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The Dark Side of the Orga
â Als Geheimdiplomatie bezeichnet man diplomatische Verhandlungen zwischen Staaten, die geheim gehalten werden â
Ach was! Diese Definition von Geheimdiplomatie krempelt mein komplettes Weltbild um! Wikipedia ist immer wieder fĂŒr eine Ăberraschung gut.
âSchöne Sache, aber wie hilft mir das nun weiter?â mag sich der ein oder andere fragen, doch halt! Etwas in der Ăberschrift regt einen Gedanken an, in welche Richtung das laufen könnte. Hoffentlich. Und nein Orga steht hier nicht als AbkĂŒrzung fĂŒr Organ weswegen die kontroverse Diskussion um die Organtransplantation von dunklen Raucherlungen hier nicht hingehört. Orga- im gĂ€ngigen Sprachgebrauch fĂŒr FreizeitaktivitĂ€ten- beschreibt die Gruppe an Menschen die sich um das Organisatorische kĂŒmmern. Organisation ist vorerst einmal der Vorgang der dafĂŒr sorgt, dass eine Veranstaltung ohne Störungen von Statten gehen kann. Die Organisation des Spielablaufs ist ein separater Teil davon. Airsoft wird ohnehin meist nicht auf einer derartig professionellen Ebene betrieben, dass die Organisatoren jeweils separate Gebiete behandeln, sondern meist alle Gebiete selbst abarbeiten. Der VollstĂ€ndigkeit halber sei aber erwĂ€hnt welchen Teil ich hier meine- eben jene Organisation des Spielablaufs.Â
Warum wird nun im Hinblick auf eine eigentlich neutrale Instanz des Events ĂŒber Geheimdiplomatie gesprochen. Aus dem normalen VerstĂ€ndnis des Wortes âDiplomatieâ ist richtigerweise der Fakt enthalten, dass dafĂŒr meist 2 oder mehrere Parteien beteiligt sind.
âAn sich ist es fĂŒr Diplomatie typisch, dass sie nicht-öffentlich ablĂ€uft, denn die Gefahr, dass einer der Verhandlungspartner sein Gesicht oder das Vertrauen anderer Staaten verliert, wenn bekannt wird, zu welchen ZugestĂ€ndnissen er im Verhandlungsfall bereit ist, ist groĂ.â
Das bringt mich zu meinem Gedankengang mit wem, wie und warum die Eventorga im Sinne von Geheimdiplomatie agiert. Sollte sie das oder sollte es abzulehnen sein?
Ich will versuchen die Frage ausreichend zu behandeln in dem ich zuerst einmal die Begriffe dieser âDefinitionâ nĂ€her betrachte.
1. Staaten/FraktionenÂ
Ja, das ist natĂŒrlich ein Begriff der relativ zentral fĂŒr das Thema ist. Dem geneigten Leser dĂŒrften diese Worte gelĂ€ufig sein, mehr noch, er sollte sich darunter etwas vorstellen können. Hier sei diesen Lesern nun die Möglichkeit gegeben diesen Abschnitt zu ĂŒberspringen. _____________________________________________
FĂŒr diejenigen die das hier noch lesen: Schön dass ihr euch entweder weiterbilden wollt oder einfach nicht aufhören könnt zu lesen. Bevor wir in inter-,intra- und supranationale Politik einsteigen möchte ich mich hier gleich auf die Fraktionen beschrĂ€nken. Die TeilĂŒberschrift soll nur zur Orientierung dienen wo wir uns gerade befinden. Als Fraktion fasse ich eine abgeschlossene Zahl an Spielern zusammen, die innerhalb einer bestimmten Form der Struktur Ziele erfĂŒllt, die fĂŒr den Sieg gegenĂŒber der jeweilig Anderen nötig  sind. Diese Ziele sind unterschiedlicher Natur und können gleichzeitig oder in einer festen Reihenfolge abgearbeitet werden. Es ist fĂŒr meine Abhandlung ebenfalls sehr zutrĂ€glich, wenn man hier davon ausgeht, dass niemand in der Fraktion wissentlich negativ gegenĂŒber den Mitspielern handelt. Markenzeichen einer Fraktion ist ein gewisser Grad der ReprĂ€sentation. Dies bedeutet, dass sich jemand, oder eine kleine Zahl an Vertretern fĂŒr das Handeln der breiten Masse verantwortlich zeigt und als oberster Ansprechpartner gilt. Gemeinhin âder FraktionsfĂŒhrerâ. _____________________________________________
Nachdem nun alle auf dem selben Stand sind geht es weiter. Eine Fraktion beziehungsweise das Handeln der Spieler kann willentlich beeinflusst werden- natĂŒrlich meist im Sinne des eigenen Sieges. Dies ist nicht jedem möglich, jedoch frei nach der viel zitierten Phrase âSchĂŒtze Arsch muss nicht alles wissenâ. Man verzeihe mir das Wort. In dieser Hinsicht ist es auch unsinnig davon auszugehen, dass zwei âSchĂŒtzenâ der jeweils anderen Fraktion effektiv fĂŒr Geheimdiplomatie relevant sind. Insofern beschrĂ€nken wir uns auf die RĂ€delsfĂŒhrer und dem Kern der Sache: FraktionsfĂŒhrer treffen inoffiziell (meist) vor oder spĂ€testens wĂ€hrend dem Spiel Vereinbarungen. Teils ist dies ja auch erwĂŒnscht, wenn sich zum Beispiel auf einer âMilSimâ-OP die ISAF und die DorfĂ€ltesten zusammensetzen, um gegen einen kleinen Obolus den Insurgents eins auszuwischen. Dies gilt aber bei weitem nicht ĂŒberall. Auf einem Speedgame oder Tagesspiel mit kaum relevanter Struktur wĂ€re so ein Verhalten a) zu aufwĂ€ndig und b) total unsinnig.
