"In den methodischen AusfĂŒhrungen seines Grundrisses lĂ€sst er abstrakt-deduktive Theorie gewiss neben der induktiv-beschreibenden Methode gelten, doch macht er deutlich, dass seine Sympathie, seine Ăberzeugung von der besseren LeistungsfĂ€higkeit bei Letzterer liegt.Â
Schmoller: âWer auf dem Boden der Erfahrung steht, der traut deduktiven SchlĂŒssen nie ohne weiteres.âÂ
Schmoller lieĂ sich von dem Gedanken leiten, die einzelnen wichtigen Entwicklungsreihen des volkswirtschaftlichen Lebens psychologisch, rechts- und wirtschaftsgeschichtlich zu erklĂ€ren, sie sozialpolitisch zu wĂŒrdigen, ihre zukĂŒnftige Entwicklungstendenzen nachzuweisen. Einen besonderen Stellenwert erhielt bei ihm der Zusammenhang zwischen Moral, Sitte und Recht als Faktoren der wirtschaftlichen Entwicklung in der Vergangenheit wie auch fĂŒr die Zukunft, also gerade jenen Einflussfaktoren, die durch die exakte nationalökonomische Theorie nicht oder nur unzulĂ€nglich erfasst werden.Â
Er bestritt energisch, dass die im isolierend-abstrakten Experiment gefundene Wahrheit als Erkenntnisgrundlage dienen kann. Der Mensch verhalte sich eben nicht theoriegerecht, sondern unterliege in seinem Handeln den mannigfachsten Motiven."








