DAY ... WEEK 3
“Wenn Du schnell gehen willst, geh' alleine. Wenn Du weit kommen willst, geh' gemeinsam.” (Afrikanisches Sprichwort)Â
Im Nachhinein bin ich ganz glĂĽcklich ĂĽber meine Wahl des Zitats von dem letzten Eintrag. Nachdem ich letzte Woche nichts hochgeladen habe passt der Spruch doch ganz gut.
Naja... zurĂĽck zum Geschehen. Es ist jetzt drei Wochen her, dass ich hier in Malawi angekommen bin und etwas mehr als zwei Wochen ist es her, dass ich in Chipunga bin.
Was ist die letzte Zeit so passiert?
Wie ich das letzte Mal schon erwähnt habe, hatten wir von Dienstag bis Freitag einen Mitbewohner, der 2012/2013 Freiwilliger hier in Chipunga war. Daher kannte er jeden, und jeder kannte ihn. Während der Woche hat er Sandra und mir den Chipopoma (Wasserfall) gezeigt, der echt schön war, aber Sandra und ich konnten den Anblick nicht wirklich genießen, weil wir ziemlich müde waren.
Abends haben wir dann alle gemeinsam gekocht, auf unserem Balkon die Sterne angeschaut und ĂĽber Gott und die Welt geredet.
Während Sandra und ich arbeiten waren, haben die Farmworkers und Manuel versucht die Wasserpumpe zu reparieren, damit wir wieder fließend Wasser haben. Zwischendurch hat sie sogar funktioniert, aber der Schlauch, der das Wasser zum Haus bringen soll, war nicht verbunden. Das Wasser ist also überall hingeflossen, nur nicht dahin, wo es hin sollte!
Theoretisch ist die Pumpe wieder repariert, aber irgendetwas stimmt immer noch nicht und keiner weiß was es ist.  Wir müssen einfach noch mal darum bitten, die Pumpe zum Laufen zu bringen, uns ist es nämlich auf die Dauer unangenehm immer zu erwarten, dass uns Wasser gebracht wird...
Dann war die Woche auch schon vorbei und ich bin, gemeinsam mit Manuel, nach Chikwere gelaufen, um zu den Sharetaxis zu kommen. Normalerweise ist das ein Weg von ca. anderthalb Stunden Fußmarsch, aber weil es sein letzter Tag in Chipunga war, hat er sich von allen verabschiedet. Zwei Stunden und Vierundvierzig Minuten später kamen wir, total verschwitzt und kaputt von der Hitze, in Chikwere an. Dort kam zum Glück sofort ein Taxi, dass uns nach Mzuzu gebracht hat.
Sandra ist derweil Zuhause geblieben, weil sie nicht nach Chikwere laufen wollte... im Nachhinein hätte ich das auch einfach bleiben lassen sollen. ABER ich wollte unbedingt meinem Papa zum Geburtstag gratulieren und mit ihm und Mama skypen! Und das geht nun mal nur in Mzuzu und nicht in Chipunga – because no Network ! Blöd nur, dass Skype irgendwie nicht so gut funktioniert hat. Telefoniert haben wir dann trotzdem noch.
Nach dem langen „Spaziergang“ war ich total kaputt am Abend. Während ich geschlafen, telefoniert und entspannt habe, hatten die anderen in der Lodge eine ziemlich gute Zeit. Ich kam dann später dazu und hab dann doch noch viel Spaß gehabt. Mir wurde aus der Hand gelesen, ich habe drei deutsche Freiwillige aus Lilongwe und Ekwendezi kennengelernt und viel gelacht und mit Einheimischen getanzt.
Am nächsten Mittag habe ich wieder bei Rachel in der „Soul Kitchen“ gegessen und falls irgendwer mal vor hat nach Mzuzu zu kommen, esst bei ihr Chips Mayaye mit Nali (Africas hottest peri peri sauce )! Es gibt nichts besseres!
SANDRA IST WIEDER DA!! Nach dem Essen ist dann Sandra zu uns gestoßen und ich habe ihr erst mal die drei deutschen Mädchen vorgestellt. Ansonsten haben wir nicht wirklich was am Samstag gemacht. Ich habe lediglich Abends nach Deutschland telefoniert und mich mit meinen Freunden ausgetauscht.