Wir wissen nun zumindest, dass eine ausreichend groĂe und strukturierte Fraktion mit einem verantwortlichen ReprĂ€sentanten vorhanden sein muss, um innerhalb eines organisierten und eingerahmten Geschehens Diplomatie mit einer anderen Fraktion betreiben zu können.
Nun sind  Abwandlungen denkbar, die ich kurz ansprechen will.
a) Es sind nur zwei Fraktionen vorhanden: Diplomatie unter der Hand wĂ€re absurd, denn alleine der Ehrgeiz der FraktionsfĂŒhrer sollte Grund genug sein nicht mit dem anderen das Ergebnis abzusprechen. b) Es sind mehrere Fraktionen vorhanden: Haben die Fraktionen freie Entfaltungsmöglichkeiten, oder sollen sie starr ihre Rolle im Spiel beibehalten? Hier beginnt eben mein Gedankengang. c) Es gibt nur eine richtige Fraktion (ISAF und âRestâ) (Geheim-)Diplomatie wĂ€re wohl eines der gĂ€ngigsten Elemente in so einem Szenario.
Zu Fall b): âMehrereâ bedeutet, dass mindestens 3 Fraktionen vorhanden sind. Könnte es eventuell sein, dass auch eine Spielorga in ihrer Funktion und PrĂ€senz dazu geeignet ist im Sinne einer eigenen Fraktion zu handeln und sich eben somit âbestechlichâ zu machen? Ich hoffe ich kann das am Ende mit diesem Textes beantworten.  Â
2. Diplomatische VerhandlungenÂ
Hier kann man sich wohl eher kurz fassen. Solche Verhandlungen geschehen meistens mit der Intention, dass die Verhandlungspartner im Nachhinein bessergestellt sind als davor. Simple as that. Wie schon gesagt: bei nur zwei Spielparteien ist dies kaum möglich.
3. Geheim
Joa. Also wer sich darunter nichts vorstellen kann ist schon sehr krass. In diesem Zuge ist nur die Frage vor wem es geheim ist.Vor den Spielern? Nicht unbedingt, oder zumindest nur zum Teil. Es mag durchaus einen eingeweihten Kreis an Spielern geben, der ĂŒber die VorgĂ€nge Bescheid weiĂ. Aber ob nun lediglich eine Person, oder ein kleiner bestimmter Kreis an Leuten Kenntnis vom Stand der Dinge hat bleibt weitestgehend unbedeutend. Ob die Orga zwangslĂ€ufig ĂŒber derartige VorgĂ€nge in Kenntnis ist, beschĂ€ftigt uns hier mehr. Aber das ist in diesem Abschnitt noch unerheblich.
4. Zwischenfazit
Was haben wir nun festgestellt? Nun ja- man mag nun denken, dass es nicht wirklich viel ist- dennoch finde ich, dass es gerade nicht der Fall ist. Im Gegensatz zur realen politischen Welt geht hervor, dass unter bestimmten Gegebenheiten wirkliche Geheimpolitik unsinnig ist, da uns die Vielzahl an Akteuren fehlt. Dies ist eigentlich immer der Fall, da wir in unserem Bereich meist nur eine handvoll Fraktionen haben und nicht um die ca. 200 Staaten. Somit ergibt sich auch, dass das MaĂ an Diplomatie das betrieben werden kann sehr gering ist. Trotzdem ist es so, dass durch die mehr oder weniger festen Ziele der Fraktionen in einem begrenzten Zeitraum, die Auswirkungen von Diplomatie, offiziell oder inoffiziell, wesentlich direkteren Einfluss haben.
