Einschätzung der Handlungsfähigkeit ohne Küche
Unsere Küche wird abgebaut. Wir haben eine neue bestellt, die Anfang Oktober aufgebaut wird. Da zwischenzeitlich noch Steckdosen verlegt werden und gestrichen werden soll, haben wir etwas Zeit zwischen Ab- und Aufbau einkalkuliert und sind jetzt drei Wochen ohne Küche. Das einzige Gerät, was nach dem Abbau verbleibt ist die Waschmaschine. Kein Kühlschrank mehr, kein Herd, kein Backofen, keine Spülmaschine und auch keine Spüle.
Trotzdem komme ich mir nicht komplett hilflos vor. Erstmal gibt es ja Lieferdienste, die einem abends warmes Essen nach Hause bringen. Aber außerdem habe ich ja noch eine Kaffeemaschine, die auch Milch erhitzen und schäumen kann. Und einen Wasserkocher, mit dem man Tee bereiten oder Fünf-Minuten-Terrinen zubereiten kann. Einen Reiskocher habe ich auch noch, damit kann man nicht nur Reis, sondern im Dampfeinsatz auch noch Gemüse oder Dim Sum oder sogar Germknödel kochen (bzw. dämpfen). Auf dem Balkon steht ein Gasgrill, ich kann also auch Fleisch, Fisch, Tofu oder Gemüse grillen oder im Bratschlauch erhitzen. Mit dem Crêpeeisen könnte ich Crêpes oder anderweitige Pfannkuchen zubereiten. Da das Crêpeeisen im Prinzip einfach nur eine große Herdplatte ist, könnte ich auch Spiegel- oder Rühreier oder Bratkartoffeln darauf braten. Außerdem habe ich ein Sous-Vide-Gerät, mit dem ich alles möglich vakuumieren und dann erwärmen kann.
Bis auf den Gasgrill laufen alle Geräte über Strom. Allein, ich habe auch keine Arbeitsplatte mehr in der Küche und seit neuestem einen sehr neugierigen mittelgroßen Hund, so dass jegliche Zubereitung direkt auf dem Fußboden nicht in Frage kommt. Natürlich könnte man sich eine provisorische Arbeitsplatte aus irgendwas bauen, dann fehlt einem allerdings immer noch ein Kühlschrank und man könnte für viele Gerichte nur tagesbasiert einkaufen. Auch dass man das Wasser aus dem Badezimmer holen müsste, wird der Kochfreude etwas in die Quere kommen.
Tatsächlich hätten wir in unserem Camper sogar einen Kühlschrank und einen Zwei-Platten-Gas-Herd (theoretisch auch eine Spüle, wir haben aber neulich erst den Wassertank komplett entleert). Der Camper ist leider aber bis Ende der Woche in der Werkstatt. Danach könnten wir aber theoretisch wieder Frischmilch kaufen und müssten sie im besten Parkplatzfall zwei Wochen lang nur drei Stockwerke tiefer holen und nachher wieder zurückbringen.
So oder so komme ich mir aber sehr handlungsfähig vor, man braucht eben nur ein kleines Arsenal an etwas ungewöhnlichen Küchengeräten. Ob ich tatsächlich neben Kaffeemaschine und Wasserkocher noch irgendein Gerät benutzen werde, kann ich dann in drei Wochen berichten.