Ratgeber Arbeiten auf der Alm oder HĂŒtte /// ICH LIEBE BERGE
Neuer Post auf http://ich-liebe-berge.ch/ratgeber-arbeiten-auf-der-alm-oder-huette/
Ratgeber Arbeiten auf der Alm oder HĂŒtte
Ratgeber Arbeiten auf der Alm oder HĂŒtte â einen ganzen Sommer hoch oben verbringen, die kĂŒhle Bergluft geniessen, frische Milch und selbstgemachten ZiegenkĂ€se schlemmen und dafĂŒr auch noch Geld bekommen â das Arbeiten auf der Alm oder HĂŒtte ist fĂŒr manche die ErfĂŒllung eines Traumes. Allerdings ist nicht immer so idyllisch, wie es auf den ersten Blick scheint. Der Einsatz als Saisonarbeiter auf der Alm fordert so einiges: man muss hart im Nehmen sein, anpacken können, mit Einsamkeit klarkommen und auf warme Duschen und digitale Unterhaltung verzichten können. Wie das Leben und das Arbeiten in den Bergen tatsĂ€chlich ist, wieso das Interesse dennoch so gross ist und wo die HĂŒrden liegen, kannst du hier lesen.
Ratgeber Arbeiten auf der Alm â Jobs
Es gibt verschiedene Aufgaben, die man beim Arbeiten in den Bergen ĂŒbernehmen kann. Was ein HĂŒttenwart ganz allgemein tut, wurde oben bereits erklĂ€rt, nun gibt es aber noch weitere Jobs, denen man in den Bergen nachgehen kann.
ZunĂ€chst gibt es Sennen, welche eigentlich eine spezielle Art von Hirten sind. Sie sind fĂŒr die Milchverarbeitung zustĂ€ndig, produzieren also KĂ€se, Butter usw. Die Gehilfen werden Zusennen genannt und unterstĂŒtzen die Sennen bei ihrer Arbeit.
Dann gibt es Hirten, welche fĂŒr das HĂŒten des Viehs auf der Alp zustĂ€ndig sind. Diese bleiben manchmal sogar ĂŒber Nacht bei den Nutztieren, um sie vor Raubtieren zu beschĂŒtzen. UnterstĂŒtzt werden sie hierbei von den allseits bekannten Hirtenhunden.
Ratgeber Arbeiten auf der HĂŒtte â Traumjob HĂŒttenwart?
Der «Traumjob HĂŒttenwart» muss differenziert und kritisch angeschaut werden. Denn der Vorstellung von grosser Freiheit und eines grossen Verdienstes stehen in der RealitĂ€t etwas hĂ€rtere Fakten gegenĂŒber: Nur ein gutes Kostenmanagement und Unternehmertum kann aus einer schmalen Ertragslage herausfĂŒhren. Zudem ist das Arbeitsumfeld mit HĂŒttenbesitzer, Behörden und anspruchsvollen GĂ€sten ist nur fĂŒr robuste, motivierte und ausdauernde Leute geeignet. Des Weiteren ist es unrealistisch, ohne jegliche Erfahrung in den Bergen oder der Branche, eine HĂŒtte zu ĂŒbernehmen. Die beste Lösung hierfĂŒr ist es, EinsĂ€tze als HĂŒttenangestellte/r zu absolvieren und das Metier aus unmittelbarer NĂ€he kennenzulernen. FĂŒr die Ăbernahme einer SAC-HĂŒtte ist in den meisten FĂ€llen der Besuch des HĂŒttenwartskurses Voraussetzung und in einigen Kantonen (v.a. Wallis) ist das Wirtepatent Voraussetzung fĂŒr die FĂŒhrung eines HĂŒttenbetriebs.
