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Home Assistant einrichten: Die ersten Schritte nach der Installation
Im letzten Beitrag „Home Assistant unter Fedora Linux installieren – Schritt für Schritt mit Docker Compose“ habe ich gezeigt, wie du Home Assistant auf einem Mini-PC wie dem Dell OptiPlex 3050 installierst. Dabei läuft Home Assistant nicht direkt auf dem System, sondern sauber gekapselt in einem Docker-Container, der über Docker Compose verwaltet wird.
Nach der erfolgreichen Installation ist Home Assistant zwar bereits über den Browser erreichbar, wirklich eingerichtet ist das Smart-Home-System damit aber noch nicht. Genau hier knüpfen wir in diesem Beitrag an.
Ich zeige dir Schritt für Schritt, was nach der ersten Installation passiert: vom ersten Aufruf der Home-Assistant-Oberfläche über das Anlegen des Benutzerkontos bis hin zu den grundlegenden Einstellungen wie Standort, Sprache, Zeitzone und ersten erkannten Geräten im Netzwerk.
Ziel dieses Beitrags ist es, aus der frisch installierten Home-Assistant-Instanz eine sauber vorbereitete Smart-Home-Zentrale zu machen, auf der wir in den nächsten Beiträgen weiter aufbauen können.
https://youtu.be/RDAbk7bvdq4
Testinstanz für diesen Beitrag
Für diesen Beitrag habe ich mir bewusst eine separate Home-Assistant-Instanz in einem eigenen Docker-Container erstellt. Das ist einer der großen Vorteile, wenn man Home Assistant mit Docker Compose betreibt.
Anstatt mein eigentliches Smart-Home-System zurückzusetzen oder daran herumzutesten, kann ich einfach eine zusätzliche Testumgebung starten. Diese Testinstanz läuft unabhängig von meiner produktiven Home-Assistant-Installation und eignet sich perfekt, um die ersten Einrichtungsschritte sauber zu dokumentieren.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Ich kann Home Assistant frisch starten, die komplette Ersteinrichtung durchgehen, Screenshots erstellen und bei Bedarf alles wieder löschen oder neu aufsetzen. Mein eigentliches Smart Home bleibt dabei unangetastet.
Gerade für Tutorials, Tests oder neue Integrationen ist das sehr praktisch. Wenn etwas nicht funktioniert oder man eine Einstellung ausprobieren möchte, setzt man einfach die Testinstanz zurück, anstatt am laufenden System Änderungen vorzunehmen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass sich solche Testumgebungen mit Docker Compose sehr schnell erstellen lassen. Man benötigt lediglich einen eigenen Container-Namen, einen eigenen Port und ein separates Konfigurationsverzeichnis. Dadurch können produktive Instanz und Testinstanz sauber nebeneinander laufen.
Docker Compose: Testinstanz für Home Assistant erstellen
Für meine Testinstanz verwende ich eine eigene compose.yml-Datei. Wichtig ist dabei vor allem, dass ein anderer Container-Name, ein separates Konfigurationsverzeichnis und ein anderer externer Port verwendet werden.
services: homeassistant-test: container_name: homeassistant-test image: ghcr.io/home-assistant/home-assistant:stable volumes: - /opt/homeassistant-test/config:/config - /etc/localtime:/etc/localtime:ro environment: TZ: Europe/Berlin restart: unless-stopped ports: - "8124:8123"
erstellen einer Testinstanz für Home Assistant
Meine Testinstanz läuft nicht auf dem Standard-Port 8123, sondern auf 8124. Damit erreiche ich sie in meinem Netzwerk unter:
http://192.168.178.186:8124
Meine produktive Home-Assistant-Instanz bleibt davon getrennt. So kann ich in Ruhe herumspielen, Einstellungen testen und bei Bedarf die Testinstanz einfach wieder zurücksetzen, ohne mein echtes Smart Home zu gefährden.
Home Assistant im Browser öffnen
Nachdem die Testinstanz gestartet wurde, kann Home Assistant im Browser geöffnet werden. Dazu rufe ich die IP-Adresse meines Mini-PCs zusammen mit dem zuvor festgelegten Port auf.
Home Assistant erster start nach der Einrichtung im Docker Container
In meinem Fall lautet die Adresse:
http://192.168.178.186:8124
Beim ersten Aufruf begrüßt uns Home Assistant direkt mit der Ersteinrichtung. An dieser Stelle gibt es grundsätzlich mehrere Möglichkeiten, wie es weitergehen kann.
Home Assistant - Möglichkeiten der Wiederherstellung von Instanzen beim ersten Start
Zum einen kann ein vorhandenes Backup wiederhergestellt werden. Das ist besonders praktisch, wenn man bereits eine bestehende Home-Assistant-Installation hatte und diese auf ein neues System übertragen möchte.
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, ein Backup aus der Home-Assistant-Cloud zu verwenden, sofern diese Funktion zuvor eingerichtet wurde.
Die dritte Option ist der komplette Neuaufbau eines frischen Systems. Genau diesen Weg gehen wir in diesem Beitrag, denn ich möchte die Einrichtung Schritt für Schritt an einer neuen und leeren Home-Assistant-Instanz zeigen.
Neues Home-Assistant-System erstellen
Da ich für diesen Beitrag bewusst mit einer frischen Testinstanz arbeite, wähle ich an dieser Stelle die Option zum Erstellen eines neuen Home-Assistant-Systems. Damit starten wir komplett leer und können die Einrichtung Schritt für Schritt durchgehen.
