WIN – HELMUT SURPRISE – VERSCHENKT GESCHICHTEN STATT DINGE
Eine Überraschung für zwei in Berlin, Hamburg, München oder Köln! Wollt Ihr einen unglaublichen Abend erleben? Dann nutzt die Chance, macht mit bei unserer Verlosung und gewinnt eines der zwei HELMUT SURPRISES Überraschungspakete.
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Sucht Ihr das besondere Geschenk? Dann nutzt die Chance und macht mit bei unserer Weihnachts-Verlosung und gewinnt eines der zwei ASK HELMUT SURPRISES. Mit SURPRISE erwartet euch ein echter Überraschungsabend. Ihr wählt euer Wunschdatum, ASK HELMUT euer Abendprogramm. Ob Indie-Konzert im kuscheligen Club, Oper, Tanzperformance, Rap oder Filmpremiere, alles ist möglich. Wohin es geht, erfahren Beschenkte und Schenker erst 6 Stunden vor Eventbeginn, mittags um 12 Uhr.
Der Ringer bringen nach zwei EP Releases endlich ihr langersehntes Debütalbum “Soft Kill” auf den Markt. Musikalisch begehen sie dabei neue sphärische Pfade und machen das Leben im Digitalen zum Thema. Die unendlichen Weiten des Deep Space Web. Kurz vor Tourstart der “Soft Kill”-Tour hat HELMUT der Band ein digitales Fax mit ein paar Fragen gestellt:
Freut ihr euch schon auf die Tour?
Na klar!
Ich packe meinen Koffer… nennt 5 Dinge die auf Tour nicht fehlen dürfen:
True Fruits Green Smoothie Nr.2; Kokosnusswasser; STEAM; LTE
Euer Sound hat sich ja seit eurer erste EP schon verändert.Am 27.01 erscheint jetzt euer neues Album, was ist die größte Veränderung in eurem Sound?
Die größte Veränderung ist, dass unsere Songs nicht mehr scheiße sind.
Welche Platte/Musik läuft bei euch im Tourbus oder in Heavy Rotation?
Young Thug - I AM JEFFERY
Ihr besingt das Digitale als Weltall? DEEP SPACE oder DARK NET?
Beides.
2017 klingt schon sehr nach Zukunft, in welches Jahr würdet ihr reisen wollen wenn ihr könntet?
In das Jahr in dem Half Life 3 released wird. WANN WIRD DAS SEIN?!
Habt ihr Black Mirror und/ oder Stranger Things gesehen?
Ja wir schauen alles was irgendwo verfügbar ist!
Wie nehmt ihr den Hype war auf die Elbphilharmonie wahr, die ja mittlerweile sogar liebevoll Elphi genannt wird?
Solange wir auch mal in der Dunkel-Elphi spielen dürfen und die Kohle stimmt, nehmen wir den Hype gern wahr.
Sekt oder Selters?
Sekt, aber im besten Fall: Crémant!
(Bitte vervollständige diesen Satz:) Frei nach Loriot: Ein Leben ohne ______ ist möglich aber sinnlos.
Henning Mues
Was war euer letztes Konzert bei dem ihr auch Eintritt gezahlt habt?
Babyfather
Wann seid ihr selbst mit einem Konzert zufrieden?
Wenn es so richtig doll Spaß gemacht hat.
An dieser Selle dürft ihr noch jemanden grüßen oder etwas loswerden, das euch auf der Seele brennt:
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Die Sterne funke(l)n seit 25 Jahren ihre Songs in die deutsche Musiklandschaft und leuchten mit ihren reflektierten Texten rund ums individuelle Dasein hell im Hamburger Schule Kosmos. Zum 25-jährigen Bandjubiläum veröffentlichen Die Sterne jetzt eine Art Best Of Album, auf dem andere Künstler nach dem Motto “Mach´s besser” Sterne-Songs interpretieren. Im Februar kommt die Band dann auch auf Tour und wird sicherlich ein wunderbares Best Of Auswahl aus ihrem Œuvre zum Besten geben. HELMUT hat Schlagzeuger Christoph Leich und Sänger Frank Spilker getroffen und plauderte mit ihnen über Zahnzwischenraumbürsten, Punk, Politik und Pop.
(Foto von Robin Hinsch)
HELMUT: Hi Christoph und Frank! Wie schön euch kennenzulernen. Der Titel des Coveralbums lautet, “MACH`S BESSER”. Haben´s die Künstler, die eure Songs gecovert haben, auch tatsächlich besser gemacht?
