
tannertan36

oozey mess
almost home
NASA

Product Placement
Mike Driver
🪼

Game Changer & Make Some Noise
2025 on Tumblr: Trends That Defined the Year

Noah Kahan

pixel skylines

izzy's playlists!
Jules of Nature

Andulka
𓃗

Kiana Khansmith
taylor price
Fai_Ryy
RMH
seen from United States
seen from Italy

seen from Poland
seen from United States

seen from United States

seen from United States

seen from Vietnam

seen from United States
seen from Mexico

seen from Malaysia
seen from Türkiye
seen from United States

seen from Canada

seen from South Africa

seen from United States
seen from Vietnam

seen from Azerbaijan
seen from United States

seen from United States
seen from United States
@hermeskind

Anya is live and ready to show you everything. Watch her strip, dance, and perform exclusive shows just for you. Interact in real-time and make your fantasies come true.
Free to watch • No registration required • HD streaming
Rallito-X: Psychokunst
Überall Bilder, überall Botschaften. Das sind wir gewöhnt. Die Fratze der Wirklichkeit stürmt von allen Seiten, von oben und unten, als Ton, als Wort, als Bild, bewegt und unbewegt auf uns ein. Aber das kriegen wir gar nicht mehr mit. Die psychologisch komponierten Farben, Klänge, Räume, Wege und Düfte aus den IT-Werkstätten wollen uns in den Konsumismus terrorisieren. Na und? Wir wissen das doch alles, kennen das in- und auswendig, sind dermaßen überflutet, dass wir es einfach satt haben. Abschalten - Ausblenden. Über die Jahre haben wir das Ausblenden perfektioniert, es perfektionieren müssen. Aus Notwehr gegen die Bilderflut, aus Notwehr gegen die Ideologiekritik.
Doch die Fragen, wie und ob die oft konfus und beliebig anmutenden Medienerzeugnisse auf uns wirken, ob hier tatsächlich noch Sinn erzeugt wird, der das Bewusstsein auf das herrschende System zu konfigurieren versucht, bleiben. Oder sind alle Klagen etwa gegenstandslos, alle Unterstellungen der Medienmanipulation nur einer anachronistischen linken Ideologie geschuldet?
Eines scheint zumindest festzustehen: Alles ist Lifestyle. Lifestyle, so hieß laut Wiki ein britischer TV-Sender, der von 1985 - 1993 im Wesentlichen all jene TV-Formate aus den USA hierzulande im Original übertrug, die heute als nationale Ableger fest etabliert sind: Talkshows, Soaps, Teleshopping. Kinderkanal. Alternativ bietet Wiki noch einen andere Begriffsdeutung an, nämlich Lifestyle für Lebensstil oder auch Lebensart. Erstes Bild unter der Definition zeigt zwei Hippies auf einer Waldlichtung im Jahre 1981, wie sie entspannt vor dem selbst gebastelten Wohnmobil sitzen, einem fahrenden Holzhaus mit liebevoll dekorierter Miniveranda samt Schaukelstuhl, und irgendetwas basteln. Angesichts dieser Definition von Lifestye kommt man zu dem Schluss, dass der britische TV-Sender gewonnen hat. Von dem Lebensgefühl der Waldlichtung zumindest, einem Ort ohne Magazine, Plakate, Treppenwerbung, Flyern, Schildern und Bildschirmen in allen nur erdenklichen Größen zum Hinstellen, Tragen, Aufhängen, An- und Aufziehen, sind wir weit, sehr weit entfernt. Deswegen blenden wir aus, romantisieren die Waldlichtung und flüchten uns innerlich an feine Orte, die wiederum zu festen Motiven der Werbe- und Medienwelt geworden sind. Nur mit Handlungsaufforderungen und Preisschildern versehen. Unsere Köpfe als Schlachtfeld multimedialer Stimulanzen, unsere Herzen werden tagein tagaus mit Imperativen und künstlichen Farben bombardiert, unsere Träume sind Psychospielplätze der Werbebranche. Eine Gesellschaft im Zustand konsumistischer Dauererregung.
