Korsika
Mit dem Auto ging es diesmal zunächst über den Brenner gen Süden. Von Genua folgte eine rund 10 stündige Fahrt mit der Nachtfähre nach Bastia auf Korsika. Ich schlief dabei wunderschön unter freiem Himmel auf Deck und beim Aufwachen begrüßte mich schon die nördliche Spitze von Korsika.
Genau diese nördliche Spitze – das Cap Corse - umrundete ich am ersten Tag entgegen des Uhrzeigersinnes und fuhr die folgenden Tage weiter entlang der Westküste in den Süden.
Erstaunlicherweise ist die Insel selbst jetzt Anfang Oktober noch sehr touristisch. Abseits der Hauptrouten haben zwar viele Restaurants und Campingplätze bereits geschlossen, aber noch immer begegnete ich vielen Kreuzfahrtreisegruppen, Motorradfahrern und neben Deutschen Urlaubern auch besonders vielen Schweizern und Festlandfranzosen.
Landschaftlich hat Korsika doch einiges zu bieten. Von kleinen Badebuchten über große Sandstrände und Steilküsten – meist von hohen Bergen im Hintergrund begleitet – weist die Insel große Gegensätze auf. Vorteilhaft ist es sicher wenn man Französisch spricht, da ich mit Deutsch und Englisch häufig nur das allernötigste klären konnte. Ein kleiner Nachteil ist, dass Korsika schon relativ teuer ist. Stellvertretend ein Vergleich am Beispiel einer Eiskugel: In München kostet eine Kugel meist zwischen 1,20 € und 1,60 €. Auf Korsika kostet sie zwischen 2,50 € und 2,90 €.
Natürlich probierte ich dennoch einige lokale Speisen. Besonders die verschiedenen Käsesorten waren für mich ein Traum. “Pietra” das lokale Bier der Insel - welches zum Teil aus Kastanien erzeugt wird - konnte mich eher nicht überzeugen. Auch wenn ich sagen muss, dass es mir vergleichsweise zu jedem Pils gut geschmeckt hat. Zudem bietet die Insel jede Menge leckeres Gebäck. Besonders die verschiedenen Schokoladen-Tartes konnten mir schlecht entkommen.
Soviel zudem was mir in Korsika so aufgefallen ist. Im Folgenden noch eine Kurzbeschreibung der Reiseroute:
Zunächst umrundete ich die Halbinsel Cap Corse. Dort unternahm ich eine kleine Wanderung (in Macinaggio) und hielt an einem Strand (Barcaggio). Weiter führte mich die Umrundung in das zwischen Bergen und Meer gelegene Dorf Nonza bevor es zum Sonnenuntergang vorbei an der Desert des Agriates zum Ostriconi Strand ging.
Am kommenden Tag besuchte ich am Morgen die Stadt Calvi. Eine schöne kleine Stadt welche besonders durch ihre direkt am Meer liegende Zitadelle beeindruckt. Das nächste Ziel waren die Felsformationen der Cajancho an der rauen Nordwestküste und ein kurzer Abstecher in das Fangotal. Abschluss des Tages bildetet eine Wanderung in den Sonnenuntergang bei Piana zum Tour De Turghiu. Dies ist einer der zahlreichen an der Küste verteilten Wachtürmen aus dem 16. Jahrhundert – ein sogenannter „Genueserturm“. Eine sehr schöne Wanderung, welche zu den Highlights meines Aufenthaltes zählt.
Am nächsten Tag erkundete ich das Hinterland bei Vico. Fast einsame Straßen und zur Abwechslung keine Touristen führten mich von Rechtskurve, zu Linkskurve und so weiter, durch das Hinterland zur Hauptstadt der Insel – Ajaccio. Die Geburtsstadt von Napoleon ist eher kein Highlight und wird von Kreuzfahrtschifftouristen geflutet. Daher blieb ich nur ein paar Stunden und fuhr weiter in den Süden.
Es folgten Stopps an zwei Badestellen. An einer davon (Calanova) wollte ich auch etwas Joggen gehen. Dies war die ersten 2 km auch kein Problem, bis es schließlich über Stock und Stein ging und ich dabei sehr unglücklich umknickte. Diese Zerrung begleitet mich dann leider für einige Tage.
Über die alte Stadt Sartene führte mich mein Weg zu dem extrem spektakulär gelegenen Ort - Bonifacio. Der südlichste Ort der Insel (nur 12 km von Sardinen entfernt) thront auf einem Kalk- und Sandsteinfelsen. Diese Stadt und ihre Umgebung ist durch die Lage an diesem steil ins Meer abfallenden Felsen definitiv einen Besuch wert.
An der Ostküste verbrachte ich nun auf der Rückfahrt in den Norden nicht viel Zeit. Nach der Fahrt über den schönen aber leider Wolken verhangen Col de Bavella Pass, folgte eine Gumpenwanderung am kleinen Fluss Polischellu.
Den letzten Tag auf Korsika starte ich zunächst in der schönen Bergstadt Corte und fuhr dann trotz Sonne-Wolken-Mix an einen Strand in der Nähe von Bastia. Am Abend und zum Abschluss erkundete ich die wohl geschäftigste Stadt der Insel - Bastia.
Eine Fähre brachte mich am nächsten Morgen zurück zum Festland nach Livorno in Italien. Dort besuchte ich das benachbarte Pisa und hielt mich auf der Heimfahrt nach München noch kurz in Verona auf. Italienische Stadt bieten ja wirklich unglaublich viel Architektur und Geschichte. In diesen Städten muss man wirklich mehr Zeit verbringen um sie wirklich zu erkunden.