Ebenso muss eben die Unterscheidung getroffen werden zwischen Events, bei denen solche VorgĂ€nge explizit eingeplant bzw erwartet werden und denjenigen, bei denen solches Verhalten eher unerwartet ist, um das mal so (freundlich) auszudrĂŒcken.
Folgen
Wenn wir das, was ich jetzt in der abstrakten Theorie abgehandelt habe mal auf die RealitĂ€t beziehen sind viele unterschiedliche Ergebnisse möglich. Aber um es von vornherein zu sagen: entweder es ist ziemlicher Shit, vollkommen egal oder ein positiver Beitrag fĂŒr das Spielerlebnis. Ich habe oben bereits anklingeln lassen, dass ich die Spielorga gerne als eigene Fraktion betrachte. Sie hat zwar selbst keinen Grund dazu, durch Verhandlungen am Ende besser dazustehen, aber fĂŒr die jeweilig andere Seite trifft das sehr wohl zu. Genauso kann die Orga als Instanz das Spielgeschehen wesentlich beeinflussen- dem Handeln der FraktionsfĂŒhrer analog entsprechend, nur wesentlich mĂ€chtiger (sofern sie denn möchten).
Aber wen betrifft nun dieses Handeln? Den Spieler. Punkt.
Inwiefern es denn nun den Spieler betrifft nun oben genannt nach den drei Punkten.
I. Gar nicht. Geheimdiplomatie ist vollkommen egal.
Wohl ein Paradebeispiel ist die Borderwar. Das was an âVerhandlungenâ, wenn man es ĂŒberhaupt so nennen kann, von Statten geht kann dem Spieler vollkommen egal sein. Es lĂ€uft ohnehin immer gleich ab. Rausgehen, schieĂen und wieder ab in den Respawn zum MRE futtern. Ende der Geschichte. Es gibt wohl genug Leute die mich da bestĂ€tigen können.
II. Geheimdiplomatie trÀgt zum Spielgeschehen bei
Das trifft wohl auf OPs zu bei denen eine ungeskriptete Story vorhanden ist und Handeln von Dritten ein wesentlicher Bestandteil des Verlaufs ist. Es gibt zwar auch auf der Borderwar âDritteâ, aber wenn man als Beispiel die Dorfbewohner nimmt, so sind das doch Leute die das Wochenende zum Vollpreis chillen um sich dann irgendwann zum Kanonenfutter degradieren zu lassen. Auch bei diesem Punkt denke ich, dass mich Leute bestĂ€tigen können.Â
III. Geheimdiplomatie ist totaler Shit
Jaaaaaaa. Nun zu dem was ich im letzten Eintrag schon angerissen hatte. Ein Punkt den momentan sehr viele Leute umtreibt- die #Shitzone. OMG! WIEDER ĂRGER MIT DIESER OP???? Guess what- natĂŒrlich. Ich hatte mein Spielerlebnis beschrieben. Mir hat die OP SpaĂ gemacht, aber darum geht es hier nicht mehr. Es wurde anscheinend vor Beginn ein BĂŒndnis geschlossen sowie von einer Fraktion frĂŒher begonnen (wobei da allgemein Verwirrung herrschte). TatsĂ€chlich geht es aber um dieses BĂŒndnis, was eigentlich auch der Grund dafĂŒr war, dass das Ergebnis schon feststand. Hier ist es wirklich den Spielern gegenĂŒber gelinde gesagt einfach frech gegenĂŒber. Sie zahlen 40⏠und nehmen einiges auf sich, um ein schönes Wochenende zu verbringen. Dazu gehört auch, fĂŒr ihre Fraktion alles zu geben und sich motiviert fĂŒr den Sieg einzusetzen. Und bei einer Fraktion von ungefĂ€hr 500 Spieler kann man nicht von einer generellen Inkompetenz sprechen. Wenn nun nach allgemeiner Ăberzeugung bzw Auffassung (u.A auch meiner) ein ausgeglichenes Spiel von vornherein nicht möglich ist, dann zerstört diese Geheimdiplomatie in (vermutlich) Kombination mit Tricks und co einfach dafĂŒr, dass die OP in ihrem Kern sinnlos wird. Was nutzt es den Spielern einer Seite ĂŒberhaupt teilzunehmen, wenn bekannt ist, dass hier getrickst wird- und das mit Wissen der Orga. Nach meinem Kenntnisstand nickte diese nĂ€mlich jenes heimliche BĂŒndnis ab, obwohl dies eigentlich nicht Sinn der Sache ist. Was haben wir also in so einer Situation? Beteiligt sind die Fraktionen Brauer, Elite und Orga. Die Elite und die Brauer beteiligen sich aktiv an dem BĂŒndnis und die Orga als Mitwisser nickt es ab, da ihr selbst weder Vor- noch Nachteile entstehen. AuĂer eben, um den Anfang wieder aufzugreifenÂ