So erscheint es zumindest aus dem Blickwinkel des spanischen Künstlers Rallito-X, der die neuronalen Experimentierflächen des ubiquitären Medienrauschens, also uns, zurückgewinnen will, in dem er per Schocktherapie den Verstand des Rezipienten zum Ausstellungsort seiner Kunst macht. Die Innenwelt, Emotionen und Verstand müssen bewegt, müssen in Schwingung gebracht werden, sollen sich auflehnen gegen die kruden, diktierten, konfusen Bilder und Botschaften. Er gibt der Wirklichkeit ihre Fratze zurück und lässt die neuen alten Schreckensbilder auf uns einstürzen. Dämonenaustreibung durch Psychoskulpturen. Seine Methode ist die plakative Aufschlüsselung der Medienkultur und ihrer Mechanismen, indem er sie in das Gewand plumper Hässlichkeit kleidet. Sein konsequentes Abarbeiten an den Medienbotschaften hat zum Ziel, sie als das zu entlarven, was sie sind: Ein Gift für Herz und Verstand. So missbraucht er die Bilder, wie sie uns missbrauchen. Er macht sich in ihnen auf die Suche, fügt hinzu, formt um und löst heraus. Die Plakate, die Magazincover, die Flyer dienen ihm zeitweise als Fragmente seiner Raumwerke, in denen er die in vermeintlicher Schönheit erstrahlenden Modelle in monströse Erscheinungen verwandelt. Er setzt ihnen Medusenhäupter mit betäubten Augen auf, schraubt die Haken zurück ans heilige Kreuz, lässt uns in verschlingende vaginale Abgründe blicken und konfrontiert uns mit wuchernden Penissen, die gierig danach trachten unsere Hirne und Herzen zu ficken. Mal überschreibt er Vorhandenes, mal inszeniert er seine Dämonen auf den unbefleckten Wänden des öffentlichen Raums. Kurz, er enthüllt, wo immer er kann, die Impulse der Medien als menschenverachtende, wirre Formen christlicher Pornografie und Schreckensbilder des herrschenden Konsumismus. Er selbst entstellt nichts, im Gegenteil, er macht die Entstellung nur sichtbar. Auch die Worte sind schon da, Rallito-X ordnet sie nur neu an. Mit ins Gegenteil verdrehten Botschaften wie "Benutz kein Kondom – treib ab", "Obama ist nicht schwarz" und "Jesus ist Hilter und meine Scheiße ist deine Scheiße" macht er die Beliebigkeit der Imperative offenkundig.
In letzter Konsequenz wird auch er zum Gorgonen, macht historische Persönlichkeiten zum persönlichen sexuellen Fetisch und onaniert sinngemäß auf Mao, auf Ratzinger, auf Thatcher – einfach mal abspritzen. Dann wird das Bild abgehakt und wie eine Jagdtrophäe in das räumliche Gesamtkunstwerk integriert, wo er die Bildnisse schonungslos auf den Betrachter einstürzen lässt. Was wie ein infantiler Spaß anmutet, ist die konsequente Nachahmung der bitteren Medienlogik: Der allgegenwärtige Alptraum macht vor keinem Halt, seine Fratze schaut mit tausendfachen Augen auf uns herab, ob wir sie noch wahrnehmen wollen oder nicht.
Rallito-X Blog
Rallito-X Website
(Timo Maier / 2013)
Geschichte: Der Text entstand auf Anfrage von Ricardo de Larrea für BcmArte.

