Butterkuchen auf der Insel der Forschung
Liebes ExIF14-Team,
wie schade, daß es in der letzten Folge keinen Butterkuchen gab – und das nur, weil er eben am Drehort unbekannt ist.
Es war schon vollkommen korrekt, als Ersatz dafür keinen Donut zu servieren, aber solch eine Notlage kann ja schnell mal wieder vorkommen.
Daher hier das Rezept eines ostfriesischen Butterkuchens für alle Fälle:
Aus den Zutaten: 1 kg Mehl, 2 Würfeln Hefe, 1-2 TL Zucker, 0,5 l Milch und 250 gr. Butter einen Hefeteig bereiten und ihn auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech ausrollen. Den Teig mit 50 gr. zerlassener Butter bestreichen und 250 gr. Hagelzucker draufstreuen. Besonders lecker ist’s auch noch zusätzlich mit gehackten Nüssen oder/und gehobelten Mandeln und Zimt. Dann geht’s ab für etwa 40 Minuten in den Backofen bei 200 Grad.
In Stücke geschnitten schmeckt der Butterkuchen lauwarm unwiderstehlich gut.
Zu toppen ist das natürlich auch noch: Der ausgekühlte Butterkuchen wird horizontal halbiert. Das ist nicht so einfach, lohnt sich aber. Dann wird der untere Teil mit aufgeschlagener Sahne oder etwas dicker gekochtem Sahnepudding bestrichen. Der obere Teil mit dem Zucker und den Nüssen wird wieder aufgelegt und das nennt sich dann „gefüllter Butterkuchen“. Das ist mehr als lecker und gefährlich, denn das ganze Projekt setzt sich schneller auf den Hüften ab als daß sich Günther Hohlfeld’s Statistik im Gehirn verfestigt.
In Ostfriesland wird der Butterkuchen übrigens oftmals (wie wohlmöglich auch in anderen Regionen) „Beerdigungskuchen“ genannt. Diese Bezeichnung hat ihren Ursprung in der Zeit, als Beerdigungen noch im Trauerhaus von Angehörigen und Nachbarn vorbereitet wurden und die Gäste der Trauerfeier mit dem Fahrrad anreisten. Nach der Bestattung gab es eine Teetafel im Trauerhaus zur Bewirtung und Stärkung der Gäste für den Rückweg mit dem Rad.
Dafür bereiteten ganz rollenkonform die Nachbarsfrauen am Tag vor der Beerdigung größere Mengen von Kuchen vor und dieses Butterkuchenrezept bot sich dafür einfach an, weil der Kuchen recht schnell und einfach zuzubereiten war und die Zutaten preiswert und in großen Mengen verfügbar waren und auch heute noch sind.
Dazu gehören selbstverständlich (mindestens) drei Tasse Ostfriesentee mit Kandis und Sahne. Die beiden in der vierten ExIF 14-Folge benannten regionalen Teeanbieter sind da schon eine gute Wahl und ich bevorzuge die Emder Marke.
Der Tee schmeckt am besten aus kleinen Porzellantässchen - eure großen weißen Kaffeetassen sind da nicht so geeignet.
Viele Grüße und gutes Gelingen.