Das ist besonders praktisch, weil Home Assistant nun genau so eingerichtet wird, wie es auch bei einer neuen Installation der Fall wäre. Es gibt noch keine vorhandenen Geräte, Benutzer, Automatisierungen oder Dashboards. Dadurch lässt sich sehr gut zeigen, welche Schritte nach der Installation notwendig sind.
Benutzerkonto anlegen
Im ersten Schritt wird ein Benutzerkonto erstellt. Dieses Konto wird später für die Anmeldung an Home Assistant verwendet und besitzt die notwendigen Rechte, um das System einzurichten und zu verwalten.
Hier werden folgende Angaben benötigt:
- Name - Benutzername - Passwort
Beim Passwort sollte man nicht zu einfach denken. Über diesen Zugang wird später das komplette Smart Home verwaltet. Ich empfehle daher ein sicheres Passwort und idealerweise die Speicherung in einem Passwortmanager.
Nach dem Ausfüllen der Felder wird das Benutzerkonto erstellt und die Einrichtung fortgesetzt.
Home Assistant - erster Start - einrichten des Benutzers
Home Assistant - erster Start - Standort einrichten Standort des Zuhauses festlegen
Im nächsten Schritt fragt Home Assistant nach dem Standort des Zuhauses. Diese Einstellung ist wichtiger, als sie auf den ersten Blick wirkt.
Home Assistant nutzt den Standort unter anderem für die Zeitzone, Sonnenaufgang und Sonnenuntergang sowie spätere Automatisierungen. Ein typisches Beispiel wäre eine Automation wie:
Wenn die Sonne untergeht, schalte die Außenbeleuchtung ein.
Damit solche Funktionen korrekt arbeiten, sollte der Standort möglichst passend gesetzt werden.
Analyse- und Diagnoseinformationen
Während der Einrichtung fragt Home Assistant außerdem, ob Analyse- und Diagnoseinformationen geteilt werden dürfen. Diese Daten können dabei helfen, Home Assistant weiterzuentwickeln und Fehler besser zu erkennen.
Ob man diese Optionen aktiviert, ist eine persönliche Entscheidung. Für meine Testinstanz ist das weniger kritisch, bei einem produktiven System sollte man sich die einzelnen Punkte aber bewusst anschauen und dann entscheiden.
Home Assistant - erster Start - Informationen senden
Home Assistant - erster Start - Fertig
Damit ist die Konfiguration abgeschlossen und wir können über die Schaltfläche "Fertig" zum Dashboard gelangen. In den meisten Fällen wird das SmartHome gescannt und bereits erkannte Geräte aufgelistet.
Entdeckte Geräte im Home Assistant nach der Einrichtung
Erstes Gerät hinzufügen
Als erstes Beispiel eignet sich ein Shelly-Gerät sehr gut. Viele Shelly-Geräte werden von Home Assistant automatisch im Netzwerk erkannt, sobald sie sich im gleichen Netzwerk befinden.
Zusammenfassung mit Menüeintrag "Entdeckte Geräte"
Wird ein Shelly-Gerät gefunden, kann es direkt über die Home-Assistant-Oberfläche eingerichtet werden. Dabei wird die passende Integration hinzugefügt und das Gerät anschließend in Home Assistant verfügbar gemacht.
erkannte Shelly Geräte im Netzwerk Schritt 1: Dialog „Entdeckte Geräte“ öffnen
Nach der Einrichtung zeigt Home Assistant auf der rechten Seite den Bereich „Entdeckte Geräte“ an. Darunter wird direkt angezeigt, wie viele Geräte oder Integrationen im Netzwerk automatisch gefunden wurden.
Über diesen Eintrag gelangst du zu einer Übersicht der Geräte, die Home Assistant bereits erkannt hat und die nun eingerichtet werden können.
Wird dieser Menüpunkt bei dir nicht angezeigt, wurde vermutlich kein Gerät automatisch erkannt. Das ist aber kein Problem. In diesem Fall kann das Gerät später manuell über die Konfiguration hinzugefügt werden. Je nach Gerät oder Integration wird dafür zum Beispiel der passende Integrationstyp und die IP-Adresse benötigt. Darauf gehe ich weiter unten noch genauer ein.
Schritt 2 - Gerät aus der Liste auswählen
Für dieses Beispiel richte ich einen Shelly H&T Gen3 ein, der bei mir in der Wohnstube steht. Der Sensor misst Temperatur und Luftfeuchtigkeit und eignet sich daher sehr gut als erstes Beispiel für einen Sensor in Home Assistant.
Beim Einrichten fällt direkt auf, dass Home Assistant hier nicht den Namen übernimmt, den ich zuvor in der Shelly Cloud vergeben habe. Stattdessen wird zunächst nur eine technische Typenbezeichnung bzw. Gerätekennung angezeigt.
Eintrag - Shelly H&T im Home Assistant unter "Entdeckte Geräte"
Name des Gerätes in der Shelly Cloud
Das ist nicht weiter schlimm, sollte aber erwähnt werden. Gerade wenn mehrere Shelly-Geräte im Netzwerk vorhanden sind, kann es sonst schnell unübersichtlich werden. Die eigentliche Bezeichnung und die Zuordnung zum passenden Raum können später in Home Assistant angepasst werden.
