Wollen wir ehrlich sein: Niemand hat Goethe und Schiller so gekonnt parodiert wie der drittgröĂte deutsche Dichter Heinz Erhardt. Zur allgemeinen Erheiterung hier also Goethes bekannte Ballade und Erhardts Machwerk im Vergleich.
Johann Wolfgang von Goethe: Der Erlkönig
Wer reitet so spÀt durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er faĂt ihn sicher, er hĂ€lt ihn warm.
Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? -
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron und Schweif? -
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. -
»Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gĂŒlden Gewand.«
Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht? -
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In dĂŒrren BlĂ€ttern sĂ€uselt der Wind. -
»Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter fĂŒhren den nĂ€chtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.«
Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am dĂŒstern Ort? -
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau. -
»Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.«
Mein Vater, mein Vater, jetzt faĂt er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! -
Dem Vater grauset's, er reitet geschwind,
Er hÀlt in den Armen das Àchzende Kind,
Erreicht den Hof mit MĂŒhe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.