir gesagt, dass er dachte, ich wÀre 20, weil ich wie 20 aussehe. :D haha. Aber mir hat gefallen, dass er so offen und ehrlich war die ganze Zeit und keine Scheu hatte, Dinge auszusprechen. Seine Kommunikation ist sehr entspannt und luftig. (von den Elementen her, sicher viel Luft-Einfluss, mich hat es die ganze Zeit an Venus oder Waage erinnert.)
Bevor er gegangen ist, hab ich ihn noch gefragt, wie er heiĂt und erst meinte er "Mizuno". Aber ich könne ihn "Tatsu" nennen. Mich hat er nicht gefragt, wie ich heiĂe. Zweite Sache die ich merkwĂŒrdig fand. Aber das ist meiner Mitbewohnerin aus Tschechien auch schon aufgefallen. Der Name in Japan kommt sehr sehr spĂ€t! Erst reden alle mit dir. Und irgendwann in ferner Zukunft fragen sie dann nach deinem Namen. Bei uns ist es das wichtigste. AuĂerdem fragt man hier direkt nach dem Alter. Wahrscheinlich wegen der Rangordnung. Aber bezĂŒglich des Namens hab ich keine Ahnung, was das soll. Vielleicht weiĂ jemand was?Â
Naja ich bin gespannt, ob er jemals wieder mit mir sprechen wird oder er jetzt kein Interesse mehr hat. Falls es so sein sollte, bin ich froh drum, denn dann hat er eine sehr bescheidene Persönlichkeit und auf sowas möchte ich dankend verzichten. Die fĂŒr mich richtigen Leute denken anders. đ
Inzwischen lerne ich auch immer wieder, Dinge mit voller Offenheit und gröĂtmöglicher Unvoreingenommenheit ohne Wertung zu sehen. Arbeite ich schon gewisser Zeit dran. Als Kind ist es noch da, wir bekommen es aberzogen. Ich möchte dem Leben und den Menschen allerdings gerne offen entgegentreten. Auch hier merke ich: wir sind alles Menschen. Hier gibt es viele Persönlichkeitstypen, die es auch in Deutschland gibt, auch wenn sie sich anders Ă€uĂern. Doch ihr Kern ist gleich. In diesem Zusammenhang folgendes schönes Zitat:
" I don't mind where you come from As long as you come to me.Â
I dont mind, I dont care, As long as you're here.Â
Wrong or Right. Black or White. If I close my eyes, it's all the same."Â
Und das fĂŒr mich wichtigste: Ich hat es glĂŒcklich gemacht und ich freue mich heute auch noch! Werde den Moment nie vergessen und bewundere seinen Mut! Es war sehr romantisch! đ Und dazu mĂ€nnlich. Sowas fehlt vielen in Deutschland. Mal sehen, wie es weitergeht. Ich bin gespannt.Â