Irrelevant, zu elitĂ€r, verantwortlich fĂŒr den Niedergang der Vernunft: Der Philosoph Foucault steht heute oft in der Kritik. Die Soziologin
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Irrelevant, zu elitĂ€r, verantwortlich fĂŒr den Niedergang der Vernunft: Der Philosoph Foucault steht heute oft in der Kritik. Die Soziologin

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It starts with a mark...
Jacques Derrida, Mal dâArchiv, engl. Archive Fever, dt. Dem Archiv verschrieben (1997). Scheint ganz simpel anzufangen, aber schnell verliert man sich in einem fiesen poststrukturalistischen Labyrinth und landet, naja klar irgendwie, bei der Psychoanalyse, durch die man dann durch muss, um ĂŒberhaupt wieder irgendwo hin zu kommen.
In diesem Film-Essay sieht man fast nur Bilder von Bibliotheken statt von Archiven, aber whatever. Und eigentlich wĂŒrde mich das Buch interessieren, nur... Derrida lesen ist so sauschwer.
V karnevalu je subjekt vymazĂĄn: uskuteÄĆuje se zde struktura autora jako anonymu, kterĂœ tvoĆĂ a sĂĄm sebe pĆitom vidĂ, jako jĂĄ a jako druhĂ©ho, jako ÄlovÄka a jako masky.
Julia Kristeva: Slovo, dialog a romån / Texty o sémiotice /
Die Liebe zum verlorenen Objekt und der Todestrieb sind in der Begierde unauflöslich miteinander verstrickt.
Catherine Belsey: âPoststrukturalismusâ, S.134
Die Ideologie ist innerlich; wir sind ihre Auswirkungen; wir zitieren sie unabsichtlich jedesmal, wenn wir das 'SelbstverstÀndliche' erneut bestÀtigen.
Catherine Belsey: âPoststrukturalismusâ, S.57

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Das vitale Interesse des Subjekts ist es, nicht die Wahrheit zu hören, genauso wie es das vitale Interesse des Diskurses ist, die Auflösung des RÀtsels in der Schwebe zu lassen.
Roland Barthes: âS/Zâ, S. 177
»If your only hope is simply peace and love, you end up discarding most of what you're made of. All fantastic images, they only are apparent. Promoted by desperate hope and the need to share it.« â Bad Religion Es ist ungefĂ€hr 20 Jahre her, dass ich mir was von Bad Religion gegeben habe, merke aber jetzt; diese alten Herren sind im postmodernen Wahnsinn voller Behauptungen und Nicht-Eingelöstem, weil nur um sich selbst kreisend, mit Nachdruck zu propagieren. Grade die "No Substance" von 1998, stellt fĂŒr mich persönlich rĂŒckblickend das letzte Lebenszeichen dieser Epoche dar, in der es mir/uns eben genau darum ging: man bemĂ€ngelte das Fehlen jeder Substanz! Man war gegen den Krieg, meist auch gegen den Staat und gegen die Polypen, lĂ€sterte ĂŒber fehlende AuthentizitĂ€t, ĂŒber den Schönheitswahn und eben ĂŒber das "Unechte", wĂ€hrend man gleichzeitig lĂ€ngst Twin Peaks, oder spĂ€ter dann Donnie Darko, ohne jeden Widerspruch seinen Glauben schenkte. Pre-9/11 Unbeschwertheit. So undifferenziert und dumm dieses Getue zu der Zeit lĂ€ngst war, so notwendig und ideologiekritisch mĂŒsste es heute wieder, durchaus mit anderen Vorzeichen, in Erscheinung gebracht werden. Leider habe ich mich selbst in den 90ern vollstĂ€ndig von der Menge an Quatsch einwickeln lassen und geglaubt, Merzbow, Jandek, David Lynch und Rene Magritte seien die Bretter, die die Welt wirklich bedeuteten, und dass auch sonstige vom Himmel gefallene Abstraktionen der Quell fĂŒr meinen zukĂŒnftigen, Ă€sthetisch-geweiteten Horizont wĂ€ren. Dabei waren mir die Leute die keine 80er und 90er U.S.-Teenage-Highschool-Filme und deren Soundtracks mochten, insgeheim immer Ă€uĂerst suspekt. Falls ihr Typen das also lest: könntet ihr jetzt Nichts, bzw. John Cage hören und was darĂŒber schwurbeln, aber nicht in meine Richtung, bitte? RealitĂ€tsverweigernde Fans der GegenaufklĂ€rung gibt es mittlerweile mehr als genug in jedem Milieu und in auch in jedem Land. Die Evolutionstheorie wird ab 2019 aus den tĂŒrkischen LehrbĂŒchern verschwinden, die schmerzhaft erkĂ€mpften Rechte der Frauen werden dieser Tage selbst in den aufgeklĂ€rtesten LĂ€ndern massiv beschnitten und relativiert, Kommunikation und Sprache wird zunehmend ausgehöhlt, sodass nichts mehr etwas, bzw. alles dasselbe, und somit rein gar nichts mehr bedeutet. Dagegen zu sein ist sehr mĂŒhsam, macht aber in wenigen Momenten auch ein bisschen Freude, denn evtl. könnte man das eigene Attest, diesem Irrsinn eben nicht gĂ€nzlich verfallen zu sein, sogar Empowerment nennen. So wie es auch empowernd sein kann, mitten in der Nacht einen alten Bekannten, einen ehemaligen, sich andauernd in die befreundete WG selbsteinladenden Nachbarn, bei seinem 20. Feierabendbier in einer Eckkneipe zu treffen. Er kann sich zwar nicht mehr an den Namen erinnern, denn 13 Jahre sind scheinbar zu lang, lacht aber immer noch angeregt mit mir darĂŒber, wie er einst einen mit Kerosin (!) gefĂŒllten Schokoladenweihnachtsmann zusammen mit einer Packung roher Eier in einer Mikrowelle hat hochgehen lassen (wovon auch ein Video existiert) oder wie unser Bier durch die Decke in seine darunterliegende Wohnung suppte. Das waren die sogenannten Nullerjahre und die gelten schon heute bei vielen als erzkonservativ. Um aber Max Horkheimer zu zitieren, der das bereits in den 60ern schon wusste: »Heute kommt es aber allein darauf an, zu retten, was von der persönlichen Freiheit noch ĂŒbrig ist. Radikal sein heiĂt heute konservativ sein. [...] Cybertranseinhornkatzen mit einem Schwanz, nicht ficken zu wollen, macht einen heute jedoch bereits zu einem Rechtsradikalen.«
Vielleicht stellt sich am Ende als die unwiderstehlichste, nie befriedigte Leidenschaft die Wissbegierde heraus, also die Sehnsucht, die von der symbolischen Ordnung gesetzten Grenzen zurĂŒckzudrĂ€ngen.
Catherine Belsey: "Poststrukturalismus", S.92