Home Assistant einrichten: Die ersten Schritte nach der Installation
Im letzten Beitrag âHome Assistant unter Fedora Linux installieren â Schritt fĂŒr Schritt mit Docker Composeâ habe ich gezeigt, wie du Home Assistant auf einem Mini-PC wie dem Dell OptiPlex 3050 installierst. Dabei lĂ€uft Home Assistant nicht direkt auf dem System, sondern sauber gekapselt in einem Docker-Container, der ĂŒber Docker Compose verwaltet wird.
Nach der erfolgreichen Installation ist Home Assistant zwar bereits ĂŒber den Browser erreichbar, wirklich eingerichtet ist das Smart-Home-System damit aber noch nicht. Genau hier knĂŒpfen wir in diesem Beitrag an.
Ich zeige dir Schritt fĂŒr Schritt, was nach der ersten Installation passiert: vom ersten Aufruf der Home-Assistant-OberflĂ€che ĂŒber das Anlegen des Benutzerkontos bis hin zu den grundlegenden Einstellungen wie Standort, Sprache, Zeitzone und ersten erkannten GerĂ€ten im Netzwerk.
Ziel dieses Beitrags ist es, aus der frisch installierten Home-Assistant-Instanz eine sauber vorbereitete Smart-Home-Zentrale zu machen, auf der wir in den nÀchsten BeitrÀgen weiter aufbauen können.
https://youtu.be/RDAbk7bvdq4
Testinstanz fĂŒr diesen Beitrag
FĂŒr diesen Beitrag habe ich mir bewusst eine separate Home-Assistant-Instanz in einem eigenen Docker-Container erstellt. Das ist einer der groĂen Vorteile, wenn man Home Assistant mit Docker Compose betreibt.
Anstatt mein eigentliches Smart-Home-System zurĂŒckzusetzen oder daran herumzutesten, kann ich einfach eine zusĂ€tzliche Testumgebung starten. Diese Testinstanz lĂ€uft unabhĂ€ngig von meiner produktiven Home-Assistant-Installation und eignet sich perfekt, um die ersten Einrichtungsschritte sauber zu dokumentieren.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Ich kann Home Assistant frisch starten, die komplette Ersteinrichtung durchgehen, Screenshots erstellen und bei Bedarf alles wieder löschen oder neu aufsetzen. Mein eigentliches Smart Home bleibt dabei unangetastet.
Gerade fĂŒr Tutorials, Tests oder neue Integrationen ist das sehr praktisch. Wenn etwas nicht funktioniert oder man eine Einstellung ausprobieren möchte, setzt man einfach die Testinstanz zurĂŒck, anstatt am laufenden System Ănderungen vorzunehmen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass sich solche Testumgebungen mit Docker Compose sehr schnell erstellen lassen. Man benötigt lediglich einen eigenen Container-Namen, einen eigenen Port und ein separates Konfigurationsverzeichnis. Dadurch können produktive Instanz und Testinstanz sauber nebeneinander laufen.
Docker Compose: Testinstanz fĂŒr Home Assistant erstellen
FĂŒr meine Testinstanz verwende ich eine eigene compose.yml-Datei. Wichtig ist dabei vor allem, dass ein anderer Container-Name, ein separates Konfigurationsverzeichnis und ein anderer externer Port verwendet werden.
services: homeassistant-test: container_name: homeassistant-test image: ghcr.io/home-assistant/home-assistant:stable volumes: - /opt/homeassistant-test/config:/config - /etc/localtime:/etc/localtime:ro environment: TZ: Europe/Berlin restart: unless-stopped ports: - "8124:8123"
erstellen einer Testinstanz fĂŒr Home Assistant
Meine Testinstanz lÀuft nicht auf dem Standard-Port 8123, sondern auf 8124. Damit erreiche ich sie in meinem Netzwerk unter:
http://192.168.178.186:8124
Meine produktive Home-Assistant-Instanz bleibt davon getrennt. So kann ich in Ruhe herumspielen, Einstellungen testen und bei Bedarf die Testinstanz einfach wieder zurĂŒcksetzen, ohne mein echtes Smart Home zu gefĂ€hrden.
Home Assistant im Browser öffnen
Nachdem die Testinstanz gestartet wurde, kann Home Assistant im Browser geöffnet werden. Dazu rufe ich die IP-Adresse meines Mini-PCs zusammen mit dem zuvor festgelegten Port auf.
