Geflügelte Worte: „Immer der Nase nach“
Ja, es mag rein von der Ausstattung her auch nicht anders möglich zu sein, als stets der Nase nachzulaufen. Immerhin thront das liebe Riechorgan mitten in unserem Gesicht. Es gibt so die Richtung an. Über die Form und Länge machen sich nicht erst seit der heutigen Zeit die Menschen ihre Gedanken vor. Doch falls man nicht mehr als vermeintliche Kräuterhexe abgestempelt werden mag, gibt es mittlerweile eine bestimmte Berufsgruppe, die sich gegen Geld um die Behebung dieses vermeintlichen Defizits kümmert. Für die Redensart bringt uns das liebe Näschen an sich jedoch nicht weiter. Ob nun lang, spitz, krumm, kurz, dünn oder dick – die Nase sollte nicht auf ihre Erscheinung reduziert werden. Denn wie so oft im Leben kommt es auf die inneren Werte an! Und riechen können wir alle wie die Weltmeister!
Auch schon zu Zeiten des Mittelalters, wo man den eigentlichen Ursprung des obigen Ausspruchs vermutet, hat das Näschen seine Arbeit getan. Doch was es damals alles zu schnuppern gab, kann man sich heute wohl nur noch in seinen kühnsten Träumen vorstellen. Fragte jemand im Mittelalter also nach dem Weg, beispielsweise zur nächsten Burg oder dem Marktplatz sollte er sich einfach seines Riechorgans bedienen. Der Duft sollte schon dafür sorgen, dass er die richtige Spur einschlug. Sehr lecker, möchte man meinen. Eine Burg, so nimmt man allgemeinhin an, war bestimmt auch einst wie heute von weitem schon zu sehen. Ganz ausgeschlossen mag dies nicht sein. Doch da niemand ein Handy mit GPS-Funktion besaß, musste man sich zur genauen Ausrichtung eben lieber auf seine Nase verlassen. Aufgrund fehlender Kläranlagen und Abwassersysteme brauchte man in aller Regel auch kein Spürhund zu sein.
Die Nase in den Wind, die Augen geschlossen und schön tief ein- und ausatmen. Wozu Fäkalien im Burggraben doch alles nützlich waren! Vor allem im Sommer muss dies ein Heidenspaß für allerlei Fliegen und Brummer gewesen sein...
















