Prolog zu Einheim / In der Eisdiele
Als ich davon hörte war es fast klar, dass es kaum Klarheit geben wĂŒrde, ohne Stundenlang darauf rumzukauen. Ich nehme regelmĂ€Ăig keinen Kautabak habe aber in einer mallorkinischen Bar schon einmal probiert und erinnere mich, obwohl ich recht betrunken war erstaunlich gut daran. Man wird kurz high, weil das Nikotin schön viel KontaktflĂ€che mit den SchleimhĂ€uten hat. Es brennt ein bisschen am Zahnfleisch. Danach ist es wie mit Wrigley's Spearmint. Man möchte auswerfen, behĂ€lt ihn aber meistens doch noch ne ganze Weile, auch wenn er schon zu fest ist, sodass man nur die ganz kleinen Blasen machen kann, die so beim Platzen schnalzen, nachdem man sie mit der Zunge nach vorn und ganz platt gedrĂŒckt hat. Darauf konzentriert man sich, denn er schmeckt nicht mehr. Allerdings ist der Nachgeschmack schlechter noch als der des ĂŒberfĂ€llig Angekauten. Ein bisschen so verhĂ€lt es sich auch hier in der Eisdiele, in der wir sitzen, trotz ansonsten angenehmer kulinarischer GenĂŒsse. Die eingebildete Unwirklichkeit des Betrunken seins gehört dazu. Wie beim Sitz auf dem Klo, wenns mal wieder lĂ€nger dauert - man strengt sich an. Es ist nicht klar wie Wurstwasser, ist es doch was sich Wandelndes. Goethe sieht das ja auch so. So richtig schön Formlos. Plastisch, aber biegsam. Knetmasse ohne Farbe. Begehbare Luftschlösser, ein ganzes Disneyland wird da schon mal schnell hingestellt und gleich wieder weggepustet. Das kapiert man nicht.
Man hat sich hier absichtlich Verrannt! Eine Runde Waldlauf auf dem Trimm-dich-Pfad. Schwere Glieder, Hitze, Widerstand. Kurze Hose - Wind im Haar. SchlammpfĂŒtze, nasse Socken, Seitenstechen und rotes, glĂ€nzendes Gesicht. Waldluft - Duft. DehnĂŒbung. Sprint. Letzte Meter. Atem lenken. Dann Toblerone und SportgetrĂ€nk. Momentaufnahme. Bin ich am Ziel, bist Du im Jetzt - nur ein Gedanke. Und weiter, die zurĂŒckgelassene Schranke.
ErwĂ€hnenswert ist eben auch, dass es dann von einer Reise handelt, sich mit den Wurzeln beschĂ€ftigt und die Spannung einer AnnĂ€herung vermuten lĂ€sst. Der Lachs im Menschen. In Zeitlupe, also Schneckentempo. Und zu zweit ist es auch immer witziger. MĂŒhevoll und voll Leichtigkeit: Die ganz banale ScheiĂe entlang.

