Home Assistant erster start nach der Einrichtung im Docker Container
In meinem Fall lautet die Adresse:
http://192.168.178.186:8124
Beim ersten Aufruf begrĂŒĂt uns Home Assistant direkt mit der Ersteinrichtung. An dieser Stelle gibt es grundsĂ€tzlich mehrere Möglichkeiten, wie es weitergehen kann.
Home Assistant - Möglichkeiten der Wiederherstellung von Instanzen beim ersten Start
Zum einen kann ein vorhandenes Backup wiederhergestellt werden. Das ist besonders praktisch, wenn man bereits eine bestehende Home-Assistant-Installation hatte und diese auf ein neues System ĂŒbertragen möchte.
ZusÀtzlich besteht die Möglichkeit, ein Backup aus der Home-Assistant-Cloud zu verwenden, sofern diese Funktion zuvor eingerichtet wurde.
Die dritte Option ist der komplette Neuaufbau eines frischen Systems. Genau diesen Weg gehen wir in diesem Beitrag, denn ich möchte die Einrichtung Schritt fĂŒr Schritt an einer neuen und leeren Home-Assistant-Instanz zeigen.
Neues Home-Assistant-System erstellen
Da ich fĂŒr diesen Beitrag bewusst mit einer frischen Testinstanz arbeite, wĂ€hle ich an dieser Stelle die Option zum Erstellen eines neuen Home-Assistant-Systems. Damit starten wir komplett leer und können die Einrichtung Schritt fĂŒr Schritt durchgehen.
Das ist besonders praktisch, weil Home Assistant nun genau so eingerichtet wird, wie es auch bei einer neuen Installation der Fall wÀre. Es gibt noch keine vorhandenen GerÀte, Benutzer, Automatisierungen oder Dashboards. Dadurch lÀsst sich sehr gut zeigen, welche Schritte nach der Installation notwendig sind.
Benutzerkonto anlegen
Im ersten Schritt wird ein Benutzerkonto erstellt. Dieses Konto wird spĂ€ter fĂŒr die Anmeldung an Home Assistant verwendet und besitzt die notwendigen Rechte, um das System einzurichten und zu verwalten.
Hier werden folgende Angaben benötigt:
- Name - Benutzername - Passwort
Beim Passwort sollte man nicht zu einfach denken. Ăber diesen Zugang wird spĂ€ter das komplette Smart Home verwaltet. Ich empfehle daher ein sicheres Passwort und idealerweise die Speicherung in einem Passwortmanager.
Nach dem AusfĂŒllen der Felder wird das Benutzerkonto erstellt und die Einrichtung fortgesetzt.
Home Assistant - erster Start - einrichten des Benutzers
Home Assistant - erster Start - Standort einrichten Standort des Zuhauses festlegen
Im nÀchsten Schritt fragt Home Assistant nach dem Standort des Zuhauses. Diese Einstellung ist wichtiger, als sie auf den ersten Blick wirkt.
Home Assistant nutzt den Standort unter anderem fĂŒr die Zeitzone, Sonnenaufgang und Sonnenuntergang sowie spĂ€tere Automatisierungen. Ein typisches Beispiel wĂ€re eine Automation wie:
Wenn die Sonne untergeht, schalte die AuĂenbeleuchtung ein.
Damit solche Funktionen korrekt arbeiten, sollte der Standort möglichst passend gesetzt werden.
Analyse- und Diagnoseinformationen
WĂ€hrend der Einrichtung fragt Home Assistant auĂerdem, ob Analyse- und Diagnoseinformationen geteilt werden dĂŒrfen. Diese Daten können dabei helfen, Home Assistant weiterzuentwickeln und Fehler besser zu erkennen.
Ob man diese Optionen aktiviert, ist eine persönliche Entscheidung. FĂŒr meine Testinstanz ist das weniger kritisch, bei einem produktiven System sollte man sich die einzelnen Punkte aber bewusst anschauen und dann entscheiden.
Home Assistant - erster Start - Informationen senden
Home Assistant - erster Start - Fertig
Damit ist die Konfiguration abgeschlossen und wir können ĂŒber die SchaltflĂ€che "Fertig" zum Dashboard gelangen. In den meisten FĂ€llen wird das SmartHome gescannt und bereits erkannte GerĂ€te aufgelistet.
