Bitcoin Solo Mining fĂŒr Zuhause: Meine Erfahrungen mit dem MARS LANDER V2
Bitcoin Mining â fĂŒr viele ein faszinierendes Thema, aber meist verbunden mit groĂen Farmen, lauten LĂŒftern und enormem Stromverbrauch. Doch es geht auch anders: kompakt, leise (na ja, fastâŠ), mit WLAN, OLED-Display und stylischen RGB-LEDs. Der MARS LANDER V2 Solo Bitcoin Miner von BitcoinMerch.com verspricht genau das â ein schickes Gadget fĂŒr zu Hause, das ganz ohne komplizierte Einrichtung in wenigen Minuten startklar sein soll. https://youtu.be/MRZY-kNbzKw Ich habe das GerĂ€t kostenfrei fĂŒr ein Review erhalten und war sehr gespannt: Kann ein Solo Miner fĂŒr knapp 475 Dollar wirklich ĂŒberzeugen? Und wie schlĂ€gt er sich im Vergleich zu anderen Lösungen, wie etwa dem Bitaxe Gamma, den ich bereits auf meinem Blog vorgestellt habe?
In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf meine Reise: Von den ersten EindrĂŒcken ĂŒber die Inbetriebnahme bis hin zu meinen ganz persönlichen Erfahrungen mit dem MARS LANDER V2 â ehrlich, transparent und ohne Marketing-Blabla.
Was ist der MARS LANDER V2 eigentlich?
Beim MARS LANDER V2 handelt es sich um einen sogenannten Solo Bitcoin Miner, der es ermöglicht, direkt am eigenen GerĂ€t ohne Mining Pool auf die Jagd nach neuen Bitcoin-Blöcken zu gehen. Das Konzept âSolo Miningâ klingt zunĂ€chst verlockend, denn wer einen Block findet, kassiert die komplette Belohnung â aktuell immerhin 3,125 BTC nach dem letzten Halving (Stand April 2024). Der MARS LANDER V2 hebt sich dabei deutlich von klassischen Mining-GerĂ€ten ab: Er setzt auf einen Raspberry Pi Zero 2 W als HerzstĂŒck, kombiniert mit einem GekkoScience COMPAC F Laptop Combo Stickminer, der die eigentliche Mining-Leistung liefert. Optisch ist das Ganze sehr ansprechend gestaltet: Ein kleines OLED-Display informiert live ĂŒber wichtige Daten wie: - die zugewiesene IP-Adresse, - den aktuellen Bitcoin-Preis, - den aktuellen Blockpreis, - sowie die Anzahl der gefundenen Blöcke.
Dazu kommen acht RGB-LEDs, die sich bequem per IR-Fernbedienung steuern lassen â eine nette Spielerei, die dem GerĂ€t einen gewissen âGadget-Charmeâ verleiht.
Die Herstellerbeschreibung liest sich fast wie das Datenblatt eines modernen Smart Home GerĂ€ts: âïž Einrichtung in wenigen Minuten per Smartphone oder PC âïž Betrieb ĂŒber WLAN â kein LAN-Kabel notwendig âïž Stromverbrauch unter 17âŻW â etwa so viel wie eine einzelne LED-Lampe âïž Laut Hersteller: âGuaranteed to mine successfully â or your money backâ Doch was steckt wirklich dahinter? Und wie schlĂ€gt sich das GerĂ€t in der Praxis? Genau darum geht es in den nĂ€chsten Kapiteln.
Technische Daten und Ausstattung
Bevor es an den praktischen Test geht, werfen wir zunĂ€chst einen Blick auf die technischen Details des MARS LANDER V2 Solo Miners. Denn die Hardware-Kombination und das Konzept hinter dem GerĂ€t unterscheiden sich deutlich von klassischen Mining-Rigs. Basis: Raspberry Pi Zero 2 W Das HerzstĂŒck des MARS LANDER V2 bildet ein Raspberry Pi Zero 2 W, ein kompakter und stromsparender Einplatinencomputer, der fĂŒr die Steuerung und das Setup des Miners verantwortlich ist.