In einer Sommer-und-Winter-HĂŒtte verbringt man ungefĂ€hr fĂŒnf bis sieben Monate pro Jahr, abhĂ€ngig von Höhe und Lage, wobei auch die ĂŒbrige Zeit durch die HĂŒtte beansprucht sein kann. Oft haben HĂŒttenwarte einen Zweitjob im Tal, was aber sehr gut organisiert sein sollte. Eine weitere Herausforderung kann sich HĂŒttenwarten stellen, die mit der ganzen Familie die HĂŒtte betreuen: Es ist eine grosse HĂŒrde, die HĂŒtte, Kinder, Schule und Familienleben unter einen Hut zu bringen und oftmals ist dies nur in einer Region möglich, in der die HĂŒttenwartsfamilie ein gutes Netzwerk hat.
Die fachlichen Anforderungen an den Beruf sind sehr vielfĂ€ltig: Gastronomie, KĂŒche, Service, Gastgeber, Unternehmer, Marketing, Tourismus, Kooperation und Kommunikation, BĂŒrolist, Arbeitgeber und so weiter. Daraus wird relativ schnell klar, dass die persönlichen und gesundheitlichen Anforderungen nicht zu unterschĂ€tzen sind, denn nur eine robuste, gesunde Person mit hoher Motivation und Durchhaltevermögen wird als HĂŒttenwart/in glĂŒcklich.
Ratgeber Arbeiten auf der HĂŒtte â HĂŒttenwartkurs
Da HĂŒttenwart keine geschĂŒtzte bzw. anerkannte Berufsbezeichnung ist, ist es weder durch eine Berufslehre noch durch eine Fachhochschule möglich, HĂŒttenwart zu werden. Daher sind alle HĂŒttenwarte und HĂŒttenwartinnen Quereinsteiger in ihrem Beruf. Seit 2009 bieten «Schweizer HĂŒtten» und der SAC gemeinsam einen HĂŒttenwartskurs an, der einen intensiven und umfassenden Einblick in die Branche verschafft. Der Kurs ist hierbei wie folgt aufgebaut:
15 Kurstage von MĂ€rz bis Oktober (5 Module Ă 3 Tage)
professionelle Referenten zu allen Themen (z.B. PersonalfĂŒhrung, Administration, Bewirtung, HĂŒttentechnische Kenntnisse usw.)
ein Modul findet in eine HĂŒtte statt, die anderen beiden in Fachschulen (z.B. Chur)
es gibt Lernerfolgskontrollen sowie ein Kursdiplom bei erfolgreichem Absolvieren des Kurses
ein persönliches Praktikum in einer HĂŒtte gehört ebenfalls zum Kurs
Kosten: ca. 3900 CHF
Es ist anzumerken, dass die Nachfrage nach den PlĂ€tzen des HĂŒttenwartskurses gross ist!
Zu guter Letzt stellt sich auch die Frage nach dem Lohn/Gehalt. Die Spanne der bezahlten und zahlbaren Löhne ist recht gross, wobei der Lohn von HĂŒttenangestellten von zahlreichen Faktoren abhĂ€ngt:
Alter
Erfahrungen, Know-How, Einsetzbarkeit in verschiedenen Bereichen
Ăbernahme erweiterter Verantwortung (z.B. eigenstĂ€ndiges Kochen)
Anstellungsdauer
etc.
GrundsĂ€tzlich darf eine voll eingesetzte HĂŒttenhilfe fĂŒr Arbeiten in den Bergen einen Monats-Bruttolohn von 3500 CHF erwarten. Von diesem Lohn werden je nach vertraglicher Regelung Kost und Logie sowie Sozialleistungen abgezogen.
Ratgeber Arbeiten in den Bergen â Freiwilligenarbeit Bergwald
Ein typischer Bergwald-Einsatz ist kein Ferienjob fĂŒr LangschlĂ€fer und könnte ungefĂ€hr so aussehen: Bei einer Gruppengrösse zwischen 10 und 25 Teilnehmern findet am Sonntagnachmittag die Anreise zur Unterkunft statt, wobei das GepĂ€ck meist mit Fahrzeugen transportiert wird. Nach dem Einrichtung und dem Diavortrag findet eine Vorstellungsrunde statt. Von Montag bis Freitag wird um sechs Uhr morgens aufgestanden und nach einem wĂ€hrschaften FrĂŒhstĂŒck im Bergwald gearbeitet. Nebst den Arbeiten gehört eine forstliche, halbtĂ€gige Exkursion genauso wie die UnterstĂŒtzung der Köchin beim AufrĂ€umen und Abwaschen. Ende Woche werden die Werkzeuge und die Unterkunft gereinigt und am Samstagmorgen tritt man die RĂŒckreise an.
