In den letzten Jahren lässt sich eine interessante Entwicklung beobachten. Streamingdienste wie Netflix und vor allem Amazon arbeiten fleißig daran, dass der Funsplatter in der Mitte der Gesellschaft ankommt, man denke nur an „The Boys“ oder „Doom Patrol“. Erfreulicherweise geht das mit einem überfälligen Erwachen der FSK aus dem Dornröschenschlaf der unsinnigen Indizierungen und Verwechslung von Jugendschutz und Zensur einher, so dass immer mehr Genreperlen nach langer Wartezeit ungeschnitten erhältlich sind. Mit Alister Griersons Funpackung „Bloody Hell“ hat das zwar nicht direkt etwa zu tun, es dürfte aber dafür sorgen, dass er auch in Deutschland unzensiert seine Fans finden kann und davon wird es einige geben.
Dabei ist der Splatteranteil in Griersons Werk trotz des Titels gar nicht mal so over the top, wie man denken würde, und „Bloody Hell“ pegelt sich deutlich unter der Blutmenge eines „Braindead“ ein. Dafür wird der Funpart jedoch großgeschrieben, was nicht zuletzt daran liegt, dass hier ein Protagonist auf die Gorehounds losgelassen wird, der auch in recht ungewöhnlich, um nicht zu sagen äußerst strangen, und nicht wenig bedrohlichen Situationen nicht daran denkt, seine Kaltschnäuzigkeit zu verlieren. Er steigert diese sogar dadurch, dass er sich permanent selbst übertrumpft, indem er permanent mit sich selbst im Gespräch ist. Und das macht verdammt viel Spaß. Unterm Strich ist „Bloody Hell“ somit eine krude Mischung irgendwo zwischen „Tanz der Teufel 2“ und „Stirb Langsam“, dessen Drehbuch offenbar Tyler Durden verfasst hat. Danach kann man sich nur alle zehn Finger lecken.