Buchmesse Die Buchmesse ist eine schöne Sache, Die man am Tag sehr schön umgehen kann. Und macht sie abends endlich zu, dann mache Ich mich froh auf! Denn abends fängt sie an. Die Partys sind das Heiligste der Messe, Denn hier allein, hier stehn sie alle rum: Die Schreibenden des Buches und der Presse, Hier schauen sie sich alle an und um, Die großen Leuchten und die kleinen Lichter – Wann kommen denn Autoren sonst auch raus? Die dicken Krimistars, die dünnen Dichter Und Köpfe, die so voll sind wie ein Haus. Hier finden Schriftsteller und * und -innen Sich ein zu einem zarten Ich und Du. Hier lauscht die Afrikanerin dem Finnen, Und der Chinese hört der Polin zu. Begonnen hat’s am Mittwoch und bei Suhrkamp: Der Kritikerempfang! Sir Sloterdijk Las aus ’nem neuen Schelling-Dings – Kulturkampf at its best! Yeah, that the fair I like! Am Abend ging’s dann gleich bei Rowohlt weiter: Hier stand ich mit Herrn Ringel von der taz. Wir sprachen ernst. Der Nebentisch war heiter: Dort becherte das Feuilleton der FAZ. Am Donnerstag das nächste Fest: bei Fischer. Ein Reinhold Messner kletterte aufs Dach. Von hardboiled Philosophen kam Gekischer; Nur eine junge Dichtern sprach: »T-Tach …« Jetzt fällt mir’s ein!: Auch ich hab was getrunken. Bei Suhrkamp, Rowohlt; und bei Fischer auch. Die Messepartys wandeln wie Spelunken Den vollsten Kopf in einen leeren Bauch. Und Leeres ist zum Füllen wie geschaffen! Und Freitagabend war Titanic-Fest! Und dieses Füllen lässt sich herrlich straffen, Indem man Sekt und Wein und Bier – auslässt Und gleich zum Aahh …! gleich zum Averna schreitet. Zwei Ouzo drauf – wie froh man schicker is’! Mit Lenz und Greser hab ich mich gesch-streitet, Wer von uns dreien denn nu dicker is’, Dann tanzte ich mit Anna Poth! O Wonne! Ein Mond sch-stieg auf und ab. Die Nacht war lang. Der Kater kam auf roter Morgensonne. Der Mittag grau. Am Abend: FAZ-Empfang! Nichts weiß ich mehr. Ich sag es mit Noblesse: Vier Nächte ohne Schlaf tangiern mich nicht! Die Partys sind der schönste Teil der Messe, Und wer’s nicht glaubt, der schau’ mir ins Gesicht.
Thomas Gsella