Raspberry Pi Zero 2 W Hier die wichtigsten technischen Daten des Pi Zero 2 W: FeatureDetailsProzessorBCM 2710A1, 64-bit ARM Cortex-A53 Quad-Core @ 1 GHzArbeitsspeicher512 MB RAMWLAN2.4 GHz 802.11 b/g/nBluetooth4.2 / Bluetooth Low Energy (BLE)AnschlĂŒsse1x micro-HDMI (Typ C), 1x micro-USB (Daten), 1x micro-USB (Strom)SpeichermicroSD-Slot fĂŒr das BetriebssystemGPIOUnbestĂŒckter 40-Pin GPIO ConnectorAbmessungen65 x 30 x 5 mm Mining-Einheit: GekkoScience COMPAC A1 Laptop Combo Das eigentliche Mining ĂŒbernimmt beim MARS LANDER V2 das aufgesteckte Modul GekkoScience COMPAC A1. Dabei handelt es sich um einen USB-Stick-Miner, der auf dem BM1397 ASIC-Chip basiert â bekannt aus der Antminer S17-Serie.
Der COMPAC A1 bietet laut Hersteller eine Hashrate von 300 bis 500âŻGH/s, abhĂ€ngig von der gewĂ€hlten Spannung und KĂŒhlung. In meinem Test erreichte das Modul eine Leistung von 297,81âŻGH/s, was sich eher im unteren Bereich dieser Spannweite bewegt. Hier scheint der Fokus bewusst auf StabilitĂ€t und Energieeffizienz zu liegen, statt auf maximaler Leistung. Interessant: Diesen USB-Miner kannst du auch unabhĂ€ngig vom Mars Lander v2 direkt an einem Windows-PC betreiben. Eine ausfĂŒhrliche Anleitung dazu findest du auf der offiziellen Seite unter: How to Set Up and Use the Compact A1 USB Miner on Windows Das macht den COMPAC A1 zu einem flexiblen GerĂ€t, das nicht zwingend an den Mars Lander gebunden ist. KĂŒhlung und LautstĂ€rke Die KĂŒhlung des COMPAC A1 Sticks ĂŒbernimmt ein 40âŻmm LĂŒfter, der direkt auf dem Modul sitzt. Dieser sorgt zwar fĂŒr eine zuverlĂ€ssige WĂ€rmeabfuhr, ist jedoch im Betrieb deutlich hörbar â vor allem wenn das GerĂ€t auf einer harten TischoberflĂ€che steht.
Ein einfacher, aber wirkungsvoller Trick zur Reduzierung der LautstĂ€rke: Ich habe dem GehĂ€useboden des MARS LANDER V2 vier kleine SilikonfĂŒĂe spendiert. Diese entkoppeln das GerĂ€t spĂŒrbar vom Schreibtisch und senken die Ăbertragung der Vibrationen deutlich â das macht den Miner zwar nicht flĂŒsterleise, aber die LautstĂ€rke ist damit wesentlich angenehmer.
Wer es noch leiser möchte, könnte â Ă€hnlich wie bei meinem Umbau des Bitaxe Gamma 601 â den StandardlĂŒfter gegen einen hochwertigeren Noctua-LĂŒfter austauschen. Diese LĂŒfter sind bekannt fĂŒr ihren leisen und effizienten Betrieb und könnten auch dem MARS LANDER V2 gut tun. Energieverbrauch Ein groĂer Vorteil gegenĂŒber klassischen Minern ist der vergleichsweise geringe Stromverbrauch. Laut Hersteller benötigt der MARS LANDER V2 weniger als 17âŻW â das entspricht ungefĂ€hr dem Verbrauch einer einzelnen LED-Lampe. Ich habe den Stromverbrauch selbst nachgemessen, um diese Angabe zu ĂŒberprĂŒfen: Mit Hilfe eines Shelly Plug S Gen3 habe ich eine Leistungsaufnahme von 14,5 Watt im Betrieb ermittelt.
