ICT in den Schulen
Medien sind in unserer Gesellschaft also allgegenwärtig. Die meisten Kinder kommen schon von klein auf in Kontakt mit Computern, und viele erfahren schon früh, wie sie einen Touchscreen benützen müssen. Wir haben uns Gedanken dazu gemacht, ob und wie Medien und auch Medienbildung in den Unterricht eingebaut werden sollen. Da frage ich mich, wie sehen das denn die Schulen selber? Wie oft werden Computer im Unterricht eingesetzt? Ab wann sollten Kinder Internetrecherchen durchführen können? Um mir darüber einmal ein Bild zu machen, habe ich einmal den Lehrplan des Kantons St.Gallen zur Hand genommen. Beim surfen auf der Informationsplattform für Lehrer und Schulverwaltung des Kantons, bin ich ausserdem auf eine Evaluation der PH St.Gallen gestossen, die 2010 zum Thema ICT in der Schule durchgeführt wurde.
Der Teilbereich "ICT im Unterricht" befindet sich beim St.Galler Lehrplan im Fachbereich "Fächerübergreifendes Arbeiten". Dies weist schon darauf hin, dass die Medienbildung hier kein eigenes Fach einnimmt. Wenn ich den Lehrplan etwas genauer betrachte, scheint mir, dass den Lehrern relativ viel Freiheit was die Umsetzung und den Einsatz von ICT im Unterricht betrifft, gelassen wird. Es wird zwischen "möglichen" und "verbindlichen" Grobzielen und Inhalten unterschieden. Im Kindergarten findet man ausschliesslich mögliche Inhalte und Grobziele. Diese reichen jedoch vom Erfahrungsaustausch im Bezug auf Medien über gestalterisches Experimentieren mit dem Computer bis zum Einsatz von Lernsoftware. In der Unterstufe gibt es dann bereits verbindliche Grobziele. Die Kinder sollen sich mit Informationsbeschaffung auseinander setzen, sich mit dem Computer kreativ ausdrücken und den Computer zum eigenen Lernen einsetzen. In der Mittelstufe wird dann erstmals das Thema Sicherheit aktuell. Dies ist Pflicht und beinhaltet mögliche Bezüge wie: Wahrheitsgehalt, Passwörter, Datenmissbrauch und Datenschutz, sowie Suchtmittel. In der Oberstufe müssen die Schüler verschiedene traditionelle und elektronische Informationsquellen kennen. Sie befassen sich mit Suchstrategien und mit rechtlichen Aspekten wie Urheberrecht oder Datenschutz. Themen von denen wir sicherlich erst viel später einmal etwas gehört haben.
Wie sieht es jedoch in der Realität aus? Ich habe schon öfter gehört, dass Lehrer den neuen Medien nicht sehr aufgeschlossen gegenüberstehen. Wie oft wird ICT also tatsächlich im Unterricht eingesetzt? In der Evaluation der PHSG zu diesem Thema wurden 2010 6 Schulen einer Detailbefragung unterzogen. 23% der befragten Lehrer geben an, dass die Schüler mehrmals die Woche bis täglich, im Unterricht am Computer arbeiten. Wenn es darum geht, wie oft das Internet im Unterricht eingesetzt wird, sind es dann nur noch 8% die es mehrmals die Woche einsetzen und Niemand, der es täglich im Unterricht einsetzt. Wobei ICT eindeutig in der Oberstufe öfter eingesetzt wird, als in der Primarschule. Die Evaluation beinhaltet viele interessante Diagramme und Aufzeichnungen. Diese reichen von der Einschätzung des Mehrwerts von ICT im Unterricht über Herausforderungen für die Lehrpersonen, bis hin zu Untersuchungen, über tatsächliche ITC-Kenntnisse der Lehrer und Schüler. Kinder und Jugendliche lernen den Umgang mit Computern sehr schnell. Manchmal hat man schon fast das Gefühl, Kleinkinder könnten ein IPad intuitiv bedienen. Können die Lehrer den Schülern da überhaupt noch viel beibringen? Oder ist es eher umgekehrt? Mit mehreren Fragen wurde der ICT-Wissenstand der Lehrer und Schüler eruiert. Die beiden Abbildungen der Ergebnisse zeigen, dass die Lehrpersonen bis jetzt wohl doch noch eine höhere ICT-Kompetenz als die Schüler aufweisen!
Quellen: Lehrplan des Kantons St.Gallen "Teilbereich fächerübergreifendes Arbeiten"; Evaluationsbericht ICT in der Volksschule der PHSG















