Um das flottierende Wissen von der Welt nutzbar und herrschaftsfähig zu machen und dem Zugriff aller zu entziehen, wird es zugleich in pathetische Schriftdiskurse verpackt und in profitables Silizium gegossen. Die verursachte Spaltung bietet viel Konfliktpotential. Im Kampf um den Platz der Hochkultur bezeichnen Technophobe und Textophobe ihre Werkzeuge gegenseitig gerne als Fetische und Dämonen. Armeen von jungen Akademikerinnen brechen auf, um unter Anleitung postprogressiver Professoren nach allen Regeln des Wissenschaftsbetriebs die randständigen TechnoKulturen ins Reich des politisch Richtigen zurückzuholen. Jede kritische Bemerkung ist der Verflüssigung ausgesetzt und wird zur kurzlebigen Netzanekdote. Technikkritik liefert dabei eine Position, auf die sich HippieKonservative und AlternativLiberale gerne ab und an einlassen, wenn es esoterischfuturistisch wirkt und einen jugendlichverrückten Anklang hat.
Geert Lovink, Pit Schultz: »Der letzte macht das Netz aus!« Aus den Schatzkammern der Netzkritik. (Ein Cut-Up von Hans Dieter Huber). Kritische Berichte Bd. 26, Nr. 1 (1998)
https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/kb/article/view/11304/5165