Damit bestĂ€tigt sich: Der MARS LANDER V2 ist tatsĂ€chlich ein echtes Low-Power-GerĂ€t â auch wenn die Hashrate im Vergleich zu groĂen Mining-Rigs natĂŒrlich deutlich geringer ausfĂ€llt. FĂŒr alle, die einfach mal das Thema Solo Mining ausprobieren möchten, ohne gleich Angst vor der nĂ€chsten Stromrechnung zu haben, ist das auf jeden Fall ein Pluspunkt. Stromverbrauch & Betriebskosten des MARS LANDER V2 Bei einem gemessenen Stromverbrauch von 14,5âŻWatt und einem Strompreis von 0,30âŻâŹ/kWh ergeben sich folgende Kosten im Dauerbetrieb: ZeitraumVerbrauchskostenpro Tagca. 0,10âŻâŹpro Wocheca. 0,73âŻâŹpro Jahrca. 38,11âŻâŹ đĄ Hinweis: Der tatsĂ€chliche Strompreis kann je nach Anbieter variieren. Diese Werte dienen als Beispielrechnung bei Dauerbetrieb rund um die Uhr.
Lieferumfang
Der MARS LANDER V2 wird als fertig aufgebautes KomplettgerĂ€t geliefert â das heiĂt, es muss nichts mehr zusammengesteckt oder gelötet werden, alles ist direkt einsatzbereit. Besonders angenehm: Auch das AcrylgehĂ€use ist bereits vollstĂ€ndig montiert und transparent gestaltet, sodass man die Technik im Inneren gut sehen kann. Zum Lieferumfang gehören: - â Der MARS LANDER V2 (komplett aufgebaut) inklusive transparentem AcrylgehĂ€use - â microSD-Kartenleser fĂŒr die einfache DatenĂŒbertragung am PC - â 32âŻGB microSD-Karte (bei mir war sogar schon eine im Pi eingesetzt â ob das beabsichtigt ist, kann ich nicht sagen, praktisch ist es aber allemal) - â 5V â 3A Netzteil (mit Stecker fĂŒr das US-Stromnetz) - â IR-Fernbedienung, um die RGB-LEDs bequem zu steuern - â Ein paar Sticker sowie KĂ€rtchen mit QR-Codes, die direkt zur Anleitung und Einrichtung fĂŒhren
Ein positiver Punkt, der mir direkt aufgefallen ist: Es wird keine billige No-Name microSD-Karte verwendet, sondern eine solide Speicherkarte von SanDisk (Typ microSD HC I, 32âŻGB). Das ist erfreulich, denn gerade bei Mining-GerĂ€ten, die 24/7 laufen sollen, ist eine zuverlĂ€ssige SD-Karte wichtig. Was du selbst noch besorgen musst Da das Netzteil fĂŒr den US-Markt ausgelegt ist, benötigst du fĂŒr den Betrieb in Deutschland noch einen passenden Adapter fĂŒr EU-Steckdosen. Solche Adapter gibt es bereits fĂŒr wenige Euro, z.âŻB. bei ebay.de oder amazon.de. đĄ Tipp: Wer das GerĂ€t langfristig betreiben möchte, könnte auch ĂŒberlegen, ein gutes 5V-3A Netzteil mit EU-Stecker direkt zu verwenden â das vermeidet mögliche Wackelkontakte durch billige Adapter.
Erste Inbetriebnahme und Einrichtung
Die Einrichtung des MARS LANDER V2 erinnert an die Vorgehensweise, die man bereits von anderen Solo Minern wie dem NerdMiner kennt â und sie ist erfreulich unkompliziert gelöst. WLAN-Einrichtung per Access Point Nach dem Einschalten startet der MARS LANDER V2 zunĂ€chst als WLAN-Access-Point mit dem Namen: MARSLANDER_SETUP Auf dem integrierten OLED-Display werden sowohl der Name des WLANs (SSID) als auch die zugehörige IP-Adresse zur Konfiguration direkt angezeigt â das erleichtert die Einrichtung enorm, da man die Informationen sofort am GerĂ€t ablesen kann.
