Der zweite Tag des Literaturcamps Heidelberg ist rum. Das ist gleichermaĂen schade und gut, denn ich kam bereits morgens nicht so richtig in die GĂ€nge. Mit einer eigenen Session im zweiten Slot habe ich dann auch den kompletten ersten Slot sausen lassen, trotz groĂartiger Angebote.
Mit nur 5 Teilnehmern in âSchreiben ĂŒber Menschen mit Behinderungenâ entwickelte sich dann eine richtig gute Diskussion ĂŒber Behinderung in der Gesellschaft und wie sie sich dann eben auch in der Literatur darstellt. Erfreulicherweise waren alle Teilnehmer bereits fĂŒr das Thema sensibilisiert â was natĂŒrlich leider auch bedeutet, dass das Thema nicht die Leute erreicht hat, die es eigentlich nötig hĂ€tten. đ
Die Zeit ist wie im Flug vergangen, was leider dazu fĂŒhrte, dass ich an sich wichtige Themen wie âInspiration Pornâ nicht mehr ansprechen konnte.
https://twitter.com/Felicea/status/1008452908667555840
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Auf die Session nach dem Mittagessen hatte ich mich bereits sehr gefreut. Ingeborg @eBookerei fĂŒhrte uns in Sketchnotes ein, ein Thema mit dem ich mich seit langem beschĂ€ftigen wollte. Ingeborg hielt sich auch nicht lange mit der grauen Theorie auf. Die Teilnehmer durften schnell zeigen, ob sie, wie die meisten behaupteten, wirklich nicht zeichnen können.
Spoiler: mit den Sketchnotes-Grundformen wird man zwar nicht zum groĂen KĂŒnstler, aber man bekommt doch sehr schnell zumindest wiedererkennbare visuelle Darstellungen von Begriffen aufs Papier (fĂŒr das sich am Besten glattes Farbkopierer-Papier eignet).
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AnschlieĂend war meine Kraft eigentlich schon aufgebraucht, ich entschied mich aber dennoch, die Session von Lars Fischer von Spektrum aka @fischblog zu besuchen. Lars beschĂ€ftigte sich mit dem Thema, dass gerade âschwierigeâ Themen, die zum Beispiel Wissenschaft betreffen durch eine lockere Ansprache der Leser entzaubert werden mĂŒssen und auch emotional belastende Themen, wie Krankheit oder Tod, davon profitieren. (Mit Grenzen.)
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Lars Herangehensweise an komplexe Themen, kleine Modulblöcke (aka AbsĂ€tze) fĂŒr je eine Idee, ein Konzept oder ein Argument zu schreiben und dann die bestehenden Blöcke solange zu schieben, bis sich ein guter Argumentationsfluss findet, muss ich definitiv auch ausprobieren. Ich hĂ€nge mich zu oft dabei auf, gleich auf den ersten Versuch die richtige Struktur hinbekommen zu wollen.
Dann war das Litcamp leider schon rum. Leider und doch zum GlĂŒck, denn die Energie war weg. FĂŒr das nĂ€chste Jahr werde ich es wohl bei maximal einer Session belassen um besser mit meiner Kraft zu haushalten.
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Positiv fiel mir dieses Jahr auf, dass sehr viele neue Teilnehmer dabei waren, sich der Schwerpunkt der VortrÀge etwas von technischen Aspekten der Buchproduktion oder (Selbst-)Marketing wegbewegt hatte, hin zu sozialen Aspekten des Schreibens und der Verantwortung der Autoren.
Es gab mehrere Sessions die sich mit DiversitĂ€t in der Literatur (oder der fehlenden) beschĂ€ftigt haben, es gab eine Session zu emotionalem MiĂbrauch, der unreflektiert in YA-BĂŒchern als typische Beziehung dargestellt wird, es gab eine Session zur Darstellung psychischer Krankheiten, sowie eine zur Darstellung ethnischer Minderheit und problematischem Eurozentrismus. Da technische, handwerkliche oder gar allgemeinbildende Sessions auch nicht fehlten, war das Angebot fĂŒr die Teilnehmer in diesem Jahr viel breiter â schlicht diverser â und das hat der Veranstaltung sehr gut getan.
Die Stimmung war auch in diesem Jahr wieder exzellent, alle Teilnehmer enorm motiviert und hilfreich, so dass es ein wirklich rundes Wochenende war.
Trotz kleiner Wermutstropfen, wie dem Umstand, dass die Vortragenden im groĂen Saal teilweise wirklich vor leeren StĂŒhlen standen, weil viele Teilnehmer gezielt andere Sessions besuchten. Das Feature, die stark nachgefragten Sessions anschlieĂend auf Youtube nachschauen zu können, hat quasi DornbĂŒsche durch den Hauptraum treiben lassen.
Es war aber insgesamt ein wirklich schönes Wochenende.
Mein Dank geht auch an Klaus, dank dem sich die Anfahrt fĂŒr mich bereits zum dritten Mal problemlos und unterhaltsam gestaltete.
Nach dem Litcamp ist vor dem Litcamp. Bis nÀchstes Jahr.
Literaturcamp Heidelberg 2018 â Tag 2 Der zweite Tag des Literaturcamps Heidelberg ist rum. Das ist gleichermaĂen schade und gut, denn ich kam bereits morgens nicht so richtig in die GĂ€nge.