Frank: Teilweise. Es ist natürlich erstmal ein großer Spaß. Ich finde, es ist eine sinnvolle Aufgabenstellung für eine Coverversion. Man muss es nicht unbedingt besser machen, das ist nicht das Ziel, aber etwas verändern, irgendwie einen eigenen Input einbringen, das ist glaube ich die Aufforderung, die in dem Slogan drinsteckt.
Aber mit “Mach´s besser” wollt ihr nicht etwa Goodbye sagen, oder?
F: Das haben wir auch kurz überlegt, als ´ne Art kleinen Marketingschachzug gleich auch die Abschiedstour “Mach´s gut” mit dran zu hängen. Vielleicht kommt das noch. Bis jetzt heißt die Tour noch “Mach´s besser”. (...) Jetzt hab ich den Faden verloren.
(Christoph, der Schlagzeuger und stilsicherer HSV-Fan hat den Faden wieder gefunden.)
Christoph: Aufhänger war eigentlich gar nicht mal das Besser-, sondern eher das Andersmachen. Die guten Versionen sind eigentlich die, die für die Interpretation der Stücke einen anderen Ansatzpunkt wählen. Da sind echt einige interessante dabei. Also zum Beispiel Isolation Berlin. Dann halt mein persönliches Lieblingsstück von Max Müller, dem Sänger von Mutter. Das ist schon super. Die Band Der Mann hätte ich fast vergessen.
Wie habt ihr die Auswahl der Interpreten getroffen?
F: Wir haben uns Anfang letzten Jahres zusammengesetzt, als klar war, dass wir das Projekt so machen wollen. Ungefähr so wie es jetzt auch geworden ist. Dann haben wir zu Dritt angefangen eine Liste von Bands zu machen, die wir gut finden und die wir gerne auf so ´nem Sampler sehen würden.
Ich hab mir dann ne Liste von meinem Verleger schicken lassen mit allen Sterne-Songs der letzten 25 Jahre. Das sind 125. Und die haben wir komplett so hingestellt und gesagt, tragt euch da ein. Das hat sehr gut funktioniert, weil die Leute dann gleich gesehen haben, wo großes interesse besteht. Es hat kaum Dopplung gegeben nur ein, zwei Fälle gab´s, wo wir ein bisschen moderieren mussten.
Warum habt ihr euren größten Hits wie “Was hat dich bloß so ruiniert” und “Big in Berlin” nicht mit auf das Jubiläumsalbum genommen? Wollte die Stücke niemand covern?
F: Das war ein bisschen Zufall. Also bei “Big in Berlin” oder überhaupt den großen Hits, haben wir befürchtet, dass sich alle darauf stürzen, aber die haben gar nicht so viele Interessenten gefunden, weil es ist auch hinsichtlich der Aufgabenstellung “Mach´s besser”, schwieriger ist. Tatsächlich ist es leichter und vielversprechender einen Song zu nehmen, bei dem die Sterne vielleicht verkackt haben, wo noch Luft nach oben war.
Deine Pläne in der Version von Nicolas Sturm sampelt die Bassline von The Cures “A Forest”. Das geht ganz schön nach vorne. Ziemlich geil. Der Bass im Intro von “Anfang verpasst” erinnert stark an ”Cannon Ball” von The Breeders.
Ihr zitiert euch ja selbst ständig zum Beispiel mit “Was hat dich bloß so ruiniert “House of the Rising Sun”. Was bedeutet euch das Zitat als Stilmittel?
F: Ich glaube, dass die Leute das jetzt aufgegriffen haben, jedenfalls die, mit denen ich gesprochen habe, wie Locas in Love oder die Aeronauten. Die haben das Stilmittel bewusst als Referenz an die Sterne verwendet. Ich glaube, das wird als unsere Handschrift wahrgenommen und auch aufgegriffen. Locas in Love oder die Aeronauten haben das Zitieren auch in ihren Coversongs eingebaut. Die Aeronauten haben beispielsweise bei dem Stück, das sie gecovert haben die Samples ausgetauscht. Das ist natürlich hintenrum auch so ne Referenz an die Band. Das finde ich auch sehr schön. Das ist sozusagen der dritte Weg, der bei mehreren Coverversionen vorgekommen ist.
