Sie war aus der seltsamen, fรผr Auรenstehende unverstรคndlichย
verbliebenen Ehe zwischen einer Tรคnzerin und einem Philosophen
geboren; aus der flรผchtigen Liebesvereinigung von Schรถnheitย
und Wahrheit, der Harmonie von Widersprรผchen inmitten verblassender,ย
brรถckelnder Welten.
Auf ihrer Stirn huschten Schatten und spielte der Gedanke; in derย
Grazie ihrer Handgelenke verbarg sich kรถnigliche Ahnungslosigkeit.
Blau, oh! zuckte in ihren Adern das Blut, das unter der schierย
durchsichtigen Haut, auftauchend und wieder verschwindend,ย
rรคtselhafte Muster bildete. Der Rhythmus, die Ruhe war in ihr, und โย
wie der Ozean โ ihr bodenloses, klares und salziges Geheimnis.
Sie spรผrte wohl kaum ihre eigene Wirkung; mit groรen Augen sah sieย
sich im Spiegel ihrer glรคnzenden Pupillen, im Staunen und in derย
Freude der Menschen, ihrem Grimm und ihrem Schrecken. Sieย
existierte, ja gewiร; die Welt schimmerte aus ihr und formte ihreย
Vorstellungen.
Als sie einmal auf der Schwelle zur Nacht einen Blick in denย
Drehspiegel warf, verstand sie es plรถtzlich.
Sie war das Gedicht...