e.e. - erna eltzner, die protagonistin dieses romans, lebt im breslau des frühen 20. jahrhunderts und hört plötzlich nach ihrem 15. geburtstag stimmen und ihr erscheinen geister. ihre mutter ist voller hoffnung, ihre tochter, die sie so liebt sei ein medium. eine illustre schar kommt zu den séancen, um zu sehen, was genau dort passiert - manche kritiker des okkulten, mancher okkultist, arzt, doktorand und dann spielen natürlich zu dieser zeit die forschungen und ideen eines sigmund freud mit hinein, denn auch ernas träume und hysterien müssen nun untersucht werden...
den fall e.e., wie es erna eltzner schlussendlich wird, lässt olga tokarczuk aus sehr vielen perspektiven beleuchten - allesamt nehmen die personen, die für die verschiedenen perspektiven mehr oder minder regelmäßig an den séancen teil und verfolgen damit ihre eigene agenda, ihren eigenen vorteil, ganz unabhängig davon, wie es erna eltzner selbst damit geht... denn verblüffenderweise verwehrt man einem man diesen teil absolut. es kann leider nur absicht sein. ein buch, dass vielleicht gut den zeitgeist breslaus des frühen neunzehnten jahrhunderts und seine verschiedenen theorien und eine gewisse aufbruchstimmung beschreibt, doch ist es mit sicherheit kein historischer roman, aber auch kein mystischer mit seinen séancen. man erkennt das interesse an der psychologie der autorin, die selbst dieses fach studiert hat. zweifellos hat olga tokarczuk ihre erzählerischen qualitäten oft genug unter beweis gestellt, aber um ganz ehrlich zu sein, bei aller erzählerischer qualität - mich persönlich hat dieser roman etwas gelangweilt. trotz der multiperspektivität kam nie wirklich schwung in die sache, denn eine perspektive fehlte bedauerlicherweise komplett.