Ihr schafft in euren Songs durch gezielte Zitate und Referenzen eine ironische Distanz. Ist es das, was Popmusik häufig fehlt?
C: Ich empfinde es auf Die Sterne bezogen nicht als ironisch. Für mich waren Verweise oder Samples immer ein Hutziehen - eigentlich eine Liebeserklärung an andere Stücke. Und daraus dann halt etwas Neues zu schaffen. Ob das der Musik heutzutage fehlt, weiß ich nicht. Das wird doch genauso immer noch gemacht.
F: Im Gegenteil, ich finde das wird eher so ein bisschen vulgarisiert. Das sind dann so ethisch-rechtliche Fragen, die man sich stellen muss - bis wann ist es eigentlich okay oder ab wann ist es einfach Trittbrettfahrerei? Aber ich will mich da auch nicht über Kollegen echauffieren, weil ich glaube, dass wir uns die Frage auch selber gestellt haben mit dem was wir gemacht haben. Vor uns hat natürlich, noch viel wichtiger, Generation Hip Hop in den 80er 90ern die Frage gestellt, indem sie sie nicht gestellt hat. Massive Attack sind beispielsweise so ´ne Band, die komplett von Trittbrettfahrerei gelebt hat. Was nicht zu rechtfertigen wäre, wenn wir die nicht alle so toll fänden und das nicht so ein Meilenstein gewesen wäre.
Es gab ja auch dieses Gerichtsurteil mit Moses P und Kraftwerk....
C: Wobei man sagen muss, dass in den Staaten auch jedes Sampel geklärt werden musste und auch bezahlt wurde.
F: In Europa hingegen war Wilder Westen.
Habt ihr so eine Art persönliches Lieblingsalbum von Die Sterne?
C: Immer das Neue!
F: Ich finde wir hatten so eine Hochzeit, so ca. ´97 mit “Die Interessanten”, vor allem aber auch als Liveband. Ich hab neulich nochmal Bänder überspielt, da waren Aufnahmen von 95, 96, 97 dabei, als wir in London bei einer MTV Livesendung waren. Da waren wir unheimlich gut eingespielt. Man muss nicht das Instrument lernen, sondern die Band als Instrument begreifen. Das habe ich so bei der eigenen Band beobachtet so im Nachhinein, als ich dann diese Videos gesehen hab. Wir hatten natürlich auch Momente, in denen das alles schwierig war. Darüber habe ich auch neulich mit Schnipo Schranke gesprochen und zwar gab´s diesen einen Auftritt nach "Wo ist hier?", das war, 98. Wir sind direkt aus dem Studio in eine VIVA Show rein und konnten vorher gar nicht proben. Wir waren ganz unsicher auf der Bühne und haben uns fürchterlich geschämt. Das Feedback von Schnipo war, dass sie aber gerade das toll fanden.
C: Die haben aber auch einen sehr eigenen Ansatz ...
F: Nee, Moment, das ist aber genau der richtige Ansatz. Also der Ansatz, dass man nicht Perfektion bekommen will. Du willst unterhalten werden und Menschen sehen, du bist an Inhalten interessiert. Perfektion gibt´s überall zu Hauf. Und ich glaube, das ist etwas, das wir richtig verstanden haben. Diese Nichtperfektion und dieses Zerbrechliche kann man letztendlich durch Wiederholung so standfest machen, dass es etwas Tolles sein kann.
War das damals auch rückblickend eure “goldene” Zeit?
F: Das war auch eine wahnsinnig anstrengende Zeit. Also die goldene Zeit, da gebe ich Christoph recht, das ist immer das neue Album. Der Moment, in dem man mit neuen Sachen rausgeht. Wenn du merkst, dass die Stücke funktionieren, dann kann man sich erstmal freuen.
Apropos golden. Ihr habt so wunderschön volles Haar, habt ihr ein Schönheitsgeheimnis?
(Großes Gelächter)
F. Das ist ganz gut, dass er nicht da ist. Es ist echt gemein mit den Haaren, weil ja keiner was dafür kann.
C: Ich besonders.
F. Mein Friseur hat mir mal erklärt, dass das irgendwie vorgeburtlich festgelegt ist, wann dir die Haare ausfallen. Das ist ja nur eine große Lüge der Kosmetikindustrie, dass du da irgendwas dran machen kannst. Auch Ernährung und so, das ist alles Quatsch. Die fallen einem einfach aus. Ich glaube es ist genetisch in Ostfriesland recht weit verbreitet, dass man die Haare verliert.
