Herz muss immer Trumpf bleiben!
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Herz muss immer Trumpf bleiben!

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Schafkopfen bis zum Abwinken
Die kleinen Berichte in Zeitungen am Rand des Lokalteils sind meist die interessantesten.
Hier kommen nämlich die Groß-Thematiker mit ihrer ewig faden Wirtschaftspropaganda nicht zu Wort. Vielmehr spricht das „kleine“ Leben, wie es tobt und spinnt…
Aus Sendling wird z. B. heute gemeldet, dass 6 Ortsansässige im Gasthaus „Spektakel“ ab 19 Uhr 170 (einhundertsiebzig!) Stunden lang ununterbrochen Schafkopf spielen wollten, um solcherart den bestehenden Welt-Dauerrekord von 5 Tagen, 5 Stunden und 27 Minuten gleich kantermäßig zu brechen.
Der Ober sticht den Unter!
Dass es einen solchen alten Rekord überhaupt gibt, erstaunt auf den ersten Blick, schließlich erscheint derartiges ähnlich vernünftig wie Blaubeertörtchen zu spachteln, bis einem die Peristaltik bei den Ohren herauskommt, oder sich monatelang auf eine Säule zu stellen und einen Arm hochzuhalten.
 Jedoch gibt es diese beiden Disziplinen tatsächlich, zum Teil schon seit der Antike – wieso also nicht so lange Kartendreschen, bis die Handgelenke klappern wie das Kleingeld im Einsatzteller?
 Indes fällt mir ein weiterer Grund ein, weshalb das Unternehmen sinnvoll sein könnte: Ich konnte mein ganzes Leben lang noch nie schafkopfen – bis auf eine Nacht, in der ich nach dem vierten Bier in der längst pleite gegangenen Kneipe „Vollmond“ von einem Freund gebeten wurde, als vierter Mann einzuspringen.
 Die Regeln, versprach er, seien schnell erklärt.
Tatsächlich spielte ich mit, spontan und ohne lange Einführung, stundenlang und sogar mit einigem Erfolg.
 Am nächsten Morgen hatte ich komplett vergessen, wie das Spiel geht, und alle Versuche, die Fertigkeit wiederzuerwecken, blieben erfolglos – anscheinend ist das dem Schafkopf eigen: Man darf nicht aufhören, weil man sonst für immer draußen ist.
 Drum, Männer von Sendling: Haltet durch! Am Dienstagmorgen um halb eins habt ihr den Rekord, der Rest ist Kür und Abhärtung für die Zukunft, in der ihr nicht mehr wissen werdet, was ihr da getan habt – ihr werdet es spätestens am Mittwochabend gar nicht mehr wissen wollen.