Der Shelly H&T verfügt über ein ePaper Display welches in einem Intervall aktualisiert wird und dieses Gerät dann in den Deep Sleep verfällt, daher kann es passieren das dieses Gerät mal nicht gefunden wird, hier hilft ein neustart über die Shelly Cloud oder direkt am Gerät.
Schritt 3 - Gerätedetails prüfen
Im ersten Dialog zeigt Home Assistant die wichtigsten Informationen zum gefundenen Gerät an. Dazu gehören der erkannte Gerätetyp sowie die IP-Adresse, unter der das Gerät im Netzwerk erreichbar ist.
In meinem Fall handelt es sich um den Shelly H&T Gen3. Zusätzlich wird die IP-Adresse des Sensors angezeigt. Das ist besonders hilfreich, wenn mehrere Geräte im Netzwerk vorhanden sind oder man später prüfen möchte, welches Gerät tatsächlich eingebunden wurde.
Einrichten des Shelly H&T im Home Assistant Name und IP-Adresse prüfen - Hinweis auf Batteriebetriebene Geräte
Außerdem weist Home Assistant darauf hin, dass es sich bei batteriebetriebenen Geräten etwas anders verhalten kann als bei dauerhaft mit Strom versorgten Geräten. Solche Geräte sind nicht permanent aktiv, sondern wechseln häufig in einen stromsparenden Modus. Dadurch kann es sein, dass die Einrichtung oder Aktualisierung der Werte nicht sofort erfolgt.
Bei einem batteriebetriebenen Sensor sollte man daher etwas Geduld mitbringen oder das Gerät bei Bedarf kurz aufwecken, sofern dies vom jeweiligen Gerät unterstützt wird. Danach kann die Einrichtung fortgesetzt werden.
Schritt 4 - Name und Bereich zuordnen
Im nächsten Schritt wird das Gerät einem Bereich zugeordnet und ein passender Name vergeben. Ein Bereich entspricht in Home Assistant in der Regel einem Raum, also zum Beispiel Wohnzimmer, Küche, Büro, Flur oder Badezimmer.
Da mein Shelly H&T Gen3 in der Wohnstube steht, ordne ich das Gerät entsprechend diesem Bereich zu.
Dialog - Benennen und zuordnen #1
Dialog - Benennen und zuordnen - gesetzer Name und zu einem Raum zugeordnet
Besonders wichtig ist hier die Namensvergabe. Wenn später mehrere gleichartige Geräte eingebunden werden, kann es sonst schnell unübersichtlich werden. Statt nur den automatisch vorgeschlagenen Namen zu übernehmen, empfiehlt es sich, direkt einen sprechenden Namen zu verwenden.
Ein sinnvoller Name wäre zum Beispiel:
Wohnstube Temperatur & Luftfeuchtigkeit
oder etwas kürzer:
Shelly H&T Wohnstube
So lässt sich das Gerät später im Dashboard, in Automatisierungen und in der Geräteübersicht deutlich einfacher wiederfinden.
Gerade bei mehreren Sensoren vom gleichen Typ ist eine klare Benennung sehr hilfreich. Ein Name wie Shelly H&T Wohnstube ist deutlich aussagekräftiger als eine technische Gerätekennung oder eine automatisch erzeugte Bezeichnung.
Schritt 5 - aktuelle Messwerte des Shelly H&T anzeigen
Das Geräte wurde in meinem Fall in den Bereich "Wohnzimmer" eingerichtet und zeigt dort die aktuellen Messwerte für Temperatur & Luftfeuchtigkeit an.
Shelly H& mit messwerten im Home Assistant
Fazit
Damit ist Home Assistant nicht nur installiert, sondern auch grundlegend eingerichtet. Wir haben eine frische Testinstanz gestartet, den ersten Benutzer angelegt, den Standort festgelegt und anschließend ein erstes Gerät eingebunden.
Am Beispiel des Shelly H&T Gen3 sieht man sehr gut, wie Home Assistant automatisch Geräte im Netzwerk erkennt und daraus nutzbare Sensorwerte macht. Nach der Einrichtung stehen Temperatur und Luftfeuchtigkeit direkt in Home Assistant zur Verfügung und können später im Dashboard angezeigt oder für Automatisierungen verwendet werden.
Wichtig ist dabei vor allem eine saubere Struktur von Anfang an. Geräte sollten passend benannt und direkt einem Bereich zugeordnet werden. Das sorgt später für deutlich mehr Übersicht, besonders wenn immer mehr Sensoren, Aktoren und Integrationen hinzukommen.
Im nächsten Beitrag schauen wir uns dann die Automatisierungen in Home Assistant an. Dabei geht es darum, wie Sensorwerte und Gerätezustände genutzt werden können, um automatisch Aktionen auszulösen – zum Beispiel eine Lampe einzuschalten, wenn Bewegung erkannt wird, oder Geräte abhängig von bestimmten Bedingungen zu steuern.
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ZigBee USB-Stick unter Home Assistant mit Docker einrichten
Damit Home Assistant direkt mit ZigBee-Geräten kommunizieren kann, wird ein sogenannter ZigBee-Koordinator benötigt. In meinem Fall verwende ich einen ZigBee 3.0 USB Dongle OpenHAB mit dem EFR32MG21 SoC. Der Stick wird einfach per USB an den Home-Assistant-Server angeschlossen und stellt anschließend das ZigBee-Netzwerk bereit.
