Nein, Sepp Blatter ist nicht mein Onkel. Ich nenn ihn drüben im «Runden Leder» nur immer so, weil wir Walliser einander angeblich ja eh alle verwandt sind. Tatsächlich haben Sepp und ich Ahnen aus dem selben Obergommer Dorf und Vater Natischer war ein Duz-Freund von Sepp - wobei Sepp alle duzt ... Die aktuelle Heiligsprechung von Norbert Eder feat. Klaus Stöhlker widersteht mir etwa gleich wie das allgemeine Blatter-Bashing, das weltweit Zustimmung findet. Man wird nicht FIFA-Präsident und bleibt es über viele Jahre, wenn man sich an alle ethischen Grundsätze und moralischen Regeln hält. Um an die Schalthebeln der Macht zu gelangen, muss man sich die Hände schmutzig machen. Das ist bei der FIFA nicht anders als in der Politik. Ja, überall auf der Welt. Nach oben kommt nur, wer die richtigen Hände schüttelt, schweigen/wegschauen kann und sich bei Bedarf ein bisschen bückt. Und oben bleibt nur, wer loyales Personal hat, und schaut, dass immer eine Hand die andere wäscht. Fast alle gehorchen, wenn man etwas gegen sie in der Hand hat. Die FIFA erinnert mich da immer ein bisschen an den Vatikan. Mit Sepp als unfehlbarem Papst. Unter Sepp Blatter ist die FIFA zu dem geworden, was sie heute ist. Er hat aus dem Verein ein Milliardenunternehmen gemacht. Dafür gebührt ihm Respekt. Natürlich geht das nicht ohne den einen oder anderen Trick. Es geht um zuviel Geld, als dass noch immer alles legal und moralisch richtig abgewickelt werden kann. Die Welt ist schlecht. Lebt damit. Persönlich ist mir Sepp Blatter sehr unsympathisch, seine Machtgeilheit und Selbstverliebtheit finde ich schlicht ekelhaft. Andererseits wird sich unter einem Nachfolger bei der FIFA auch nichts grundlegend ändern. Wann auch immer dieser ins Amt treten wird.