Das Leben braucht mehr Schokoguss 18 - Kostenverfolgung
Mia beschließt, Fabian zu konfrontieren. Zum einen, damit sie weiß, was sie Maja erzählen soll. Zum anderen, damit sie selber mal Klarheit hat, was da eigentlich zwischen ihnen ist. Also brezelt sie sich am andern Tag auf und geht in sein Büro.
Fabian hat aber gerade Sorgenâ„¢: Die Firma schreibt keine guten Zahlen und jetzt ist auch noch ein LKW verschwunden, mit 200kg Schokolade. Die Polizei ist schon informiert und unterwegs.
(Wenn LKW-Fahrer nicht so scheiße bezahlt wären und beschissene Arbeitsbedingungen hätten, ne…)
Also kein guter Moment. Mia spricht es trotzdem an:
„[Herumgestotter von wegen, sie finde ihn ja nicht attraktiv und überhaupt stehe das nicht zur Debatte] Also, [Maja] merkt, dass wir irgendwas vor den anderen verheimlichen, und möchte wissen, was. Außerdem fürchte ich, wenn Maja es weiß, dann weiß es ziemlich schnell auch der Rest der Firma. Deswegen dachte ich, wir sollten das besprechen.“
So weit, so vernünftig. Und was sagt Fabian dazu?
„Streite einfach alles ab oder sag gar nichts. […] Und im Notfall antwortest du einfach mit irgendeinem Filmtitel.“
„Wie soll das denn gehen?“
„ >Brügge sehen…und sterben<, >Alles, was recht ist<, >Dabei sein ist alles<. Es kommt nur auf die Betonung an. Sag es, als wäre es eine adäquate Antwort, und dann wechsle das Thema.“
So witzig ich die Vorstellung auch finde („Fabian Zuckermann, willst du Maria Magdalena Kammerer als Deine Ehefrau lieben, achten und ehren und die Ehe mit ihr nach Gottes Gebot und Verheißung führen – in guten und schlechten Tagen -, bis der Tod euch trennt?“ – „Goncharov!“) – äh – sehr hilfreich, Bruder. Das war schließlich deine Idee.
Er schickt Mia weg. Sie setzt sich ins Café und sieht zu, wie Maja einer unfreundlichen Kundin, die quasi nach Schokolade ohne Schokolade fragt („Haben Sie auch Kuchen ohne Zucker?“ – „Ja, Brot“), die ungeliebte Lakritzschokolade andreht.
Im Büro loben Vreni und Urs Mias Entwürfe. Mia fragt, ob die Zahlen wirklich so schlecht stehen. Ja, der Supermarkt sei eben riesige Konkurrenz und ihre Bio-Zutaten sehr teuer.
Dann seien 200kg Schokolade ziemlich viel, oder?
Wie sie denn auf 200kg komme?
Mia spinnt wieder irgendwas zusammen von wegen, sie wolle vielleicht einen Krimi über 200kg gestohlene Schokolade schreiben. Oder so. Und den als Marketinggag…ja.
Das Kapitel endet damit, dass sie erfährt, dass das Marketing ein Budget (!) hat und sie über Summen bis zu 500 Franken verfügen kann, ohne die Geschäftsführung zu fragen. Gasp!