Da ich Home Assistant jedoch nicht als Home Assistant OS, sondern als Docker-Container betreibe, gibt es einen kleinen zusätzlichen Schritt: Der USB-Stick muss vom Host-System in den Docker-Container durchgereicht werden. Andernfalls erkennt Home Assistant den Stick zwar auf dem Linux-System, kann aber innerhalb des Containers nicht darauf zugreifen.
https://youtu.be/Uok9g3alikc
USB-Stick unter Linux erkennen
Nachdem der ZigBee-Stick eingesteckt wurde, kann man zunächst prüfen, ob er vom System erkannt wurde:
lsusb
auflisten der erkannten USB Geräte
In meinem Fall wird der Stick als serieller USB-Adapter erkannt. Zusätzlich sollte geprüft werden, unter welchem stabilen Gerätepfad der Stick erreichbar ist:
ls -l /dev/serial/by-id/
Die Ausgabe sieht beispielsweise so aus:
Wichtig ist hier der Pfad unter /dev/serial/by-id/. Dieser ist stabiler als /dev/ttyUSB0, da sich /dev/ttyUSB0 ändern kann, wenn später weitere USB-Geräte angeschlossen werden.
Der vollständige Pfad lautet in diesem Beispiel:
/dev/serial/by-id/usb-1a86_USB_Serial-if00-port0
Docker Compose anpassen
Damit Home Assistant den ZigBee-Stick verwenden kann, muss die docker-compose.yml erweitert werden. Entscheidend ist der Abschnitt devices.
Ein Beispiel für meine Home-Assistant-Konfiguration sieht so aus:
Docker Compose - Container konfiguration mit ZigBee Device Gerätepfad Datei compose.yml mit dem Pfad zum ZigBee-Gerät services: homeassistant: container_name: homeassistant image: ghcr.io/home-assistant/home-assistant:stable volumes: - /opt/homeassistant/config:/config - /etc/localtime:/etc/localtime:ro - /run/dbus:/run/dbus:ro devices: - /dev/serial/by-id/usb-1a86_USB_Serial-if00-port0:/dev/ttyUSB0 environment: TZ: Europe/Berlin restart: unless-stopped privileged: true network_mode: host
Auf der linken Seite steht der Gerätepfad auf dem Host-System. Auf der rechten Seite wird festgelegt, unter welchem Pfad der Stick im Container verfügbar ist. In diesem Beispiel ist der Stick innerhalb des Home-Assistant-Containers unter /dev/ttyUSB0 erreichbar.
Nach der Änderung muss der Container neu erstellt und neu gestartet werden:
docker compose up -d --force-recreate
Anschließend kann geprüft werden, ob Home Assistant sauber gestartet ist:
docker compose logs -f homeassistant
Docker Container nach der Änderung neuerstellen und starten
ZHA-Integration in Home Assistant einrichten
Jetzt kann die eigentliche Einrichtung in Home Assistant erfolgen.
Dazu öffnest du in Home Assistant:
Einstellungen → Geräte & Dienste → Integration hinzufügen
Dort suchst du nach „Zigbee Home Automation“
Falls Home Assistant den Stick automatisch erkennt, wird die Einrichtung direkt vorgeschlagen. Andernfalls kann die Integration manuell hinzugefügt werden.
Home Assistant - Zigbee Gerät hinzufügen - Step 1
Die Einrichtung erfolgt über einen Wizard, welcher durch die Schritte führt. In meinem Fall wähle ich die automatische Einrichtung, welche am Ende dazu führt, dass mein Gerät als ZigBee-Koordinator eingerichtet ist.
Erstes Zigbee-Gerät hinzufügen: Shelly Plus 1 Gen4 einrichten
Nachdem der Zigbee USB-Stick erfolgreich in Home Assistant eingerichtet wurde, kann das erste Zigbee-Gerät hinzugefügt werden. In meinem Fall verwende ich dafür einen Shelly Plus 1 Gen4.
Der Shelly Plus 1 Gen4 ist besonders interessant, da er nicht mehr nur per WLAN und Bluetooth genutzt werden kann, sondern zusätzlich auch Matter und Zigbee unterstützt. Dadurch lässt sich der smarte Schalter sehr flexibel in unterschiedliche Smart-Home-Systeme integrieren.
Bevor ich den Shelly in Home Assistant eingebunden habe, habe ich ihn zunächst ganz normal über die Shelly Cloud eingerichtet. Anschließend wurde das Gerät auf die Firmware-Version 1.7.5 aktualisiert. Erst danach konnte ich im lokalen Webfrontend des Shelly unter:
Settings → Switch to ZigBee Firmware
die Firmware auf den Zigbee-Betrieb umstellen.
Shelly Gen4 wechsel der Firmware für ZigBee - Hinweis
Der Wechsel dauert einige Sekunden. Währenddessen wird die passende Zigbee-Firmware auf das Gerät übertragen und der Shelly startet anschließend im Zigbee-Modus neu. Danach steht das Gerät nicht mehr wie gewohnt über die WLAN-Firmware zur Verfügung, sondern kann als Zigbee-Gerät an einem Zigbee-Koordinator angelernt werden.
Shelly Gen4 wechsel der Firmware für ZigBee
In Home Assistant wird dazu die bereits eingerichtete ZHA-Integration geöffnet. Dort kann über Gerät hinzufügen beziehungsweise Add Device die Suche nach neuen Zigbee-Geräten gestartet werden. Sobald der Shelly im Pairing-Modus ist, wird er von Home Assistant erkannt und kann anschließend benannt sowie einem Bereich zugeordnet werden.