(Christoph lacht. HELMUT auch.)
F. Ja, aber es ist wirklich traurig, wenn Leute mit 25 schon fast kahl sind. Und ich glaube es ist wirklich eine Belastung. Ich bin froh, dass ich das Glück hatte, aber man kann sich dann ja nicht hinstellen und sagen: He guck mal, ich hab Haare und du nicht. Das ist einfach schlichtweg bloß Glück.
Ihr geht im Februar ja auch auf Tour. Welche fünf Gegenstände müssen unbedingt mit auf Tour?
C: Zahnbürste (lacht)
F: Überschätzt (grinst)
C: Finde ich ganz wichtig.
F: Altersbedingt hab ich immer eine Zahnzwischenraumbürste mit. (Frank zaubert eine Zahnzwischenraumbürste aus seiner Hosentasche)
C: Das Multifunktionswerkzeug.
F: LED-Taschenlampe. Eine ganz kleine LED-Taschenlampe.
USB Stick. Sind wir schon bei fünf?
Ich glaube eins braucht ihr noch.
F: Sonnenbrille und Schmerztabletten.
Das waren jetzt sogar sechs Dinge, wenn man Zahnzwischenraumbürste und Zahnbürste als einen Gegenstand zählt. Was für Musik läuft bei euch eigentlich so im Tourbus?
C: Das ist tatsächlich von Tour zu Tour unterschiedlich. Unser Tontechniker hatte früher immer Reggae mit. Das ist eine Musikrichtung, die ich davor überhaupt nicht kannte. Und Ömmes unser Tourbegleiter auch, also zwei Leute. Eine richtige Reggaefraktion sozusagen. Und die Reggae-Musik hab ich dadurch erst wirklich kennengelernt. Was lief denn auf der letzten Tour, Frank?
F: Ich finde es kommt auch echt darauf an was gerade mitgebracht wird, die Tendenz geht eigentlich dahin, dass jeder seine eigene Musik hört, ne. (Frank schaut rüber zu Christoph, der ihm nickend zustimmt.)
In Zeiten wie diesen,in denen ein weltweiter Rechtsruck passiert, sind Popmusiker und Personen der Öffentlichkeit immer mehr als Opinion Leader gefragt. Wie politisch sollte Popmusik sein?
F: Wir sind auf der Seite derjenigen, die eigentlich immer schon gesagt haben, dass uns das kurz bevor steht. Ich glaube, dass sich die Haltung der Menschen ändern muss, damit sich überhaupt etwas verändert. Damit die AfD nicht in den zweistelligen Bereich rutscht. Das sind einfach die Leute, die vorher CDU gewählt haben und sich jetzt trauen offen rassistisch und nationalistisch zu sein. So etwas wie gesunden Nationalismus oder gesunden Rassismus gibt es einfach nicht. Das sagen wir seit Jahren. Von Rechts oder von Mitterechts wird immer wieder das Gegenteil gepredigt. Sobald sich die Leute sich bedroht fühlen, wird es offen rassistisch und dann wird´s offen nationalistisch und dann sind wir ganz schnell wieder in finsteren Zeiten.
(Bitte vervollständigt diesen Satz frei nach Loriot:) Ein Leben ohne ___________ ist möglich, aber sinnlos.
F: Mmmh, was ist denn noch nicht gesagt worden?
C: Nudeln.
F: Was?!
Momentan sind ja viele junge deutschsprachige Bands am Start (Ja, Panik, die Nerven, der Ringer, Karies, Isolation Berlin etc.). Wenn man sich die Sounds der Bands anhört scheinen viele auch in die sogenannte “Hamburger Schule” gegangen zu sein. Wie seht ihr die momentanen musikalischen Entwicklungen in der deutschsprachigen Popmusik und seid ihr froh um potenzielle Erben?