âdass sie nicht-öffentlich ablĂ€uft, denn die Gefahr, dass einer der Verhandlungspartner sein Gesicht oder das Vertrauen anderer Staaten verliert, wenn bekannt wird, zu welchen ZugestĂ€ndnissen er im Verhandlungsfall bereit ist, ist groĂ â
Wenn man als Störtruppe irgendwann nur noch auf Brauer schieĂt, weil niemand anders mehr sonst im Feld steht und man dazu die Eliteeinheit niemals auf Seiten der Diebe spielen sieht, dann beginnt man auch zu denken. Und spĂ€testens wenn man von Brauern erstaunt und verĂ€rgert gesagt bekommt: âIhr VerrĂ€ter, warum schieĂt ihr auf uns?â ist was faul. Im Sinne der Tatsache man wĂŒrde sein Gesicht verlieren, kann allerdings wohl kaum mit einer Stellungnahme gerechnet werden (Die Organisatoren wollten fĂŒr VorfĂ€lle letztes Jahr ebenfalls ein Feedback geben). Welchen Grund hĂ€tten sie auch dazu? Die Leute kommen ohnehin. Diejenigen die spielen wollten haben gespielt- schön. Diejenigen die sich aber tatsĂ€chlich Chancen und die Möglichkeit auf den Sieg ausgerechnet haben wurden enttĂ€uscht.
EndgĂŒltiges Fazit
In meinen Augen ist eine spielgestaltende Orga gleichzusetzen mit einer Fraktion, da sie (eben in meinen Augen) die meisten Kriterien erfĂŒllt, die auch regulĂ€re Fraktionen ausmacht.
Unwissenheit und Mitwisserschaft sind zwei Paar Schuhe.
Abnicken bzw Zulassung von vereinbarten BĂŒndnissen macht auch die Orga zum Teil von Geheimpolitik..
Geheimpolitik hat auf Speedgames bzw Spielen mit fast schon sportlichem (omg he didnât say that ?!) nichts zu suchen.Â
Die Leidtragenden sind die zahlenden Spieler
FĂŒr Geheimpolitik und ein von Beginn an feststehendes Ergebnis mĂŒssten eigentlich viele Spieler öffentlich die Orga ankacken, wobei es denen vollkommen wurscht sein kann, weil ja trotzdem innerhalb von einem Tag immer alle Tickets weg sind. Im vorliegenden Fall sollten sich aber mehrere Leute Gedanken machen. Die âOrgaâ (wer weiĂ, wer da im speziellen verantwortlich war. Die Eliteeinheit, die sich ohne mir verstĂ€ndlichen Sinn darauf eingelassen hat. Und Kelsoo, dem es nach meiner Ansicht und Interpretation nur darum geht zu gewinnen.
Ich weiĂ ja nicht als was sich die Beerzone sieht. Als Event, bei dem unbedingt die Brauer gewinnen mĂŒssen? Als OP bei der Zelten und Saufen wichtiger geworden ist als das Spiel? Als OP bei der immer mehr Wert auf anwesende Shops, Sponsoren und co gelegt wird?
NatĂŒrlich ist die Beerzone ein Event, dass die Leute anzieht und das auch weiterhin tun wird. Aber ein Verhalten im Sinne der genannten Geheimpolitik lĂ€sst die Orga das Gesicht verlieren und den Spieler zum wahren Leidtragenden werden.Â
Mit diesem Roman wird hoffentlich das ausreichend zum Ausdruck gebracht, was ich von den vorliegenden Dingen halte. Mein vorheriger Beitrag wurde damit kommentiert, er wĂ€re zu unkritisch. Das will ich aber jetzt zumindest ausgerĂ€umt wissen. Es ist nicht so, dass ich nicht das sehe, was ebenfalls vorgefallen ist. Der âStolzâ einiger ASler auf ihr Hobby endet hĂ€ufig in VerklĂ€rung einer Vielzahl von Dingen. Das man ĂŒberhaupt auf einem solchen GelĂ€nde spielen kann ist super- keine Frage. Aber nachdem Airsoft ein Hobby ist das man nur zusammen spielen kann, muss man eben auch sehen wie man miteinander umgeht. Jener Drang darauf unbedingt gewinnen zu mĂŒssen, indem man das Ergebnis quasi vor Beginn festlegt, ist kein feiner Zug und ist das Gegenteil von den ZĂŒgen auf denen Airsoft beruhen sollte: Ehrlichkeit Fairness SpaĂ
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