âIch bin der Gefangene meiner eigenen Beziehungsillusion. Im Laufe der Zeit haben sich meine Grenzen verschoben, schleichend, StĂŒck fĂŒr StĂŒck. Ich habe es kommen sehen und es dennoch unter fadenscheinigen VorwĂ€nden hingerissen hingenommen. Man redet sich ein. Es ist nur eine Phase, dem Partner geht es gerade nicht gut. Doch die nĂ€chste Barriere wurde lĂ€ngst lautlos eingerissen, getarnt als âLiebeâ und âFĂŒrsorgeâ. Du merkst irgendwann gar nicht mehr, wie meilenweit du von deinem eigenen, gesunden Kern abgekommen bist.
âEine chronische MĂŒdigkeit frisst sich in dich hinein, aber Aufgeben existiert nicht in deiner Welt. Der Partner muss gerettet, stabilisiert werden und dafĂŒr opferst du die nĂ€chsten Grenzen. Dieser emotionale Ausnahmezustand wird zur NormalitĂ€t. Du funktionierst nur noch innerhalb des Krankheitsbildes und der Komfortzone des anderen.
âDu sagst dir, es sei nur eine Frage der Zeit, bis alles wieder gut wird. Doch tief im Inneren weiĂt du. Es wird nie wieder gut. Und dann bricht plötzlich eine fremde Person in dein Dasein ein. Sie reiĂt deine Perspektiven auf, seziert deine Existenz und brennt sich unaufhaltsam in dein Innerstes. Meine Augen werden brutal geöffnet, und was ich sehe, lĂ€sst mich vor mir selbst ekeln.
âDieser Mensch fĂŒhrt mir eine Bindung vor Augen, wie ich sie mir im tiefsten Inneren immer ertrĂ€umt habe. Es zerreiĂt mich. Ich realisiere die toxische Welt, in der ich gefangen bin, ohne sie jemals offen zu verurteilen. Hat dieser Mensch meinen emotionalen Code geknackt? Warum sonst fĂŒhle ich mich vor einem Fremden so schmerzhaft und absolut nackt?
âDie Art fesselt mich zutiefst. Offen, ehrlich, dreckig, direkt und ein Porno in Dauerschleife, der sich in mein Hirn frisst.
âUnsere Kommunikation sprengt jede gesellschaftliche Norm. Verboten nach Etikette, zu krank, geladen mit intimen Details, die eigentlich hinter verschlossene TĂŒren gehören. Jeder gesellschaftliche Anstand verdammt uns. Unsere Moral ist so schmutzig wie ein harter Porno, ĂŒber den niemand spricht, wĂ€hrend dieselben Heuchler in ihren dunklen Zimmern mehr Kinder ins Taschentuch wichsen als in ihren Partner oder ohnehin schon Stammkundenrabatte bei Eis.de haben.
âWenn sich in der eigenen Beziehung trotz endloser Aussprachen absolut nichts Ă€ndert und dich die Erkenntnis ĂŒber dein eigenes Leben mit Ekel erfĂŒllt, dann brennt die HĂŒtte. Ich bin selbst psychisch wrack, âkrankâ, doch dieser Mensch entzieht meinen inneren DĂ€monen die Macht und gibt mir eine brutale StabilitĂ€t fĂŒr den Tag.
âIst es verwerflich, diesen Menschen zu vermissen? Sich nach ihm zu verzehren? Dass mir ein Fremder nĂ€hersteht als der Mensch, mit dem ich mein Bett teile?
âDieser Mensch triggert nicht nur meinen Geist, er entfesselt meine rohe Kraft, mein tiefstes Verlangen, meine dunkelsten SehnsĂŒchte und meine Fantasie.
âEigentlich sollten wir uns in Grund und Boden schĂ€men, uns emotional so extrem nah zu sein, obwohl wir uns noch nie physisch gegenĂŒberstanden. Aber wisst ihr was, ihr ganzen scheinheiligen Gutmenschen und Moralapostel: Fickt euch!
âIch schĂ€me mich fĂŒr absolut gar nichts. Ich bereue keine einzige Sekunde, diesen Menschen so tief in meine Seele gelassen zu haben. Denn das hier fĂŒhlt sich verdammt noch mal nach LEBEN an. Und genau darum geht es: zu LEBEN, wie es sich fĂŒr uns richtig anfĂŒhlt....scheiĂ auf das, was moralisch und gesellschaftlich ein Tabu ist.
âDiese Grenze liegt lĂ€ngst hinter uns. Wir haben sie ĂŒberschritten, mit vollem Genuss und dem erhobenen Mittelfinger direkt in eure pseudo-heile Beziehungswelt voller Blindheit, Verleugnung und UnterwĂŒrfigkeit.
âUrteilt erst, wenn euch selbst so ein Mensch das Fundament unter den FĂŒĂen weggerissen hat, wĂ€hrend ihr in einer unglĂŒcklichen Beziehung oder Ehe festgeweckt wart.
Aber das bleibt unter uns und wird nie ausgesprochen.




















