Kommentar zu Satire-Affäre
Ich kann es einfach nicht fassen! Von Beginn meiner journalistischen Laufbahn an, hat man mir immer wieder gesagt, dass Presse- und Meinungsfreiheit in diesem Land unantastbar seien. Das ich mich in meiner Berichterstattung nicht durch Androhungen irgendwelcher Konsequenzen von "beleidigten" Interviewpartnern, Parteien, Einrichtungen etc... einschüchtern lassen soll, solange der Inhalt der Wahrheit entspricht und belegbar ist. Satire darf dies auch. Sogar ohne für jede Überspitzung von Tatsachen einen konkreten Beweis vorlegen zu müssen und ja , sie darf und soll auch den Spiegel vorhalten. Dachte ich zumindest. Und ich kenne einige Kabarettisten und Komiker persönlich, die das bisher so gehandhabt haben. Ich bin über die aktuelle Entwicklung und Diskussion entsetzt. Das eine Satire im zensurerfahrenen Nachkriegs- und Nachwende-Deutschland 2016 zu einer Staatsaffäre werden kann - das ist die eigentlich Satire. Wenn's nur nicht so traurig wäre. Noch trauriger allerdings ist, dass die Kollegen vom ZDF einen Satirebeitrag, dessen Inhalt vorher besprochen, von mindestens zwei Redakteuren vor Sendung inhaltlich abgenommen werden muss und die somit die Sendeverantwortung dafür tragen, nach einem Anruf aus Berlin, diese von sich weisen. Der Künstler wird fallengelassen. Was läuft hier schief?















