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Deutschland - Heimat der Erfinder_innen und Skeptiker_innen zugleich
Neuer HoffnungstrÀger: Deutschland ist mit Hardware-Startups besser beraten
»Trotz des Hypes um Berlin als kommendem Startup-Hub bleibt Deutschland bislang der groĂe Durchbruch versagt, auch weil die distanzierte Haltung der Gesellschaft zum Digitalen nicht gerade den idealen NĂ€hrboden bietet. SpĂ€testens seit 2012 gibt es jedoch einen neuen Trend und HoffnungstrĂ€ger: Hardware-Startups.«
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Kampf der Ăkosysteme: Wie sich Google gegen ein Microsoft-Comeback wehrt
Google soll die Entwicklung einer nativen Youtube-App fĂŒr Microsofts Windows Phone verhindern. Kein Zufall: Die groĂen Plattformbetreiber kommen sich immer mehr in die Quere und nutzen gegenseitige ZugangsbeschrĂ€nkungen vermehrt als Druckmittel im Kampf um die Nutzer des mobilen Webs. Microsoft wird den Platzhirschen dort zunehmend gefĂ€hrlicher.
Apple, Google, Amazon und Microsoft machen sich gegenseitig das Leben schwer. Neben Patenstreitigkeiten, die vor einer breiten Ăffentlichkeit ausgetragen werden, streiten und drohen sich die Konzerne auch im Hintergrund immer intensiver. Mit den Mitteln der Technik.
Im neuen Jahr eröffnete Google jĂŒngst diesen Reigen und sorgte mit der Meldung fĂŒr Schlagzeilen, dass man dem Wettbewerber Microsoft bewusst den Zugriff auf die Youtube-API verweigern wĂŒrde. Windows Phone ohne native Youtube-Anwendung? Unklar. Google hat Microsoft hiermit binnen kĂŒrzester Zeit zum zweiten Mal ins Visier genommen: Bereits im Dezember 2012 hatte der Suchmaschinenriese gemeldet, dass man ab Januar 2013 in Google Sync die UnterstĂŒtzung von Microsofts Exchange-Activesync-Protokoll fĂŒr NeugerĂ€te von Privatnutzern beenden werde. Keine Möglichkeit fĂŒr die Nutzer von Google-Diensten, ihre Daten via Windows Phone zu synchronisieren? Die Presse-Abteilung des Redmonder Konzerns heuchelt darĂŒber UnverstĂ€ndnis und rĂ€t Anwendern zum Umstieg von GMail auf Outlook.Â
Microsoft und Nokia: Als Tandem im Aufwind
Heuchelei? Ganz bestimmt. Insgeheim wird man sich freuen, denn die Angriffe seitens Google zeigen der Microsoft-FĂŒhrung doch, dass man auf dem richtigen Weg ist. Jahrelang belĂ€chelt, arbeiten sich die Wettbewerber wieder an einem ab und das nicht nur auf der technischen Ebene, sondern auch mit den Mitteln der Kommunikation. Der Ton wird rauher, so rau, dass sich sogar Googles Chefingenieur Vic Gundrota dazu hinreiĂen lieĂ, derart via Twitter ĂŒber seinen Ex-Arbeitgeber Microsoft zu lĂ€stern, dass er dafĂŒr intern gerĂŒgt wurde.
Dennoch schlechte Karten fĂŒr Microsoft? Mitnichten. Microsoft ist im mobilen Web wieder wer. Man wird wieder ernst genommen und deshalb bekĂ€mpft. Auch wenn Windows Phone gegenĂŒber iOS und Android bisher nur geringe Marktanteile fĂŒr sich verbuchen kann, so sind die Aussichten gĂŒnstig: WP 8 ist ein ausgereiftes System und dabei Ă€uĂerst einsteigerfreundlich.
Hardware-Partner Nokia berappelt sich gerade, und bot erstmalig seit Jahren mit der letzten Generation von GerĂ€ten der Lumia-Reihe wettbewerbsfĂ€hige Smartphone-Hardware, die sich gezielt an Smartphone-Einsteiger richtet und dabei ĂŒber die angestrebte QualitĂ€tsfĂŒhrerschaft in KameraqualitĂ€t und Navigation in den Revieren der Wettbewerber wildert.