Anya is live and ready to show you everything. Watch her strip, dance, and perform exclusive shows just for you. Interact in real-time and make your fantasies come true.
Free to watch • No registration required • HD streaming
The barbarous time of miracles isn't over yet
<a href="http://keychee.bandcamp.com/track/protostar" data-mce-href="http://keychee.bandcamp.com/track/protostar">protostar by keychee</a>
The barbarous time of miracles isn't over yet
The stars are bored and useless now
nobody speaks to them anymore.
They mean nothing than fringy patches
on an old and crumpled nightsky.
Earphones like helmets decorate our heads
to make the screaming go away
to transform the wohle universe into
a mute orchestra of selfreflection.
Lets rehabilitate the Stars to become
projectors of the nightly billboards.
Lets teach the wind
how to spread the small prints.
Lets re-educate the oceans
to serve us as giant funparks.
Lets forget about the poor and dying
in deep and dusty mines.
And if you see a picture of them
color it pink and print it on
a shirt to underline your empathy.
And if you hear a word
about their suffer
just raise the volume
and put a llitle more bass on your
eraphones to relocate the pain in a
nice and chilling beat.
Fuck you world,
fuck you universe,
fuck it all.
(Timo Maier / 2012)
Geschichte: Für sein neues Album all hat keychee mich darum gebeten, eine Transmission für den Song protostar zu schreiben.
Tausend Augen laden zum Sehen ein
Tausend Augen laden zum Sehen ein,
doch was sehen sie, wenn sie der Einladung folgen?
Sie sehen jeden Tag die Dramen des Weltbürgerkriegtheaters,
eingängig aufbereitet um fünf, um sieben, um neun in der Frühe,
mittags, nachmittags, vorabends, abends und nachts,
rund um die Uhr informiert,
auch zwischen den Serien und während der Pausen,
als Werbeanhängsel.
Wir sehen Tod, Zerstörung, Konflikt und Unverständnis,
sehen Frauen in Blusen und Männer in Anzügen, die
anscheinend etwas damit zu tun haben.
Wir werden gerne daran erinnert, wie gut es uns geht,
eingängig aufbereitet um fünf, um sieben, um neun in der Frühe,
mittags, nachmittags, vorabends, abends und nachts,
rund um die Uhr,
eine schnelle Naturkatastrophe und eilige Spendengalas tun ihre Wirkung
und dann noch das Wetter:
…
es friert im Heimatlande.
(Timo Maier / 2010)
Geschichte: Das Gedicht ist ist im Rahmen der Aktion 48 Stunden Integration des Fotografen Masa Yuasa an den Wänden der U-Bahn-Station Kottbusser Tor in Berlin ausgestellt worden.
Zauberwort
Ich sehe Botoxlippen.
Eine Zunge schießt in lustvollem Lecken verheißungsvoll hervor.
Für nur sechs Cent die Minute bekomme ich mehr zu hören
mehr zu sehen
mehr zu phantasieren
und halte, halte
doch nicht mehr als mich selbst in klebrig feuchten Pranken.
Ich sehe Großmütter, doch nicht mit ihren Enkeln im Schoße,
ihre nackte Scham verdeckend,
in Hündchenstellung sich räkeln,
pulsierend rote Neonherzen verdecken,
Ihr Arschloch!
Diesmal nur vier Cent die Minute.
Und finde finde keine strahlend Freude über Kinderlachen
in schon trüb gewordenen Augen.
Ich sehe einen abgehalfterten Defa-Indianer
in Geldnot.
Eine Prostituierte, die mir Geldpakte schenkt, wenn ich
- - Blaubeere - -
oder ein anderes Zauberwort in die Muschel säusel.
Ich sehe und sehe
drücke und drücke
schaue und schaudere
über einen silbernen Wagen, der eine Fensterfront des dritten Stockes rasant durchbricht.
Alle Insassen sind sinngemäß tot.
Ein mehr oder weniger bekannter Schauspieler
reckt strahlend weiß den Daumen.
Ein blonder Mann küsst einen schwarzen Jungen auf die Stirn.
Eine sinnlose Zahlenreihe verspricht mir stöhnend Paradies.
Niemand sprach bisher das Zauberwort
in eine der fünfzehn offenen Leitungen
Die Prostituierte im schwarzen Abendkleid schwätzt sich zwischen Schachteln schwindelig.
Es deckt sich mit keiner der bekannten Sprachen.
Warum sagt nicht endlich jemand das Zauberwort?
Sie zu erwecken aus ihrem Veitstanz.
Der Lohn für die Wissenden ist eine Nummer.
Man ist es ja gewöhnt!
Wo sind die Helden mit den wunden Fingern,
die weder Kosten noch Mühen scheuen,
in unserer überverköstigten Zeit?
Die endlich das Zauberwort
flüstern
rufen
brüllen
Wie ich, den Exorzismus an mir selbst vollziehend,
mit wirren Augen auf einen schwarzen Kasten starrend,
bald geifernd
mit gewaschenem Verstand
ich brülle
weiter
gegen die bunt glitzernde Wand und siehe da
ein jemand säuselt das Zauberwort:
- - Stillstand - -
Doch nicht lange, denn in
5
4
3
2
1
geht es weiter mit
blitzen und blinken
und schreiender Extase
mit tatütata
und ratatatatat
zum allgemeinen Amüsement
24 Stunden in der Endlosschleife.
(Timo Maier / 2010)
Geschichte: Eigentlich zusammen mit dem Künstler Michael Kirchberger als Kurzfilm geplant, hat sich das Ganze über die Zeit zu einem reinen Audiostück gewandelt. Es ist der Versuch einer mehr oder weniger lyrischen Übersetzung des alltäglichen TV-Zappings.
XOO
Ein betäubter Blick durch den Sucher
spiegelt ein Leben im Quadrat
Eine Welt aus Glas und Stäben
an unserem freien Tag
Was willst du finden
in dieser zahmen Stäbewelt
Mit Blitz und Licht und Schatten
im Kreisgang den dein Sucher hält
Was suchst du hier
an deinem freien Tag
(Timo Maier / 2010)
Geschichte: Das audiovisuelle Poem ist eine weitere Zusammenarbeit mit dem Künstler Michael Kirchberger. Das bereits erstellte Video- und Audiomaterial sollte durch ein Gedicht ergänzt werden, um eine dritte Dimension neben der Bild- und Tonebene zu eröffnen.