Damit das Gerät gefunden / gekoppelt werden kann, muss dieses in den Kopplungsmodus versetzt werden. Wie man diesen Modus einstellt, ist vom Gerät abhängig, bei Shelly Geräten klappt dies ab der Firmware Version 1.7.0 über die Weboberfläche.
Wird das Gerät erkannt, so wird eine Verbindung aufgebaut und zunächst lediglich die Adresse angezeigt. Im Anschluss wird der korrekte Name angezeigt, welchen man nach Belieben ändern kann, und das Gerät lässt sich einem Bereich/ Raum zuordnen.
Shelly Plus 1 Gen4 - eingerichtet in Home Assistant
Nach der erfolgreichen Einrichtung steht der Shelly Plus 1 Gen4 als smarter Schalter in Home Assistant zur Verfügung und kann dort für Automationen, Szenen oder Dashboards verwendet werden.
Ausgang am Shelly Plus 1 Gen4 deaktiviert
Ausgang am Shelly Plus 1 Gen4 aktiviert
Wichtig: Ein Zigbee-Gerät kann immer nur mit einem Zigbee-Netzwerk verbunden sein. Wird der Shelly über Home Assistant eingebunden, ist er Teil dieses Zigbee-Netzwerks. Soll er später wieder über eine andere Plattform oder einen anderen Funkstandard genutzt werden, muss die Firmware bzw. der Betriebsmodus entsprechend erneut gewechselt werden.
Fazit
Die Einrichtung eines Zigbee USB-Sticks unter Home Assistant ist grundsätzlich recht einfach. Die eigentliche Besonderheit entsteht erst dann, wenn Home Assistant – wie in meinem Fall – als Docker-Container betrieben wird. Der USB-Stick wird zwar vom Linux-System erkannt, muss aber zusätzlich sauber an den Container durchgereicht werden.
Mit dem stabilen Gerätepfad unter /dev/serial/by-id/ und der passenden Erweiterung in der docker-compose.yml lässt sich der Zigbee-Koordinator zuverlässig in Home Assistant einbinden. Anschließend übernimmt die ZHA-Integration die Einrichtung des Zigbee-Netzwerks.
Besonders spannend wird es mit Geräten wie dem Shelly Plus 1 Gen4. Durch die Unterstützung von WLAN, Bluetooth, Matter und Zigbee lässt sich der smarte Schalter sehr flexibel einsetzen. Nach dem Wechsel auf die Zigbee-Firmware kann er direkt in Home Assistant angelernt und für Automationen, Szenen oder Dashboards verwendet werden.
Damit ist der Grundstein für ein eigenes Zigbee-Netzwerk in Home Assistant gelegt. Weitere Sensoren, Schalter, Lampen oder Aktoren können nun Schritt für Schritt hinzugefügt und zentral über Home Assistant gesteuert werden.

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Home Assistant unter Fedora Linux installieren – Schritt für Schritt mit Docker Compose
Home Assistant ist eine der beliebtesten Lösungen, wenn es darum geht, Geräte im Smart Home zentral zu steuern, Automationen zu erstellen und verschiedene Hersteller in einer Oberfläche zusammenzuführen. Ob Shelly, MQTT, Zigbee, ESP32-Projekte oder klassische WLAN-Geräte: Home Assistant bietet eine sehr flexible Plattform für viele Smart-Home-Szenarien.
In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du Home Assistant unter Fedora Linux installierst. Dabei nutzen wir nicht Home Assistant OS, sondern die Container-Variante mit Docker Compose.
Das ist besonders praktisch, wenn Fedora bereits als Linux-System läuft und du Home Assistant zusätzlich betreiben möchtest, ohne das komplette Betriebssystem durch Home Assistant OS zu ersetzen.
Der Beitrag richtet sich an alle, die Fedora als Server, Mini-PC oder Testsystem nutzen und Home Assistant sauber über die Kommandozeile installieren möchten.
Warum Home Assistant als Container unter Fedora?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Home Assistant zu installieren. Für Einsteiger wird häufig Home Assistant OS empfohlen, weil dort viele Dinge bereits fertig integriert sind. Dazu gehören zum Beispiel der Supervisor, Backups und Add-ons.
Wenn du aber bereits ein vorhandenes Linux-System wie Fedora nutzt, kann die Container-Installation deutlich flexibler sein. Du kannst Home Assistant neben anderen Diensten betreiben, zum Beispiel neben Node-RED, Mosquitto, SQLite, Grafana oder eigenen Docker-Containern.
Der große Vorteil:
Du behältst die volle Kontrolle über dein Fedora-System und kannst Home Assistant trotzdem sauber isoliert in einem Container ausführen.
Wichtig ist aber auch der Nachteil:
Bei der Container-Installation gibt es keinen Home Assistant Supervisor und damit auch keinen Add-on-Store direkt in Home Assistant. Dienste wie Mosquitto, Node-RED oder Zigbee2MQTT müssen dann separat als eigene Container installiert werden.
Für meinen Anwendungsfall ist genau das sogar ein Vorteil, da ich viele Dienste ohnehin getrennt und nachvollziehbar über Docker Compose betreibe.
