Ein Auszug aus meiner Fic “Die Hand des Fürsten”, die ab heute auf AO3 zu finden ist.
Das landrätliche Haus war alt und eher kleinbürgerlich, aber der Vorbesitzer hatte einen Anbau mit einem Badezimmer errichten lassen. Viel war es nicht, eine Holzkabine mit einer Trennwand zwischen dem Wasserklosett und der Blechwanne. Letztere hatte einen Abfluss, aber keine Zufuhr, sodass Wasser immer in Eimern herangeschafft werden musste.
Innstetten hatte gerade gebadet und war nun dabei, sich mit einem Leintuch abzutrocknen. Als er sich umsah, um nach seiner sauberen Unterwäsche zu suchen, streifte sein Blick den Spiegel an der Tür. Bevor er sich angewidert umdrehen konnte, hatte er das Tuch fallen gelassen und war er in seinem eigenen Bild gefangen.
Er stand nun im neununddreißigsten Jahre, und das behäbige Leben, das er seit Kriegsende führte, war ihm anzusehen. Korpulent war er nicht, eher leicht unförmig, und seine Brustbehaarung und das namenlose dunkle Dreieck zwischen den Beinen kontrastierten mit seiner milchweißen Haut.
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