Ein schon etwas älteres Buch aus 2009, das erst vor Kurzem - aber wegen seiner inhaltlichen Bedeutung - ins Deutsche übersetzt wurde: Die Vegetarierin.
Dieses einzigartige Buch handelt von einer zu Beginn ganz gewöhnlichen Ehefrau aus Südkorea, die eines Tages beschließt, Vegetarierin zu werden. Dieser Entschluss irgendwann sogar auf sämtliche tierische Produkte zu verzichten, wird insbesondere von ihrem dominanten Ehemann, aber auch von ihren Familienmitgliedern nicht akzeptiert. Sogar Gewalt seitens Vater und Ehemann wird eingesetzt, um sie zum Fleischkonsum zu bringen. Die Verwandlung der Protagonistin nimmt immer extremere Formen an und sie entwickelt den immer stärkeren Wunsch, zu einer Pflanze zu werden. Die Träume und schizophrene Vorstellungen bewegen sie dazu, irgendwann sämtliches Essen zu verweigern.
Das Buch greift unglaubliche bedeutende Themen auf: starke Rollenbilder, patriarchale Systeme, die immer noch - wie zB in Südkorea - sehr präsent sind, die Vorstellung eines Körpers, gesellschaftliche Erwartungshaltungen, Sexualität und Mut zu Veränderung. Allein aus diesem Grund würde ich dem Buch auch eine 8/10 geben.
Der Schreibstil ist gut verständlich. Man kann dem Buch trotz seiner Komplexität und seinem oft verstörenden und phantasievollen Inhalt trotzdem gut folgen. Die Stimmung im Buch ist meist düster und schwer.
Das Buch gliedert sich in verschiedene Abschnitte, die sich aber mitunter meines Erachtens etwas langgezogen anfühlen - insbesondere Abschnitt 2 (Schwager) und Abschnitt 3 (Psychiatrie).
Besonders gut gefallen hat mir - natürlich neben dieser besonderen Vorstellung, sich in eine reine und unschuldige Pflanze zu verwandeln - wie auch die Schwester anfängt, durch die Veränderung der Protagonistin ihre Lebensentscheidungen zu hinterfragen. Auch die Beschreibungen der Träume und Gedanken der Protagonistin haben ihre Sicht und ihre neue Welt sehr gut rübergebracht; wenn es auch zum Teil etwas verstörend sein kann.
Jedenfalls schon allein wegen den aufgegriffenen Themen und der Einzigartigkeit der Geschichte eine Leseempfehlung; auch wenn zum Teil etwas monoton und langgezogen.