F: Ich finde das immer schwierig, sowas von sich zu behaupten. Ich würde das ein bisschen anders beschreiben. Es gab eine sehr innovative avantgardistisch Szene angefangen mit der Kollossalen Jugend in Hamburg und so weiter. Und dann ist s immer mehr auch in die Mitte gerückt und so kommerzialisiert und dann hat eine ganze Generation gesagt, ich will mit dem Scheiss - deutschsprachige Popmusik - nichts zu tun haben. Diese ganze Generation hatte sich fast komplett auf so elektronische Musik fokussiert und international ganz anders verortet. Das waren jetzt, nach meinem Gefühl, ungefähr zehn Jahre. Jetzt kommt eine Generation, die sich auf die 90er berufen kann ohne sich unangenehm an diese kommerzielle Variante erinnert zu fühlen. Das ist erfrischend. Ich finde das toll. Also unabhängig davon, ob jetzt irgendjemand sagt, dass er sich speziell von den Sternen inspiriert fühlt. Ich mag das, was dabei herauskommt. Ganz einfach. Schon als Konsument. Ich freue mich über so ein Album wie Isolation Berlin oder die Nerven oder All diese Gewalt.
Was für musikalische Vorbilder habt ihr denn?
F: Vorbilder ist fast schon zu groß die Frage.
C: Es gibt natürlich Musik, die ich gehört habe. Wobei ich diese nicht unbedingt selbst als Musiker umgesetzt habe. Da war Soul tatsächlich sehr wichtig. Ich weiß nicht, ich könnte sagen, mein Lieblingsschalgzeuger ist Tony Allen. Der ist auf ´ne Art und Weise auch ein Vorbild, aber nicht jetzt so, dass ich versucht hätte mir dieses Soulschlagzeug eins zu eins drauf zuschaffen oder so.
F: Da eiert man immer so ein bisschen rum, in der Kunst spricht man ja von einem inneren Museum und je älter du wirst umso größer wird dieses Museum unn die Musik, die man irgendwie toll findet. Ich finde wir sind Punk. Also ich bin, würde ich sagen, so Post-Punk. Also mit diesem Virus Punk, den Grundannahmen infiziert. Aber man selbst hat eine Art Popmusik daraus entwickelt. Anders als in den 60ern und 70ern. Da kann man einige nennen von Billy Bragg bis Prefab Sprout oder so. So ist auch der riesen Katalog in den 80ern entstanden. Simon Reynolds beschreibt das mit "Rip it up and start again". Das ist glaube ich das was wir alle gemeinsam haben - nicht eine Band sondern eine ganze Ära.
H: Seid ihr eigentlich noch aufgeregt vorm Auftritt?
F: Kommt vor.
C: Normalerweise bin ich noch nervös. Dann wird´s aber auch gut. Also immer, wenn ich nicht nervös bin und sozusagen gelangweilt auf die Bühne gehe, dann wird´s nicht gut. Ich brauche offensichtlich irgendeine Anspannung.
H: Wollt ihr noch jemanden grüßen oder was loswerden?
C: Ich verweigere mich dieser Frage.
F: Ich grüße die Band Mondo Fumatore, die nach acht Jahren mal wieder etwas veröffentlicht hat. Ich freue mich sehr darüber.
Vielen Dank für das schöne Interview. Zu den Sternen sprechen kann ja jeder, aber HELMUT haben sie auch geantwortet. Die Sterne kommen im Februar auf Tour. HELMUT verlost für alle Städte GÄSTELISTENPLÄTZE. Wie, wo und wann erfahrt ihr hier: http://bit.ly/2isLstl
An einem nass-kalten Donnerstagnachmittag in Berlin-Kreuzberg. HELMUT ist mit dem wundervollen Indie-Pop-Duo Me and My Drummer in einem Café verabredet. Drummer Matze und Sängerin & Keyboarderin Charlotte stecken gerade in den letzten Vorbereitungen für die bevorstehende SHIMMERING, EVERYTHING-TOUR (hier alle Termine), die bis Ende Januar dauern wird. Außerdem haben die beiden in diesem Jahr ihr zweites Album “Love is a Fridge” veröffentlicht, das noch ein bisschen experimentierfreudiger und detailreicher als das Debüt. HELMUT ist schwer begeistert und neugierig, was sie zu erzählen haben und hat sich viele Fragen notiert. Ob die beiden sich für Fußball interessieren und was packen sie wohl alles in den Koffer, wenn sie auf Tour gehen? Da sind die beiden ja schon:
Hi Charlie, hi Matze! Wie schön, dass ihr die Zeit gefunden habt. Euer aktuelles Album heißt “Love is a Fridge”, was sind die wichtigsten Dinge in eurem Kühlschrank?
Charlotte: Also in meinem Kühlschrank bewahre ich Tomaten auf.Tomaten dürfen nie fehlen. Tomaten müssen nach Tomaten schmecken, das ist mein Anspruch an Tomaten. Dann liegen da noch Avocado und wahlweise Mandelmilch, H-Milch, Vollmilch oder fettarme Milch. Alle Sorten Milch, egal ob von Kühen oder von Pflanzen.
