Glosse. 19. April.
Draußen tanzen Schneeflocken Samba. Wetterexperten verkünden, dass das nicht allzu ungewöhnlich sei. Ich finde es ziemlich unverschämt. Es ist der 19. April. Ich würde mich über eine angemessene Wärme freuen. Meinetwegen auch Regen, um dem staubtrockenen Boden etwas zu gönnen. Aber es drohen viele tanzende Schneeflocken freundlichen Obstblüten den Rest zu geben. Gut, aber nachdem wir am 18. April lernten, dass es keiner ganzen Fußballmannschaft sondern lediglich eines Spielers namens Ronaldo bedarf, um den FC Bayern zu besiegen, nachdem wir am 18. April lernten, dass Wahltermine in der ältesten Demokratie Europas vollflexibel gehandhabt werden, völlig gleich, was das für Verhandlungen im internationalen Rahmen (etwa Brexit) bedeutet, nachdem im April und überhaupt jeden einzelnen Tag des Jahres ständig eine neue Sau durch's Dorf getrieben wird, nachdem, insbesondere nach Trumps Machtübernahme, Unbeständigkeit das einzig Beständige im Alltag zu sein scheint, nach all dem bin ich ein wenig froh, dass wenigstens der April seinen Job tut, unbeständig, aber darin verlässlich.