Mein Testsystem: Dell Optiplex 3050 Micro mit Fedora
Für diesen Beitrag verwende ich meinen Dell Optiplex 3050 Micro, den ich bereits in einem separaten Beitrag genauer vorgestellt habe:
Dell Optiplex Micro als Heimserver – ein günstiger Einstieg in die Serverwelt
DELL Optiplex 3050 Micro
Ursprünglich lief auf diesem kleinen Heimserver Ubuntu. Für meine aktuelle Nutzung bin ich jedoch aus Performancegründen auf Fedora Linux gewechselt. Gerade bei einem kompakten Mini-PC, der dauerhaft als kleiner Server laufen soll, zählt für mich ein schlankes und reaktionsschnelles System.
Fedora eignet sich hier sehr gut als Grundlage, weil es aktuelle Pakete bereitstellt und sich trotzdem sauber als Linux-Host für Docker, Home Assistant, Node-RED oder weitere Smart-Home-Dienste nutzen lässt.
Wichtig: Die Anleitung ist nicht auf den Dell Optiplex 3050 beschränkt. Du kannst die Schritte grundsätzlich auch auf anderer kompatibler Hardware mit Fedora Linux nachvollziehen.
Voraussetzungen
Für diese Anleitung benötigst du:
- ein installiertes Fedora Linux - Zugriff auf ein Terminal oder SSH - einen Benutzer mit sudo-Rechten - eine Netzwerkverbindung - grundlegende Kenntnisse im Umgang mit der Linux-Konsole
In meinem Beispiel verwende ich Fedora als Host-System und installiere Home Assistant mit Docker Compose.
Schritt 1: System aktualisieren
Zuerst aktualisieren wir Fedora:
sudo dnf update -y
Das ist kein zwingender Schritt, aber gerade bei einem frisch installierten System sinnvoll.
Fedora Linux - System aktualisieren
Schritt 2: Altes Docker entfernen
Falls auf deinem System bereits ältere oder nicht offizielle Docker-Pakete installiert sind, solltest du diese vorher entfernen.
sudo dnf remove docker docker-client docker-client-latest docker-common docker-latest docker-latest-logrotate docker-logrotate docker-selinux docker-engine-selinux docker-engine
Wenn Fedora meldet, dass einige dieser Pakete nicht installiert sind, ist das kein Problem.
Schritt 3: Docker-Repository unter Fedora hinzufügen
Damit wir Docker Engine aus dem offiziellen Docker-Repository installieren können, fügen wir zuerst das Repository hinzu:
sudo dnf config-manager addrepo --from-repofile https://download.docker.com/linux/fedora/docker-ce.repo
Danach kann Docker direkt über dnf installiert werden.
Schritt 4: Docker Engine und Docker Compose installieren
Nun installieren wir Docker Engine, die Docker CLI, containerd sowie das Docker-Compose-Plugin:
sudo dnf install docker-ce docker-ce-cli containerd.io docker-buildx-plugin docker-compose-plugin -y
Während der Installation kann Fedora fragen, ob ein GPG-Schlüssel akzeptiert werden soll. Diesen musst du bestätigen, damit die Pakete installiert werden können.
Schritt 5: Docker starten und automatisch aktivieren
Nach der Installation ist Docker zwar installiert, aber noch nicht zwingend gestartet. Mit dem folgenden Befehl starten wir Docker und aktivieren den automatischen Start beim Booten:
sudo systemctl enable --now docker
Ob Docker läuft, kannst du so prüfen:
sudo systemctl status docker
Optional kannst du zusätzlich den klassischen Testcontainer ausführen:
sudo docker run hello-world
Wenn Docker korrekt funktioniert, lädt Docker ein kleines Testimage herunter und gibt eine Erfolgsmeldung aus.
Docker - Hello World Container zum testen
Schritt 6: Docker ohne sudo verwenden
Standardmäßig muss Docker oft mit sudo ausgeführt werden. Wenn du deinen Benutzer zur Docker-Gruppe hinzufügen möchtest, kannst du folgenden Befehl nutzen:
sudo usermod -aG docker $USER
Danach musst du dich einmal abmelden und wieder anmelden. Bei einer SSH-Verbindung bedeutet das: Verbindung trennen und neu verbinden.
Anschließend sollte folgender Befehl ohne sudo funktionieren:
docker ps
Docker ohne sudo starten
Schritt 7: Verzeichnis für Home Assistant anlegen
Ich lege die Konfiguration bewusst unter /opt/homeassistant ab. Dadurch liegt Home Assistant nicht irgendwo im Home-Verzeichnis, sondern an einem sauberen Ort für dauerhaft laufende Dienste.
sudo mkdir -p /opt/homeassistant/config sudo chown -R $USER:$USER /opt/homeassistant
In diesem Ordner speichert Home Assistant später seine Konfiguration, Datenbank, Logs und Einstellungen.
Schritt 8: Docker-Compose-Datei erstellen
Jetzt wechseln wir in das neue Verzeichnis:
cd /opt/homeassistant
Dort erstellen wir die Datei compose.yaml:
nano compose.yaml
Der Inhalt sieht so aus:
services: homeassistant: container_name: homeassistant image: ghcr.io/home-assistant/home-assistant:stable volumes: - /opt/homeassistant/config:/config - /etc/localtime:/etc/localtime:ro - /run/dbus:/run/dbus:ro environment: TZ: Europe/Berlin restart: unless-stopped privileged: true network_mode: host
Speichere die Datei anschließend mit STRG + O, bestätige mit Enter und verlasse den Editor mit STRG + X.