Matze: Ich hab eigentlich immer Gemüse Zuhause und auch im Kühlschrank. Gemüse darf nicht fehlen.
Wie geht es euch so kurz vor dem Tourstart?
C: Das Jahr neigt sich ja jetzt seinem Ende entgegen und ich finde man spürt das immer. Irgendwie liegen andere Sachen in der Luft. Und so kurz vor Tourstart am Ende des Jahres fühle ich mich ein bisschen abschiedsmäßig, ein bisschen wehmütig sogar. Das geht aber mit so einer Weihnachts-Sentimentalität einher. Und du Matze?
M: Naja, das ist vielleicht ein bisschen wie: Man ist urlaubsreif und freut sich voll auf den Urlaub danach, obwohl man seinen Job sehr gerne mag. So in etwa.
Was habt ihr auf eurem neuen Album - dem zweiten - anders gemacht als auf eurem Debütalbum The Hawk, the Beak, the Prey 2012?
C: Na, wir sind jetzt älter, etwas erfahrener und neugieriger auf die andere Seite der emotionalen Palette. Also neugieriger auf andere Emotionen, als nur schwermütige Themen. Neugieriger darauf, dass man filmisch schreibt und szenisch denkt. Und auch auf Themen, die sich vielleicht ein bisschen besser als Geschichte erzählen lassen und weniger introspektiv sind wie zum Beispiel Tagebucheinträge.
Außerdem habe ich nie Gitarre gespielt und mir das Spielen vor wenigen Jahren selbst beigebracht. Auch für die neue CD. Und das war schon eine sehr einschneidende Veränderung für mich und für Matze. Seitdem ich Gitarre spielen kann, können wir auch mit Drums und Gitarre ganze Konzerte bestreiten und brauchen die Keyboards nicht mehr. Die Band hat sich durch die Gitarre in vielen Dingen ganz schön verändert.
Die Gitarre auf dem aktuellen Album steht eurem Sound richtig gut. Hören wir mal bisschen Zukunftsmusik: Auf Facebook habt ihr bereits angekündigt, dass ihr nach der Tour erstmal Pause macht. Warum?
C: Ich werde eine Platte aufnehmen ohne Matze, um zu gucken was dann passiert. Ich habe gleichermaßen total Angst davor und total Lust darauf. Ich werde Matze auf jeden Fall vermissen. Weil Ich Matze auch schon vermisse, wenn wir uns mal eine Woche nicht sehen. Das ist ganz schön gruselig. Aber es ist jetzt wichtig für die Band Me and my Drummer nach sieben Jahren, dass wir mal kurz um den Block laufen und andere Sachen ausprobieren.
Verratet ihr Helmut, was euch glücklich macht?
C: Mein ganzes Leben in der Summe. Ich bin glücklich, dass ich am Leben bin und habe ganz, ganz viel Glück im Sinne von “lucky” und so. Meine Eltern machen mich glücklich. Meine Schwester. Musik und Musikmachen. Wenn ich etwas rauspicken müsste, was nicht alltäglich ist, dann wäre das mein Klavier. Ich habe mir ein Klavier gekauft. Ein schwarzes, schlankes, mystisches, altes, restauriertes Klavier. Jetzt bin ich wieder komplett. Ich bin mit einem Klavier im Haus aufgewachsen und habe mir darauf selbst das Klavierspielen als Kind beigebracht. Ich hatte ganz lange Zeit keines und jetzt habe ich wieder eins. Deswegen bin ich umso glücklicher.
M: Wobei das ein großer Unterschied ist, ob man ein Stagepiano hat oder ein echtes Klavier.
C: Aber Hallo!
M:Ich habe gerade keine Wohnung, weil ich meine Zimmer untervermietet hab´ und muss deswegen immer auf Couches schlafen, bis jetzt die Tour weitergeht. Und da ist mir aufgefallen wie sehr mir diese Balance aus einen Rückzugsort, so eine Art Zuhause zu haben und der Umgang mit Freunden wichtig ist. Diese Balance macht mich glücklich.
C: Ha! Mir ist noch etwas eingefallen. Fünfe gerade sein lassen. Ganz klar. Also Großherzigkeit. Das macht glücklich.
