Ein unerwartet besinnliches Solo-Weihnachten
Als die Lichterketten die Straßen in ein warmes Glühen tauchen und der Duft von Tannennadeln und gebrannten Mandeln in der Luft liegt, fühle ich es jedes Jahr aufs Neue – das heranschleichende Gefühl der Einsamkeit. Als Single an Weihnachten zu sein, kann sich manchmal anfühlen, als würde man eine Party durch ein Fenster beobachten, zu der man nicht eingeladen wurde.
Dieses Jahr war anders. Vor ein paar Tagen, als die Weihnachtsfeiertage über uns hereinbrachen, fand ich mich allein wieder, ohne familiäre Verpflichtungen oder Partnerschaftsrituale. Anfangs war da diese flüchtige Panik, ein Zögern, denn wer möchte schon an einem der geselligsten Tage des Jahres allein sein?
Aber dann geschah etwas Unerwartetes. Ich fand Ruhe in der Stille. Anstatt mich in das Getümmel von Weihnachtsmärkten und Familienfeiern zu stürzen, zog ich es vor, meine eigenen Traditionen zu schaffen. Ich verbrachte den Heiligabend mit einem Buch, das schon lange auf meiner Leseliste stand, und einer Tasse heißer Schokolade. Die Kerzen brannten sanft, und ich wurde von Melodien klassischer Weihnachtslieder umhüllt, die ich selbst auswählte – nicht die üblichen, die man bis zum Überdruss im Radio hört.
Ich habe gelernt, dass das Alleinsein an Weihnachten nicht gleichbedeutend mit Einsamkeit sein muss. Ich habe mich selbst in einer Weise gefeiert, die ich mir nie hätte vorstellen können. Ich habe gekocht, was ich wollte, und habe mich in alte Filme vertieft, die mich nostalgisch werden ließen. Ich telefonierte mit Freunden, die weit weg sind, und spürte eine Verbindung, die nicht durch physische Nähe definiert ist.
In der Stille meines eigenen kleinen Weihnachtsfests fand ich eine Art Frieden. Die Erkenntnis, dass das Glück in meiner eigenen Gesellschaft genauso wertvoll ist wie in der anderer, war mein unerwartetes Geschenk an mich selbst.
Einige mögen sagen, dass ein Single-Weihnachten bedrückend sein kann, aber ich sage euch, es kann auch eine Zeit der Reflexion und des persönlichen Wachstums sein. Es ist eine Chance zu erkennen, dass man nicht Teil eines Paares sein muss, um die Schönheit dieser Jahreszeit zu empfinden oder um dankbar für das zu sein, was man hat.
Also ja, ich war Single an Weihnachten, und es war anders, aber es war auch schön. Vielleicht war es genau das, was ich in diesem Jahr brauchte – ein Fest der Selbstliebe und des inneren Friedens.




