Zwar sind die Finnen noch angeschlagen und mĂŒssen ĂŒber die Jahre verloren gegangenes Kundenvertrauen in die Marke Nokia erst wieder aufbauen, aber hier greift Microsoft dem Smartphone-Hersteller mit einem Werbekostenzuschuss â laut BranchengerĂŒchten in Höhe von 500 Millionen Euro â unter die Arme. Der Werbeaufwand, mit dem die jĂŒngeren Lumia-GerĂ€te seit deren Launch im Herbst 2012 in den Markt gedrĂŒckt werden, scheint enorm. Die Chancen stehen gut, dass man in 2013 gestĂ€rkt in den Kampf um Marktanteile im Hardware-GeschĂ€ft eingreifen kann.
Des Weiteren hat Microsoft auch fĂŒr sich selbst klug die Weichen fĂŒr 2013 gestellt: Alte Marken-Zombies wie âZuneâ wurden nun endgĂŒltig zu Grabe getragen und das Portfolio an digitalen GĂŒtern um Musik-Streaming erweitert und unter der Marke âXboxâ zusammengefĂŒhrt. Zwar hat man hier noch ein gutes StĂŒck Arbeit vor sich, um den bis dato noch mit âCore Gamingâ besetzten  und entsprechend verengten â Markenkern aufzubohren und âXboxâ als eine Service-Marke positionieren zu können, dennoch hat man sich hier richtig entschieden: Besser das Gesicht einer bekannten und positiv besetzten Marke verĂ€ndern, als eine neue aufzubauen. Zumal die bereits millionenfach installierte Hardware-Basis an Xbox-Konsolen zukĂŒnftig Chancen bietet, Home Entertainment und mobile Services eng miteinander zu vernetzten und sich so auch auf Seiten von Lizenzgebern digitaler GĂŒter als attraktiver Partner und IntermediĂ€r profilieren zu können.
Nokia: Allein gestrauchelt, aber âsoloâ beliebt: Komplexe Technikprodukte schĂŒren die Sehnsucht nach BewĂ€hrtem
Microsoft liefert in diesem ungleichen Gespann Software und Kapital, pusht massiv die Marke Windows Phone und profitiert dabei nicht nur von der immer noch hohen regressiven Markenbeliebtheit der Marke Nokia, sondern auch vom Wandel, den der Hardware-Hersteller sich gerade selbst auferlegt hat und der seine Wirkung kaum verfehlen kann: Aus der Arroganz und dem spĂ€teren Leugnen des eigenen Scheiterns in den vergangen Jahren sind die Finnen nun bestrebt, eine Tugend zu machen und die negative Entwicklung der letzten Jahre ins Positive zu verkehren: âJeder liebt ein Comeback.â
Plötzlich positioniert sich der Hersteller als gestrauchelter Riese, als Underdog, der âverstanden hat und es jetzt noch einmal wissen willâ. Das Skript, das zu diesem neuen Markenimage fĂŒhren soll, erscheint so einfach wie genial: Ăberheblichkeit, TrĂ€gheit, Scheitern, Arroganz, Einsicht, LĂ€uterung, Aufrappeln, Arbeiten, Comeback.â  Dieser Hilfsgriff auf den Drehbuch-Archetypus des US-amerikanischen Sportlerdramas verfehlt auch in der öffentlichen Berichterstattung sein Ziel nicht: Zwar sind Nokia zuletzt gute GerĂ€te gelungen, diese haben jedoch auch SchwĂ€chen, auf die oftmals aber weniger intensiv eingegangen wird als auf vergleichbare MĂ€ngel seitens der Wettbewerberprodukte: Auch der Technikjournalismus erliegt offensichtlich gern dem Reiz eines Comebacks.
Fazit: Google kontert mit ZugangsbeschrÀnkungen zu seinem Service-Tafelsilber. Zu Lasten der Nutzer.