Viele Menschen finden auch im Fussball ihren Seelenfrieden. Charlie, du kommst aus Dortmund und Matze, du aus Tübingen. Was haltet ihr eigentlich davon, dass Leipzig auf Platz 1 der Bundesliga steht?
M: Also ich fände es cooler, wenn der BVB auf Platz 1 in den Charts (grinst) wäre. Ich finde es auch gerade ein bisschen übertrieben, wie über RB Leipzig hergezogen wird, weil die eigentlich auch nicht groß etwas anders machen, als die anderen. Also diese ganze Thematik wie da finanziell gearbeitet wird und wer die Sponsoren sind und so. Da finde ich, muss man immer ein bisschen vorsichtig sein, wenn man sich da so weit aus dem Fenster lehnt und sagt, die sind blöd, die sind Red Bull oder so. Auch wenn das frustrierend ist, dass das Geschäft so abläuft. Und da ist das Fußballgeschäft irgendwie auch vergleichbar mit dem Kulturgeschäft, weil es immer darum geht, woher kommt die Kohle, was ist subventioniert und warum. Deswegen kann man das auf eine Art auch vergleichen, obwohl da natürlich mit ganz anderen Summen gehandelt wird. Aber Red Bull ist ja nicht nur bekannt dafür Fußballvereine zu besitzen, sondern betreibt unter anderem auch Tonstudios. Die finanzieren tatsächlich Kultur damit . Und ja, das ist ein ganz interessantes Thema.
Bier oder Wein?
C: Wein.
M: Bier
HELMUT ist eigentlich ständig auf der Suche nach tollen Locations und besonderen Orten. Ihr wohnt beide in Berlin, habt ihr einen Tipp wo man unbedingt mal gewesen sein sollte?
C: Es kommt immer auf die Jahreszeit an. Im Sommer kann man ja überall Spaß haben. Gerade im Sommer kann ich den Klunkerkranich empfehlen. Das ist eine wunderschöne Location fast direkt bei mir um die Ecke, auf dem Dach der Neukölln Arkaden. Da kann man über Neukölln gucken und da finden auch manchmal Konzerte statt. Außerdem gibt es unfassbar gute Pizza. Deswegen lohnt es sich auch mal Winter mit dem Fahrstuhl hoch zu fahren.
M: Es kommt immer darauf an, ob man jetzt aus Berlin kommt und dann eher Geheimtipps braucht oder für Leute aus anderen Städten. Jeder kennt zum Beispiel das Tempelhofer Feld. Was aber viele Leute nicht so kennen ist der Körnerpark, weil der so ein bisschen versteckt ist. Und total schön ist. Bei mir am Richardplatz, da gibt es gerade tausend neue nette Cafés. Man kann da inzwischen auch sehr lecker essen. Das war vor sechs Jahren noch ganz anders, da gab es da eigentlich gar nichts.
Ihr habt euren Song “Tie me Bananas” dem 2010 verstorbenen Künstler & Regisseur Christoph Schlingensief gewidmet. Was fasziniert und interessiert euch an Schlingensief?
C: Das was an Schlingensief am interessantesten ist, vermag ich gar nicht zu sagen. Auffallend fand ich den Umgang mit seiner horrorartigen Todesangst. Weißt du, wenn wir aus der Tür gehen und mich gleich ein Auto überfährt, dann ist Pech und Scheiße.
Alle sind geschockt aber irgendwie ist es was anderes, wenn man weiß, dass einem nur noch Monate, maximal ein paar Jahre zu leben bleiben, wie bei Schlingensief. Man wird sterben, aber weiß nicht wann. Und leidet unter Schmerzen, wird schwach und schwächer. Dieser Horrorprozess den Schlingensief durchlaufen musste, der hat mich ganz tief berührt, weil er eine Sprache gefunden hat, die seine Ängste und Gefühle so erlebbar und nachvollziehbar gemacht hat, in einfacher Sprache.. Schlingensief hat aber nicht nur den Horror empfunden, sondern auch Kraft daraus gezogen. Das war keine “Lalaland-Gutenachtgeschichte”, von wegen, der Krebs gibt mir total viel Kraft und das Leben gibt mir total viel Kraft, sondern ich habe eine Scheißangst, ich will nicht sterben.