Was bedeuten die wichtigsten Einträge?
image image: ghcr.io/home-assistant/home-assistant:stable
Damit verwenden wir das stabile Home-Assistant-Container-Image.
volumes - /opt/homeassistant/config:/config
Dieser Eintrag sorgt dafür, dass die Home-Assistant-Konfiguration dauerhaft auf dem Fedora-System gespeichert wird. Wenn der Container später gelöscht oder aktualisiert wird, bleiben deine Einstellungen erhalten.
- /etc/localtime:/etc/localtime:ro
Damit übernimmt der Container die lokale Zeit des Host-Systems.
- /run/dbus:/run/dbus:ro
Dieser Eintrag ist vor allem dann interessant, wenn später Bluetooth-Funktionen genutzt werden sollen.
restart restart: unless-stopped
Home Assistant startet dadurch automatisch neu, wenn der Container beendet wurde oder das System neu gestartet wird.
network_mode network_mode: host
Home Assistant verwendet damit direkt das Netzwerk des Fedora-Hosts. Das ist bei Home Assistant besonders wichtig, weil viele automatische Erkennungen im Netzwerk über mDNS, SSDP oder ähnliche Mechanismen laufen.
privileged privileged: true
Damit erhält der Container erweiterte Rechte. Das ist bei Home Assistant üblich, da je nach Integration Zugriff auf System- oder Gerätedienste notwendig sein kann.
Schritt 9: Home Assistant starten
Jetzt starten wir Home Assistant:
docker compose up -d
Docker lädt nun das Image herunter und startet den Container im Hintergrund.
Home Assistant als Docker Container gestartet
Den Status prüfst du mit:
docker ps
Du solltest nun einen Container mit dem Namen homeassistant sehen.
Home Assistant als Docker Container gestartet
Die Logs kannst du dir mit folgendem Befehl anzeigen lassen:
docker logs -f homeassistant
Beim ersten Start kann es etwas dauern, bis Home Assistant vollständig initialisiert wurde.
Ausgabe der Logs des Containers
Schritt 10: Home Assistant im Browser öffnen
Sobald Home Assistant gestartet ist, erreichst du die Oberfläche im Browser über Port 8123.
Direkt auf dem Fedora-System:
http://localhost:8123
Von einem anderen Gerät im Netzwerk:
http://IP-DEINES-FEDORA-SYSTEMS:8123
Ein Beispiel:
http://192.168.178.186:8123
Home Assistant - Einrichten nach dem ersten starten
Wenn du die IP-Adresse deines Fedora-Systems nicht kennst, kannst du sie mit folgendem Befehl anzeigen lassen:
ip -br addr
Achte dabei auf die IP-Adresse deiner aktiven Netzwerkschnittstelle, zum Beispiel wlan0 oder enp....
Schritt 11: Firewall unter Fedora freigeben
Wenn Home Assistant lokal funktioniert, aber von einem anderen Gerät im Netzwerk nicht erreichbar ist, liegt es häufig an der Firewall.
Unter Fedora kannst du Port 8123 so freigeben:
sudo firewall-cmd --permanent --add-port=8123/tcp sudo firewall-cmd --reload
Danach solltest du Home Assistant von einem anderen Rechner, Smartphone oder Tablet im Netzwerk öffnen können.
Home Assistant verwalten
Container stoppen docker compose down Container starten docker compose up -d Home Assistant neu starten docker compose restart Logs anzeigen docker logs -f homeassistant Aktive Container anzeigen docker ps
Home Assistant aktualisieren
Ein Update ist bei der Container-Installation sehr einfach. Wechsle zuerst in das Verzeichnis mit deiner compose.yaml:
cd /opt/homeassistant
Dann lädst du das aktuelle Image:
docker compose pull
Anschließend startest du den Container neu:
docker compose up -d
Die Konfiguration bleibt erhalten, weil sie im Ordner /opt/homeassistant/config gespeichert wird.
Trotzdem solltest du vor größeren Updates ein Backup des Config-Ordners erstellen.
Einfaches Backup der Konfiguration
Für ein schnelles Backup kannst du den kompletten Config-Ordner packen:
sudo tar -czvf homeassistant-config-backup.tar.gz /opt/homeassistant/config
Wenn du möchtest, kannst du die Datei anschließend auf einen USB-Stick, ein NAS oder einen anderen Rechner kopieren.
USB-Geräte wie Zigbee-Stick einbinden
Wenn du später einen Zigbee- oder Z-Wave-Stick verwenden möchtest, solltest du diesen möglichst über /dev/serial/by-id/ einbinden.
Die Geräte findest du mit:
ls -l /dev/serial/by-id/
Ein Beispiel für einen Eintrag in der compose.yaml:
services: homeassistant: container_name: homeassistant image: ghcr.io/home-assistant/home-assistant:stable volumes: - /opt/homeassistant/config:/config - /etc/localtime:/etc/localtime:ro - /run/dbus:/run/dbus:ro environment: TZ: Europe/Berlin restart: unless-stopped privileged: true network_mode: host devices: - /dev/serial/by-id/DEIN_USB_STICK:/dev/ttyUSB0
Der Vorteil von /dev/serial/by-id/ ist, dass der Pfad meistens stabiler ist als /dev/ttyUSB0. Gerade nach einem Neustart kann sich die Reihenfolge von USB-Geräten ändern.
