Schulstreik gegen Wehrpflicht
Aktionstag gegen WiedereinfĂŒhrung der Wehrpflicht
FĂŒr Freitag, den 5. Dezember, hat der "Bundesausschuss Friedensratschlag" auf seinem 2-tĂ€gigen Kongress in Kassel zu einem bundesweiten Aktionstag gegen eine etwaige WiedereinfĂŒhrung der Wehrpflicht aufgerufen. Weitere KriegstĂŒchtigkeits-kritische NGOs haben sich angeschlossen.
Womit droht die Bundesregierung?
Das neue Wehrdienstgesetz sieht vor
einen "Aufwuchs" der Bundeswehr von derzeit 180.000 Soldaten auf mindestens 260.000,
alle Jugendlichen ab dem Jahrgang 2008 werden ab Januar 2026 einen Fragebogen erhalten, MĂ€nner werden verpflichtet ihn auszufĂŒllen,
ab dem 1. Juli 2027 sollen dann obligatorische Musterungen, also Untersuchungen zur Eignung fĂŒr den MilitĂ€rdienst folgen,
geplant sind dann (fĂŒr MĂ€nner verpflichtend) bis zu 300.000 Musterungen jĂ€hrlich,
klappt es mit dem "freiwilligen Wehrdienst" nicht, kĂŒndigt die Bundesregierung bereits an, dann zur sogenannten "Bedarfswehrpflicht" ĂŒberzugehen,
auĂerdem wird angestrebt 200.000 ReservistInnen aufzustellen.
Die schreiende Ungerechtigkeit
Wer diesen "freiwilligen Wehrdienst" leistet, bekommt im Monat 2600 Euro brutto und einen bundesweiten Freifahrtschein fĂŒr die Bahn (wenn sie denn kommt), wer freiwillig zivilen Dienst in einem Pflegeheim oder Krankenhaus leistet, erhĂ€lt maximal 644 Euro. Das entspricht einem Stundenlohn von unter 4 Euro und demonstriert nachdrĂŒcklich, wie wenig wertgeschĂ€tzt die Arbeit im sozialen Bereich in diesem Land weiterhin ist, schreibt uns eine Leserin.
Diese Tatsache macht auch deutlich, dass es der derzeitigen Politik nicht darum geht die Probleme im Land, wie z.B. den FachkrÀftemangel insbesondere im Bildungs-, Pflege- und Gesundheitsbereich zu verringern, sondern durch die "Entnahme" von zusÀtzlichen 80.000 Menschen im besten arbeitsfÀhigen Alter - hoffentlich nicht bis in den Tod - den Stillstand im Land zusÀtzlich zu verstÀrken.
Die Abwerbung junger Menschen aus dem normalen Arbeitsleben soll ergĂ€nzend zu den 2600⏠Monatssold noch durch zusĂ€tzliche Ausbildungsangebote wie IT-LehrgĂ€nge oder ZuschĂŒsse zu PKW- und LKW-FĂŒhrerscheinen unterfĂŒttert werden. Diese gesellschaftsschĂ€dliche Politik kommt aus den gleichen MĂŒndern, die uns in der Vergangenheit mit ihrer CDU Hassrhetorik "Das Boot ist voll!" und "Kinder statt Inder" von den menschenrechtlichen Grundlagen unsere Asylpolitik - und einem möglichen Weg zur Linderung des FachkrĂ€ftemangels in Deutschland - weggefĂŒhrt haben.
Schulstreik gegen KriegstĂŒchtigkeit
Handreichung fĂŒrs Ausmustern
Neben dem Widerstand gegen die aktuelle "KriegstĂŒchtigkeit" ist leider auch wieder wichtig, die "kleinen Tipps und Tricks" zur Vermeidung einer Einberufung aus den Analen der bundesdeutschen Geschichte herauszukramen. Denn wĂ€hrend sich die Bundeswehr mit der nebenstehenden Grafik geschichtsvergessen in Szene zu setzen versucht, gibt es noch viele Menschen, die sich noch gut an ihren "Kampf" mit der Musterung bis zu Verweigerung erinnern können.
Dazu macht der unten verlinkte Artikel aus der taz VorschlĂ€ge. Lediglich der bis 1989 erfolgreiche Trick des Umziehens ins "entmilitarisierte" West-Berlin wo es keine Wehrpflicht gab, ist aktuell nicht mehr möglich. Welche der beschriebenen körperlichen oder psychischen Leiden mit welcher Wahrscheinlichkeit zur Ausmusterung fĂŒhren können, Ă€ndert sich stĂ€ndig mit der "aktuellen Dringlichkeit".
Die sicherste Möglichkeit keinen Kriegsdienst machen zu mĂŒssen, bleibt die grundgesetzlich garantierte Verweigerung des Wehrdienstes. Dabei haben frĂŒhzeitige Verweigerer den Nachteil bei einer Ablehnung erst recht "gezogen" zu werden, aber auf der anderen Seite den Vorteil nach einer Anerkennung auch noch bei eventuellen VerschĂ€rfungen der Gesetzeslage geschĂŒtzt zu sein. Zu den rechtlichen Möglichkeiten und um Hilfe beim Verfahren geht es auf den Seiten von KriegsdienstBlocker.de.
Die Veranstaltungen zum 5.12. werden wir unter Termine auffĂŒhren sobald wir konkrete Daten dazu haben.
Mehr dazu bei https://www.deutschlandfunk.de/aktionstag-gegen-wehrpflicht-geplant-100.html
und https://perspektive-online.net/2025/11/die-wehrpflicht-kommt-protest-angekuendigt/
und https://taz.de/Wiedereinfuehrung-vom-Wehrdienst-Tipps-und-Tricks-um-ausgemustert-zu-werden/!6124583/
Kategorie[21]: Unsere Themen in der Presse Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/3Ls
Link zu dieser Seite: https://www.a-fsa.de/de/articles/9348-20251118-schulstreik-gegen-wehrpflicht.html