Ich habe ein Foto von ihm über meinem Schreibtisch aufgehängt, als Memento Mori. Auf dem Foto, das war aus einem Buch von und über ihn, da hatte er so einen aufgemalten Rock aus Bananen, sowie Josephine Baker früher. Und das fand ich so witzig und absurd, dass ich ihm mit dem Song irgendwie noch eine etwas warme und trostspendende Botschaft rüberschicken wollte..
Lasst uns eine Runde “Ich packe meinen Koffer…” spielen. Nennt fünf Dinge, die unbedingt mit auf Tour müssen.
M: Vitamin C Tabletten, frische Wäsche, Zahnbürste, mein schwarzer Koffer, weil in den muss das alles rein. Und mein ganzes Equipment. Das ist auch schon alles glaub ich…
C: Ganz viel Make Up, meine schwarzen Loafers, meine weißen Loafers, meine hohen Stiefel und auf jeden Fall ein kleine-Klinke-auf-kleine-Klinke-Kabel, damit man im Auto Handymusik hören kann.
Spätestens im Oktober flattern die ersten Silvester-Einladungen per Eulenpost ein. Wisst ihr schon was ihr Silvester macht?
M: Ja, ich feier mit Freunden schon am 30. Dezember, weil einige meiner Freunde nicht so Silvester-Fans sind. Und das trifft sich ganz gut, da wir am 1. Januar im XY spielen und da kann ich nicht so verkatert sein. Also machen wir die Party am 30. und dann ist auskatern am 31. Alles schön bei mir zuhause, ich koche etwas Leckeres und dann sind wir am 01.01. frisch für das Konzert in der Volksbühne und die Tour.
C: Krass, ich erinnere mich gar nicht mehr an letztes Silvester. Wo war ich da?
M: Frankfurt?
C: Ja, stimmt in Frankfurt. Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass es bei mir mystischerweise so ist: Mit wem ich Silvester verbringe, mit dem hab ich auch im darauffolgenden Jahr irgendwie zu tun. Zumindest mehr, als in den anderen Jahren. Das war jetzt im letzten Jahr so, da habe ich in Darmstadt oder Frankfurt mit den Jungs von der Band Okta Logue gefeiert. Und dieses Jahr stand ich für ein Lied mit denen zusammen im Lido auf der Bühne, die haben “Grown Up Shape” von uns gecovert. Deswegen ist es gar nicht so schlecht, wenn ich mir jetzt sehr gut überlege, mit wem ich Silvester verbringe. Aber ich weiß es noch nicht.
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C: Drummer
HELMUT steht ja fast überall auf der Gästeliste und ihr ja bestimmt auch. Was war denn euer letztes Konzert bei dem ihr Eintritt gezahlt habt?
M: Da muss ich kurz nachdenken. Dieses Jahr waren wir ja selbst so viel unterwegs da war ich auf nicht so vielen Konzerten und wenn, dann hier in Berlin. War nicht PJ Harvey dieses Jahr?
C: Ja! Im August.
M: Ja, PJ Harvey in der Zitadelle. Das war ein wahnsinnig gutes Konzert. Ich finde nur die müssten da lauter machen dürfen.
C:Ich war noch bei Dings, ähm Dagobert. Das war allerdings Zeit- und Geldverschwendung.
Der Rock ´n´ Roll-Lifestyle macht HELMUT manchmal schon ein bisschen zu schaffen. Ihr seht so gesund aus. Was ist euer Geheimnis, macht ihr Sport?
M: Sehen wir gesund aus?
C: Tun wir überhaupt nicht.
M: Auf welchen Fotos? Ich habe aufgehört zu rauchen vor anderthalb Jahren und ich bin gesünder seit dem. Das kann ich sehr empfehlen.
C: Und ich hüpfe durch die Gegend.
Was für ein schönes Schlusswort. Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für eure Tournee!
Jóhann Jóhannssons “ORPHÉE” live @ Funkhaus Berlin 1.12.2016
Ein ausverkauftes Funkhaus Berlin, ein Jóhann Jóhannsson mit sieben eindrucksvollen Musikern, darunter ein überragendes Streicher Quintett. Ein fulminates Ende mit Standing Ovations und geschmackvolle Electro-Club-Sounds im Anschluss im Foyer für den Heimweg. Auch die Funkhaus-Session No.4 war somit ein eindrucksvolles Erlebnis. Freuen uns schon jetzt sehr auf die Fortführung in 2017 mit José González & The String Theory!
Orphée bei Spotify
Alle diese fantstischen Fotos sind von Markus Werner | http://konzertfotos.berlin