DIE HERAUSFORDERUNG
Flüchtlinge müssen sich in Österreich in vielen Bereichen neu orientieren – das schließt neben praktischen Dingen des Alltags auch das Verständnis für Werte und das Zusammenleben mit ein. Darüber hinaus gibt es Zuwander/innen, die schon länger in Österreich leben, aber noch immer wenig Kontakt zu Einheimischen haben.
DER LÖSUNGSANSATZ DES PROJEKTS
welcomingtours.at wurde als Plattform zum Austausch zwischen Österreicher/innen – sogenannten Welcomers – und Flüchtlingen ins Leben gerufen. Die Zielgruppe hat sich mittlerweile auch auf Zuwander/innen und Menschen mit Migrationshintergrund erweitert. Im Mittelpunkt gemeinsamer Aktivitäten – sogenannter Welcoming Tours – stehen Begegnungen auf Augenhöhe, die eine freundliche Aufnahme sowie raschere Integration in Österreich fördern.
Vielseitige Möglichkeiten Auf der Website von welcomingtours.at treffen sich österreichweit Angebote von Welcomern mit Anfragen von Menschen, die Kontakt zu Einheimischen suchen und sich im Rahmen neuer Bekanntschaften in Österreich eingewöhnen möchten. Auf Basis gemeinsamer Interessen stellt das Projektteam Kontakt zwischen den beiden Seiten her, die weitere Kommunikation verläuft bilateral. Eine Welcoming Tour ist in vielen Fällen ein Spaziergang, der nach den persönlichen Interessen der Flüchtlinge oder Zuwander/innen zusammengestellt wird. Genauso kann eine Welcoming Tour aber auch eine andere gemeinsame Aktivität sein: ob Picknick, Museums- oder Konzertbesuch, Sport, Kochen, Einkaufen oder Deutschkonversationstraining.
Mehr als 200 freiwillige Welcomer haben sich in den ersten drei Monaten seit Start des Projekts bereits auf der Plattform registriert, mehr als 80 Welcoming Tours stattgefunden. Die einzige Voraussetzung, um als Welcomer aktiv zu werden, ist Volljährigkeit. Demzufolge sind die jüngsten Freiwilligen 18 Jahre alt, die älteste Freiwillige ist eine 80-jährige Frau.
Orientierung in Österreich bieten Im Rahmen der Welcoming Tours sollen die Teilnehmer/innen Kontakt zu Einheimischen schließen und mit ihrer neuen Lebensumgebung vertraut gemacht werden. Das schließt praktische Fragen des Alltags genauso mit ein wie häufig verwendete Phrasen des Österreichischen oder Informationen zum guten Zusammenleben. Oft gestellte Fragen der Flüchtlinge sind etwa, wo man die Kinder für die Schule anmelden oder SIM-Karten zur Benutzung des Internet kaufen kann, ob Österreicher/innen religiös sind oder welche Parteien es gibt. Auch Tabus im Umgang miteinander sind oft ein Thema.
Von der Welcoming Tour zur Freundschaft Das Organisationsteam von welcomingtours.at prüft alle eingehenden Angebote von Freiwilligen sowie auch Teilnehmer/innen und schafft klare Rahmenbedingungen. Die Treffen können im Wesentlichen frei gestaltet werden, vorab gibt es für die Welcomer aber Informationen über Dos & Dont’s. Laufendes Feedback stellt sicher, dass beide Seiten von den Welcoming Tours profitieren. Der Erfolg gibt dem Projekt Recht, denn in den meisten Fällen bleibt es nicht bei einer Welcoming Tour. Fast immer kommt es zu mehreren Treffen oder längerfristigen Beziehungen – wird aus einem Welcomer ein/e Sprachtandempartner/in, Freizeitpartner/in oder Freund/in.
ZIELGRUPPENANSPRACHE
Welcomer sowie auch Tourteilnehmer/innen werden über soziale Medien sowie auch über die Website angesprochen, die neben Deutsch auch in Englisch, Türkisch und Arabisch zur Verfügung steht. Zudem besteht ein guter Kontakt zu NGOs wie der Caritas oder dem Integrationshaus sowie auch zu Gemeindevertreter/innen. Viele Welcomer empfehlen das Projekt ihren Bekannten weiter – auch in vielen facebook-Gruppen für Flüchtlinge ist welcomingtours.at bereits bekannt.
UMSETZUNG IN IHRER STADT/GEMEINDE
Willkommensspaziergänge oder -aktivitäten können vielseitig gestaltet werden. Welcomingtours.at vermittelt meist einen Welcomer an eine/n Tourteilnehmer/in, es können aber auch mehrere Welcomer mehrere Teilnehmer/innen einladen.
Für die meisten Flüchtlinge stehen nach ihrer Ankunft in Österreich die Themen Unterkunft und Deutschkurs an erster Stelle stehen. Das Interesse an sozialem Austausch ist nach einer ersten Eingewöhnungsphase und dem Aufbau erster Deutschkenntnisse aber dann sehr groß.
Auch für ein Projekt wie dieses braucht es unbedingt eine koordinierende Stelle, die das Interesse der Freiwilligen sowie auch Flüchtlinge bzw. Zuwander/innen prüft und dafür sorgt, dass das Engagement der Freiwilligen eine gewisse Grenze nicht überschreitet.