Das Gespann Microsoft und Nokia hat sich in 2012 mĂ€chtig fĂŒr den âWettbewerb 2013âł aufgehĂŒbscht und macht sich auf, neben den Rivalen Apple und Amazon zu einer ernsthaften Bedrohung fĂŒr Google zu werden. Dem Suchmaschinenriesen bleibt dabei wenig anderes ĂŒbrig, als ĂŒber ZugangsbeschrĂ€nkungen zu seinen eigenen Service-Perlen zu kontern: Ohne stationĂ€re Hardware-Basis vergleichbar der âXboxâ, ohne eine Smartphone- und Tablet-Marke âmit Seeleâ, die Kunden gleichermaĂen mit Vertrautheit und dem Versprechen von KomplexitĂ€tsreduktion locken wĂŒrde, und ohne einen starken Vertrieb (Stichwort âNexus4-Dilemmaâ), setzt man ZugangsbeschrĂ€nkungen zu seinen beliebtesten Services als Waffen ein, um diesen wiedererstarkenden Wettbewerber in die Schranken weisen zu können. Notfalls sogar zu Lasten der Verbreitung und der bis dato positiven Images dieser Dienste selbst. Eine am Freitag bekannt gewordene Blockade von Google Maps fĂŒr Nutzer von Windows Phone 8 wurde zwar gestern mit einer mehr oder weniger ĂŒberzeugenden ErklĂ€rung wieder aufgehoben, passt aber trotzdem ins Gesamtbild.
Es is eine riskante Zukunftswette, die Google da eingeht. FĂŒr beide Parteien. Der Massenmarkt wird schlieĂlich nicht von Zukunftstrends getrieben, sondern von Nutzerfreundlichkeit und Erfahrungswerten im Hier und Jetzt: Wo Technikexperten möglicherweise nur mit den Schultern zucken, werden Marketer nervös werden. Die Masse an technischen Laien âmacht den Marktâ und fĂŒr diese gibt es die Begriffe âWeb Appâ, âHTML5âł oder âWrapped Appâ nicht. Sie existieren nicht: âEine App ist ein Icon in einem Shop, auf das man klickt, dann hat man das gleiche Icon hinterher auf seinem Screen und klickt drauf. Dann lĂ€uftâs prima. Fertig.â
Selbst wenn also die technische Entwicklung lĂ€ngst weiter ist, das Gros der Anwender ist es noch lange nicht. Gegenseitige ZugangsbeschrĂ€nkungen zur Entwicklung nativer Apps fĂŒr beliebte Services auf den Wettbewerberplattformen stellen deshalb weiterhin eine gefĂ€hrliche Waffe dar. In 2013 und darĂŒber hinaus.
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via netzwertig.com http://bit.ly/VwdhMY
Auf netzwertig.com hat Martin Weigert sehr schön einen Bogen von der unschönen Platzierung Deutschlands im Web Index 2012 zum Leistungsschutzrecht gezogen. Weigert meint, "ein Land, in dem eine derartig widersinnige, zigfach als problematisch erwiesene und einen weitflÀchigen Kollateralschaden in Kauf nehmende Initiative von den politischen Entscheidern durchgesetzt wird, offenbart grundlegende Defizite, was die KompatibilitÀt vorherrschender Werte und Denkweisen mit den neuen Dynamiken des Netzes angeht."
Das mag polemisch klingen, aber ist meines Erachtens vollkommen richtig. Das Leistungsschutzrecht ist eine Reaktion der deutschen Presseverlage auf einen Kontrollverlust. Sie reagieren da nicht anders, als es in Deutschland "normal" zu sein scheint. "Das Leistungsschutzrecht ist dabei ein in Gesetzform gegossener Ausdruck dieser InkompatibilitÀt.", wie Weigert meint. Dazu fÀllt mir die treffende Analyse von Ben Scott zu den Unterschieden zwischen Deutschen und Amerikanern ein: "In Germany it's not about Steve Jobs."
Meine Posts zum Leistungsschutzrecht:
05.03.2012: "Mit dem Leistungsschutzrecht sind die WĂŒrfel endgĂŒltig gefallen"
07.03.2012: "Hey Verlage, wo wollt ihr mit der Knarre hin!?"
08.03.2012: "Netzpolitiker von der CDU und CSU zweifeln am Sinn des Leistungsschutzrechtes"
09.03.2012: "Jakob Augstein bietet dem âAnti-VisionĂ€râ Parole"
14.08.2012: "BMJ arbeitet am dritten Entwurf eines Leistungsschutzrecht"
30.08.2012: "Bundeskabinett beschlieĂt gegen alle Vernunft Leistungsschutzrecht"