Zu den gĂ€ngigen Arbeiten gehören Wegebau, Waldpflege, Biotoppflege, Pflanzungen, SchlagrĂ€umung, Wildschutzmassnahmen, Verbauungen und Zaunbau. Die Arbeiten werden auf die lokalen forstlichen BedĂŒrfnisse ausgerichtet und erfĂŒllen eine wichtige LĂŒcke in der Pflege des Waldes und der Kulturlandschaft.
Die UnterkĂŒnfte sind meist sehr einfache Alp- und ForsthĂŒtten oder GruppenunterkĂŒnfte, die abseits gelegen und oft ohne Strom und Warmwasser auskommen mĂŒssen.
Zur GrundausrĂŒstung gehören neben dem Bergwetter angepasste, warme Kleidung zwei Paar hohe Bergschuhe mit guter Profilsohle. Ein Regenschutz, ein Schlafsack, Taschenlampe und eine Thermosflasche sollten auch mitgebracht werden.
Anders als man vielleicht erwartet, sind forstliche Kenntnisse nicht nötig. Frauen und MĂ€nner zwischen 18 und 88 Jahren sind gleichermassen willkommen, wobei die An- und RĂŒckreise sowie die Versicherung Sache der Teilnehmenden sind. Eine Teilnahme ist kostenlos.
Ratgeber Arbeiten in den Bergen â Freiwilligenarbeit Bergeinsatz
Mit einem Bergeinsatz kann man sich freiwillig und unentgeltlich bei einer Schweizer Bergbauernfamilie engagieren, die sich in einer schwierigen Situation befindet, wobei man die Familie in ihren alltĂ€glichen Arbeiten in den Bergen unterstĂŒtzt und anpackt, wo es nötig ist. Diese BergeinsĂ€tze dienen vor allem der Entlastung und UnterstĂŒtzung von Bergbauernfamilien, die in eine stark belastende Arbeits- oder Lebenssituation geraten sind und diese nicht aus eigener Kraft bewĂ€ltigen können (z.B. Folgen eines Unfalls, Krankheit, Naturereignisse). Die von Caritas organisierte Freiwilligenarbeit beinhaltet das Leben wĂ€hrend eines frei wĂ€hlbaren Zeitraums (mind. fĂŒnf Tage) inklusive Unterkunft und Verpflegung bei einer Bauernfamilie, wobei eine Anmeldung verbindlich ist.
Die Anforderungen Ă€hneln jenen, die an einen HĂŒttenwart gestellt werden:
Alter: zwischen 18 und 70 Jahren
geistig und körperlich fit, um bei den ĂŒblichen Arbeiten eines Bergbetriebs mitzuhelfen
sorgfĂ€ltige und verantwortungsvolle AusfĂŒhrung der aufgetragenen Arbeiten
Offenheit und Toleranz sowie VerstĂ€ndnis fĂŒr die Situation der Bergfamilie
Im Gegensatz zur Arbeit als HĂŒttenwart können bei einem freiwilligen Bergeinsatz weder Kinder noch Haustiere mitgenommen werden
Integration in den Familienalltag und die Familienkultur erforderlich
Um sich fĂŒr einen Bergeinsatz anzumelden, muss man online ein Formular ausfĂŒllen und erst danach erhĂ€lt man eine E-Mail mit den persönlichen Angaben der Bergbauernfamilie sowie genaue Angaben ĂŒber Einsatz und Anreise (DatenschutzgrĂŒnde). WĂ€hrend eines Telefonats mit der Bergbauernfamilie wird der Aufenthalt detailliert besprochen.
Quellen:
Schweizer Alpen Club (SAC)
Schweizer-HĂŒtten
Bergeinsatz.ch
Bergwaldprojekt