Typische Fehler und Lösungen
Home Assistant ist nicht erreichbar
Prüfe zuerst, ob der Container läuft:
docker ps
Danach prüfst du die Logs:
docker logs -f homeassistant
Wenn Home Assistant im Container läuft, aber der Browser keine Verbindung bekommt, prüfe die Firewall:
sudo firewall-cmd --permanent --add-port=8123/tcp sudo firewall-cmd --reload docker compose wird nicht gefunden
Prüfe, ob das Compose-Plugin installiert ist:
docker compose version
Falls nicht, installiere das Plugin nach:
sudo dnf install docker-compose-plugin -y Docker kann nicht ohne sudo verwendet werden
Wenn folgender Fehler erscheint:
permission denied while trying to connect to the docker API at unix:///var/run/docker.sock
oder:
permission denied while trying to connect to the Docker daemon socket
dann wurde dein Benutzer zwar möglicherweise bereits zur Docker-Gruppe hinzugefügt, aber die aktuelle Terminal-Sitzung kennt diese neue Gruppenmitgliedschaft noch nicht.
Prüfe zuerst, ob dein Benutzer bereits in der Docker-Gruppe steht:
groups
Wenn docker dort noch nicht auftaucht, prüfe zusätzlich:
getent group docker
Den Benutzer fügst du mit folgendem Befehl zur Docker-Gruppe hinzu:
sudo usermod -aG docker $USER
Damit die Änderung aktiv wird, musst du dich normalerweise einmal komplett abmelden und wieder anmelden. Bei einer SSH-Verbindung bedeutet das: SSH-Verbindung trennen und neu verbinden.
Alternativ kannst du die neue Gruppenmitgliedschaft direkt in der aktuellen Sitzung aktivieren:
newgrp docker
Danach sollte dieser Befehl ohne sudo funktionieren:
docker ps Docker startet nicht
Prüfe den Status:
sudo systemctl status docker
Details findest du mit:
journalctl -u docker -xe
Home Assistant Container oder Home Assistant OS?
Die Container-Installation ist ideal, wenn du bereits ein Linux-System betreibst und Dienste sauber über Docker verwalten möchtest.
Sie eignet sich besonders für:
- Fedora-Server - Mini-PCs - Testsysteme - bestehende Docker-Umgebungen - Nutzer, die Node-RED, Mosquitto oder Datenbanken separat betreiben möchten
Home Assistant OS ist dagegen besser geeignet, wenn du möglichst wenig administrieren möchtest und Add-ons direkt aus Home Assistant heraus nutzen willst.
Kurz gesagt:
Wenn du maximale Bequemlichkeit möchtest, nimm Home Assistant OS. Wenn du maximale Kontrolle auf einem bestehenden Linux-System möchtest, ist Home Assistant Container eine sehr gute Wahl.
Fazit
Home Assistant lässt sich unter Fedora Linux sehr sauber mit Docker Compose installieren. Die Einrichtung ist schnell erledigt, die Konfiguration bleibt dauerhaft im Host-Dateisystem gespeichert und Updates können mit wenigen Befehlen durchgeführt werden.
Für mich ist diese Variante besonders interessant, weil sie sich gut in bestehende Docker-Setups integrieren lässt. Wer ohnehin Dienste wie Node-RED, Mosquitto oder eigene Microcontroller-Projekte betreibt, bekommt mit Home Assistant eine starke zentrale Oberfläche für das Smart Home.
Der wichtigste Punkt ist jedoch:
Bei Home Assistant Container musst du zusätzliche Dienste selbst verwalten. Dafür bekommst du aber ein sehr flexibles Setup, das sich perfekt für eigene Smart-Home- und IoT-Projekte eignet.
Die eigentliche Ersteinrichtung nach dem ersten Start lagere ich bewusst in einen separaten Beitrag aus. Dort zeige ich dann Schritt für Schritt, wie Home Assistant nach der Installation eingerichtet wird, welche ersten Einstellungen sinnvoll sind und wie sich später Geräte oder Dienste wie Shelly, MQTT, Node-RED oder Zigbee2MQTT anbinden lassen. Dazu ist zusätzlich ein passendes YouTube-Video geplant.
FAQ
Kann ich Home Assistant direkt unter Fedora installieren?
Ja, aber die sauberste und flexibelste Variante ist die Installation als Container mit Docker Compose. So bleibt Home Assistant vom Host-System getrennt und lässt sich einfach aktualisieren.
Hat Home Assistant Container Add-ons?
Nein. Die Container-Variante besitzt keinen Supervisor und damit auch keinen Add-on-Store. Dienste wie Mosquitto oder Node-RED müssen separat installiert werden.
Welchen Port nutzt Home Assistant?
Home Assistant ist standardmäßig über Port 8123 erreichbar.
Warum wird network_mode: host verwendet?
Home Assistant erkennt viele Geräte automatisch im lokalen Netzwerk. Dafür sind Netzwerkfunktionen wie mDNS und SSDP wichtig. Mit network_mode: host kann Home Assistant direkt das Netzwerk des Fedora-Hosts nutzen.
Bleiben meine Daten bei einem Update erhalten?
Ja, solange du den Ordner /opt/homeassistant/config nicht löschst. Dort liegen die Konfiguration und die Daten von Home Assistant.
Kann ich später Zigbee oder Z-Wave nutzen?
Ja. USB-Sticks können über die devices-Sektion in der compose.yaml in den Container eingebunden werden. Empfehlenswert ist dabei der Pfad über /dev/serial/by-id/.
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