Die IP-Adresse zur Konfiguration lautet: 192.168.5.1 Nach dem Verbinden mit dem Access Point ruft man diese IP einfach im Browser auf (egal ob ĂŒber Smartphone, Tablet oder PC) und gelangt so zum KonfigurationsmenĂŒ. Dort trĂ€gt man die Zugangsdaten fĂŒr das eigene WLAN ein. â ïž Wichtig zu beachten: Der verbaute Raspberry Pi Zero 2 W unterstĂŒtzt nur 2,4âŻGHz WLAN-Netze. Falls dein Router ausschlieĂlich 5âŻGHz nutzt oder die SSIDs fĂŒr 2,4âŻGHz und 5âŻGHz nicht getrennt sind, solltest du das vor der Einrichtung prĂŒfen. Bitcoin Wallet nicht vergessen! Neben der WLAN-Konfiguration ist ein weiterer, entscheidender Schritt notwendig: Die Eingabe der eigenen Bitcoin Wallet Adresse. Nur so kann das GerĂ€t im Erfolgsfall den gefundenen Block auch an dich auszahlen. Ohne eine gĂŒltige Wallet-Adresse wĂŒrde das Mining zwar laufen, der gefundene Block wĂŒrde dann aber nicht dir gutgeschrieben werden.
Erweiterbarkeit & Upgrades
Ein interessantes Detail am MARS LANDER V2 ist die seitlich verbaute USB-Schnittstelle, die nicht nur fĂŒr Firmware-Updates dient, sondern auch zum Anschluss zusĂ€tzlicher Miner genutzt werden kann. BitcoinMerch.com bietet hierfĂŒr ein offizielles Upgrade-Kit an, das aus folgenden Komponenten besteht: - 3x GekkoScience COMPAC F oder A1 Miner - zusĂ€tzlicher LĂŒfter zur KĂŒhlung (Performance oder RGB LĂŒfter) - passender USB-Hub Mit diesem Erweiterungs-Set lĂ€sst sich die Gesamthashrate auf bis zu 1,05âŻTH/s steigern â und das bei weiterhin kompakten Abmessungen. Der Miner wird dadurch deutlich leistungsfĂ€higer, bleibt aber im Vergleich zu einem groĂen ASIC-Rig immer noch leise und wohnzimmertauglich. PreisĂŒbersicht (Stand April 2025): VariantePreis (USD)Upgrade-Kit mit 3x COMPAC F629,99âŻ$Upgrade-Kit mit 3x COMPAC A1929,99âŻ$ â ïž Wichtig: Diese Preise gelten fĂŒr das offizielle Zubehör von BitcoinMerch.com und können je nach VerfĂŒgbarkeit und Marktentwicklung variieren. Damit bietet der MARS LANDER V2 eine flexible Einstiegslösung ins Bitcoin Solo Mining, die sich â bei entsprechender Investition â durchaus leistungsseitig erweitern lĂ€sst.
Fazit: MARS LANDER V2 â stylisches Mining-Gadget mit SchwĂ€chen
Nach einigen Tagen mit dem MARS LANDER V2 bin ich ehrlich gesagt etwas zwiegespalten. Einerseits ist das GerĂ€t ein echter Hingucker: Das transparente GehĂ€use, das OLED-Display und die steuerbaren RGB-LEDs verleihen dem Solo Miner einen modernen und hochwertigen Look. Die einfache Einrichtung ĂŒber den integrierten Access Point funktioniert ebenfalls reibungslos. Auf der anderen Seite muss man klar sagen: Die maximale Hashrate von 250âŻGH/s (mit COMPAC F) oder 500âŻGH/s (mit COMPAC A1) ist im Vergleich zu anderen Solo Mining GerĂ€ten wie dem Bitaxe Gamma 601 deutlich geringer. Gerade wenn man den Preis betrachtet â rund 475âŻ$ fĂŒr die Basisversion des Mars Lander V2 â fĂ€llt auf, dass der Bitaxe Gamma 601 mit einem Preis von etwa 240âŻ$ in der besten AusfĂŒhrung deutlich mehr Leistung bietet (nĂ€mlich 1,2âŻTH/s) und zusĂ€tzlich mit AxeOS ein sehr detailliertes Webinterface fĂŒr die Ăberwachung und Steuerung mitbringt. Besonders interessant â und auch ein wenig kritisch zu betrachten â finde ich die Aussage auf der Produktseite: âMine Bitcoin successfully, GUARANTEED! or your money backâ In der Praxis ist es allerdings nahezu unmöglich, einen Solo-Blockfund zu garantieren, da dies auch mit einer hohen Hashrate immer noch hauptsĂ€chlich von GlĂŒck abhĂ€ngt. Diese Garantie sollte also mit Vorsicht interpretiert werden. Wie geht es weiter? Read the full article