Entdeckte GerÀte im Home Assistant nach der Einrichtung
Erstes GerĂ€t hinzufĂŒgen
Als erstes Beispiel eignet sich ein Shelly-GerÀt sehr gut. Viele Shelly-GerÀte werden von Home Assistant automatisch im Netzwerk erkannt, sobald sie sich im gleichen Netzwerk befinden.
Zusammenfassung mit MenĂŒeintrag "Entdeckte GerĂ€te"
Wird ein Shelly-GerĂ€t gefunden, kann es direkt ĂŒber die Home-Assistant-OberflĂ€che eingerichtet werden. Dabei wird die passende Integration hinzugefĂŒgt und das GerĂ€t anschlieĂend in Home Assistant verfĂŒgbar gemacht.
erkannte Shelly GerĂ€te im Netzwerk Schritt 1: Dialog âEntdeckte GerĂ€teâ öffnen
Nach der Einrichtung zeigt Home Assistant auf der rechten Seite den Bereich âEntdeckte GerĂ€teâ an. Darunter wird direkt angezeigt, wie viele GerĂ€te oder Integrationen im Netzwerk automatisch gefunden wurden.
Ăber diesen Eintrag gelangst du zu einer Ăbersicht der GerĂ€te, die Home Assistant bereits erkannt hat und die nun eingerichtet werden können.
Wird dieser MenĂŒpunkt bei dir nicht angezeigt, wurde vermutlich kein GerĂ€t automatisch erkannt. Das ist aber kein Problem. In diesem Fall kann das GerĂ€t spĂ€ter manuell ĂŒber die Konfiguration hinzugefĂŒgt werden. Je nach GerĂ€t oder Integration wird dafĂŒr zum Beispiel der passende Integrationstyp und die IP-Adresse benötigt. Darauf gehe ich weiter unten noch genauer ein.
Schritt 2 - GerÀt aus der Liste auswÀhlen
FĂŒr dieses Beispiel richte ich einen Shelly H&T Gen3 ein, der bei mir in der Wohnstube steht. Der Sensor misst Temperatur und Luftfeuchtigkeit und eignet sich daher sehr gut als erstes Beispiel fĂŒr einen Sensor in Home Assistant.
Beim Einrichten fĂ€llt direkt auf, dass Home Assistant hier nicht den Namen ĂŒbernimmt, den ich zuvor in der Shelly Cloud vergeben habe. Stattdessen wird zunĂ€chst nur eine technische Typenbezeichnung bzw. GerĂ€tekennung angezeigt.
Eintrag - Shelly H&T im Home Assistant unter "Entdeckte GerÀte"
Name des GerÀtes in der Shelly Cloud
Das ist nicht weiter schlimm, sollte aber erwĂ€hnt werden. Gerade wenn mehrere Shelly-GerĂ€te im Netzwerk vorhanden sind, kann es sonst schnell unĂŒbersichtlich werden. Die eigentliche Bezeichnung und die Zuordnung zum passenden Raum können spĂ€ter in Home Assistant angepasst werden.
Der Shelly H&T verfĂŒgt ĂŒber ein ePaper Display welches in einem Intervall aktualisiert wird und dieses GerĂ€t dann in den Deep Sleep verfĂ€llt, daher kann es passieren das dieses GerĂ€t mal nicht gefunden wird, hier hilft ein neustart ĂŒber die Shelly Cloud oder direkt am GerĂ€t.
Schritt 3 - GerĂ€tedetails prĂŒfen
Im ersten Dialog zeigt Home Assistant die wichtigsten Informationen zum gefundenen GerÀt an. Dazu gehören der erkannte GerÀtetyp sowie die IP-Adresse, unter der das GerÀt im Netzwerk erreichbar ist.
In meinem Fall handelt es sich um den Shelly H&T Gen3. ZusĂ€tzlich wird die IP-Adresse des Sensors angezeigt. Das ist besonders hilfreich, wenn mehrere GerĂ€te im Netzwerk vorhanden sind oder man spĂ€ter prĂŒfen möchte, welches GerĂ€t tatsĂ€chlich eingebunden wurde.