Sonntag: Jeder Tag sollte mit einem guten Frühstück beginnen. So auch an diesem Tag. Vegetable Omlette with Toast! Yummie! Bald darauf waren wir in der Stadt einkaufen und haben auf dem Markt ein paar Kleinigkeiten gekauft. Jedesmal ist es wieder ein Erlebnis dort zu sein. Gegen Mittag wurde mir das typisch afrikanische Brettspiel beigebracht (Ich denke es hieß Bao … bin mir aber seeeehhr unsicher!). Die Partie hat bestimmt eine Stunde gedauert, ich hatte einen guten Gegner. Aber letztendlich habe ich gewonnen. Anfängerglück! Während ich das Spiel gelernt habe, schaute Sandra, mit den Kindern, im Nebenzimmer Cinderella.
Irgendwann kam Hassan dazu und ich habe mich ein weiteres mal verdrückt um nach Deutschland  zu telefonieren. Als ich zurückkam spielte Hassan mit Manuel Fifa, führte zwei zu Null und Sandra saß daneben und erklärte mir was ich verpasst hatte.
Montag Mittag ging es dann wieder nach Hause, nach Chipunga. Zwei Holländer schauten sich die Farm an und blieben noch auf einen Kaffee bei uns. Zu dem Zeitpunkt mussten wir wirklich sparsam mit dem Wasser sein, weil wir keins mehr hatten bzw. kaum noch welches hatten. Dazu kam, dass wir unsere Wäsche einweichen wollten (was für mich in einem Desaster endete, aber dazu komme ich noch) und wir dafür auch noch Wasser brauchten.
Abends arrangierten wir unser essen so, dass wir möglichst wenig Wasser verbrauchten... was sich als praktisch unmöglich darstellte, weil wir das meiste hier kochen müssen. Also gab es Bohnen mit Erdnusssauce und Katofeni (Kartoffel). SEHR LECKER! Und auch nicht so schwer.
Die nächsten Tage hatten keine wirklichen Highlights, bis auf das Haribert (die Eidechse) abends beim Mücken fangen abgestürzt ist und den Weg aber wieder in seine Standard Ecke gefunden hat.
Tiefpunkte gab es drei fĂĽr mich.
Ich habe meine rote Jogginghose verloren... klingt jetzt wenig tragisch, aber es war meine einzige warme Hose... die zusätzlich sau bequem war. Ich habe bereits das ganze Haus durchsucht, vergebens. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass Unser Mitbewohner sie aus versehen an einen Dorfbewohner verschenkt hat, als er Kleidung verteilt hat...  das werde ich wohl feststellen, wenn demnächst ein Junge mit der Hose herumspaziert. (Frauen tragen hier schließlich nur Chitenche und Röcke)
Die Sache ist die, ich habe meine Wäsche eingeweicht. Bis dahin kein Problem. Wäre da nicht nur diese blöde Kleinigkeit, die ich außer Acht gelassen habe. Selbst bei Handwäsche, sollte man stets nach Farben trennen … Tja, was das jetzt im genauen bedeutet, könnt ihr euch wahrscheinlich denken. Mein weißes Hemd, Unterhemd, eine Bluse und meine Lieblingshose mit weißen Blumen, sind jetzt blau … Zur Zeit weiche ich sie nochmal ein, aber ich glaube es ist jede Hoffnung verloren. Wieso passiert sowas selbst bei Kaltwäsche? Manno … Das waren meine Tiefpunkte diese Woche.
Ach nee noch was: Das heutige FrĂĽhstĂĽck … Es war seltsam … kennt ihr diese Amerikanischen Filme, in denen Kindern im Internat immer eine graue Pampe auf dem Teller serviert bekommen? Ich glaube der Brei, den wir heute morgen gekocht haben, war inspiriert von diesem Filmessen…  Â
Okay Highlights gab es schon, aber die handelten sich lediglich ums Essen.
Am Dienstag gab es nämlich frittierte Teig-Tomaten-Knödel mit selbstgemachten Chapati und Gurkensalat (aka aufgeschnittene Gurke) ! Bombenspitze! Und diese Knödel haben wir dann noch in einer selbstgemachten Currygewürzmischung gewälzt. Nicht zu übertreffen.
Letztendlich hatten wir viel zu viel Teig und konnten so am Mittwoch davon noch zu Mittag essen. Abends gab es dann eine weitere Köstlichkeit: Milchreis mit Zucker und Zimt und dazu Bananen und Mangos. Lecker, lecker!
Wie man sieht verhungern Sandra und ich hier nicht, wir kommen schon um die Runden.
Und das beste (heute ist Donnerstag), wir kochen heute Nudeln mit Gemüse und SOJAPIECES!!!! Es gibt nichts was mich im Moment so happy macht, wie das tolle essen hier! Vielleicht schreibe ich morgen nochmal weiter, denn da wird’s spannend. Wir gehen in die „Under 5 Clinic“ und schauen uns alles dort mal an. Man sieht sich und bis dahin: Tiwonanenge!










