Zwischen Klang und Stille: IngridâŻKloser Ăźber das japanische âMaâ
Im Interview zwischen Markus Eggert von der LiteraturLounge.eu und der Autorin Ingrid Kloser wird das neu erschienene Buch "Regentropfen fallen langsam" ausfĂźhrlich diskutiert. Der Gesprächspartner Eggert beginnt mit einer Analyse des Klappentextes, der darauf hinweist, dass die Protagonistin Nina ihre Stimme verloren habe, während Kloser klarstellt, dass Nina in Wirklichkeit auf der Suche nach ihrer Stimme ist. Diese Differenzierung fĂźhrt zu einer tiefen Auseinandersetzung mit dem zentralen Thema des Buches: der spirituellen und kĂźnstlerischen Reise, die Nina unternimmt, um ihr wahres Selbst und ihre ureigene Stimme zu finden. Kloser beschreibt, wie die Idee fĂźr "Regentropfen fallen langsam" zuerst aus der Faszination fĂźr das japanische Konzept des "Ma" entstand, einem Begriff, der die Leere oder den Raum beschreibt, der uns umgibt. Diese kulturellen Betrachtungen flieĂen in Ninas Entwicklung ein, während sie ihren Platz und ihre Stimme in der Musikwelt sucht. Eggert hebt hervor, dass die Reise Ninas nicht nur musikalisch, sondern auch emotional und existenziell ist, da sie versucht, sich von den Einschränkungen ihrer Vergangenheit zu befreien und ihre Identität zu finden. Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist die Rolle von Ninas Mentoren, wie Eva und Marc. Kloser erklärt, dass Eva eine besonders traditionelle Gesangslehrerin ist, die Ninas Talente zwar fĂśrdert, aber auch deren Grenzen betont. In Kontrast dazu ermutigt Marc Nina dazu, ihre Stimme auf neue, unkonventionelle Weise zu entdecken, was zu einem entscheidenden Moment fĂźhrt, als sie unter einem Wasserfall singt. Diese Erfahrung symbolisiert fĂźr sie die Entdeckung ihrer wahren Stimme und des Selbstvertrauens, das sie zuvor vermisst hatte. Eggert kommentiert, dass diese Momente der Kreativität und des Ausbruchs fĂźr alle Menschen eine wichtige Einsicht enthalten: Oft kĂśnnen wir mehr, als wir uns zutrauen. Das Gespräch durchdringt die tiefere Thematik des Vertrauens in sich selbst und die eigene Stimme, was nicht nur fĂźr Nina, sondern auch fĂźr die ZuhĂśrer von Bedeutung ist. Kloser reflektiert, dass die Suche nach der ureigenen Stimme eng mit der eigenen Identität verknĂźpft ist. Sie erläutert, dass Ninas drei unterschiedlichen Stimmlagen â Sopran, Mezzosopran und Alt â stellvertretend fĂźr ihre Reise stehen, um ihre innere Stärke und Vielfalt zu erkennen. Kloser hebt hervor, dass diese Transformation kein einfacher Prozess ist und oft mit Schwierigkeiten und RĂźckschlägen einhergeht, was sie durch Ninas Wechsel zur Kneipenarbeit unterstreicht, die Nina eine neue Perspektive auf ihr Leben gibt. Zusätzlich wird die Bedeutung der Beziehungen zwischen Nina und weiteren Charakteren wie ihrem Bruder und Juko erĂśrtert, deren Einfluss auf Ninas Wachstum nicht zu unterschätzen ist. Diese VerknĂźpfungen zwischen den Figuren schaffen eine starke emotionale Basis fĂźr Ninas Entwicklungsweg, der durch verschiedene Herausforderungen und Erkenntnisse gekennzeichnet ist. Kloser schildert, wie Nina durch diese Beziehungen nicht nur Freundschaften aufbaut, sondern auch lernt, sich selbst besser zu verstehen und zu akzeptieren. Während des letzten Teils des Interviews kommt das Gespräch auf Klosers Schreibprozess und deren Erfahrungen im Umgang mit Lektoren. Kloser betont, wie wichtig der Austausch mit ihrer Lektorin war, um die Struktur und Klarheit ihrer Erzählung zu verbessern. Sie spricht Ăźber die Herausforderungen, die sie beim Schreiben hatte, insbesondere wenn es um Ninas Entwicklung und die Entscheidung ging, Marc als Charakter ins Spiel zu bringen. Der Dialog zeigt, wie Kloser durch ihre Figuren und deren Konflikte eine tiefere Verbindung zur Thematik herstellt und Neuland betritt, indem sie von ihren eigenen Erfahrungen inspiriert. AbschlieĂend unterstreicht Eggert, wie bewegend und fesselnd "Regentropfen fallen langsam" ist und dass das Buch eine universelle Botschaft Ăźber Selbstfindung und die Entfaltung des eigenen Potentials transportiert. Kloser bedankt sich fĂźr die positiven RĂźckmeldungen und reflektiert, dass der Prozess des Schreibens selbst ein offener und dynamischer ist, der fortwährend neue Themen und Ideen hervorbringt. Die Diskussion endet, ohne konkrete zukĂźnftige Projekte zu enthĂźllen, was den ZuhĂśrern Raum fĂźr Spekulation und Neugier auf mĂśgliche zukĂźnftige Werke lässt. Read the full article