Einrichten des Shelly H&T im Home Assistant Name und IP-Adresse prĂŒfen - Hinweis auf Batteriebetriebene GerĂ€te
AuĂerdem weist Home Assistant darauf hin, dass es sich bei batteriebetriebenen GerĂ€ten etwas anders verhalten kann als bei dauerhaft mit Strom versorgten GerĂ€ten. Solche GerĂ€te sind nicht permanent aktiv, sondern wechseln hĂ€ufig in einen stromsparenden Modus. Dadurch kann es sein, dass die Einrichtung oder Aktualisierung der Werte nicht sofort erfolgt.
Bei einem batteriebetriebenen Sensor sollte man daher etwas Geduld mitbringen oder das GerĂ€t bei Bedarf kurz aufwecken, sofern dies vom jeweiligen GerĂ€t unterstĂŒtzt wird. Danach kann die Einrichtung fortgesetzt werden.
Schritt 4 - Name und Bereich zuordnen
Im nĂ€chsten Schritt wird das GerĂ€t einem Bereich zugeordnet und ein passender Name vergeben. Ein Bereich entspricht in Home Assistant in der Regel einem Raum, also zum Beispiel Wohnzimmer, KĂŒche, BĂŒro, Flur oder Badezimmer.
Da mein Shelly H&T Gen3 in der Wohnstube steht, ordne ich das GerÀt entsprechend diesem Bereich zu.
Dialog - Benennen und zuordnen #1
Dialog - Benennen und zuordnen - gesetzer Name und zu einem Raum zugeordnet
Besonders wichtig ist hier die Namensvergabe. Wenn spĂ€ter mehrere gleichartige GerĂ€te eingebunden werden, kann es sonst schnell unĂŒbersichtlich werden. Statt nur den automatisch vorgeschlagenen Namen zu ĂŒbernehmen, empfiehlt es sich, direkt einen sprechenden Namen zu verwenden.
Ein sinnvoller Name wÀre zum Beispiel:
Wohnstube Temperatur & Luftfeuchtigkeit
oder etwas kĂŒrzer:
Shelly H&T Wohnstube
So lĂ€sst sich das GerĂ€t spĂ€ter im Dashboard, in Automatisierungen und in der GerĂ€teĂŒbersicht deutlich einfacher wiederfinden.
Gerade bei mehreren Sensoren vom gleichen Typ ist eine klare Benennung sehr hilfreich. Ein Name wie Shelly H&T Wohnstube ist deutlich aussagekrÀftiger als eine technische GerÀtekennung oder eine automatisch erzeugte Bezeichnung.
Schritt 5 - aktuelle Messwerte des Shelly H&T anzeigen
Das GerĂ€te wurde in meinem Fall in den Bereich "Wohnzimmer" eingerichtet und zeigt dort die aktuellen Messwerte fĂŒr Temperatur & Luftfeuchtigkeit an.
Shelly H& mit messwerten im Home Assistant
Fazit
Damit ist Home Assistant nicht nur installiert, sondern auch grundlegend eingerichtet. Wir haben eine frische Testinstanz gestartet, den ersten Benutzer angelegt, den Standort festgelegt und anschlieĂend ein erstes GerĂ€t eingebunden.
Am Beispiel des Shelly H&T Gen3 sieht man sehr gut, wie Home Assistant automatisch GerĂ€te im Netzwerk erkennt und daraus nutzbare Sensorwerte macht. Nach der Einrichtung stehen Temperatur und Luftfeuchtigkeit direkt in Home Assistant zur VerfĂŒgung und können spĂ€ter im Dashboard angezeigt oder fĂŒr Automatisierungen verwendet werden.
Wichtig ist dabei vor allem eine saubere Struktur von Anfang an. GerĂ€te sollten passend benannt und direkt einem Bereich zugeordnet werden. Das sorgt spĂ€ter fĂŒr deutlich mehr Ăbersicht, besonders wenn immer mehr Sensoren, Aktoren und Integrationen hinzukommen.
Im nĂ€chsten Beitrag schauen wir uns dann die Automatisierungen in Home Assistant an. Dabei geht es darum, wie Sensorwerte und GerĂ€tezustĂ€nde genutzt werden können, um automatisch Aktionen auszulösen â zum Beispiel eine Lampe einzuschalten, wenn Bewegung erkannt wird, oder GerĂ€te abhĂ€ngig von bestimmten Bedingungen zu steuern.


















