Transparent gerechnet: Ökostrom im Preisvorteil
Erneuerbare Energien sind schon heute günstiger als Strom aus Kohle und Atomkraft. Der Grund: Konventionelle Brennstoffe verursachen Kosten, die auf der Stromrechnung gar nicht auftauchen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag von Greenpeace Energy und dem Bundesverband Windenergie. „Was Strom wirklich kostet“, so lautet der Titel der FÖS-Studie. Die Antwort darauf findet der Verbraucher nur zum Teil auf seiner Rechnung. Zwar ist hier die Förderung für erneuerbare Energien in Form der EEG-Umlage transparent ausgewiesen, doch ein Großteil der Kosten von Atomkraft, Stein- und Braunkohle fehlt. Denn anders als in der gegenwärtigen Strompreisdebatte oft dargestellt, profitieren gerade die konventionellen Energien seit Jahrzehnten von Finanzhilfen und Steuervergünstigungen. So flossen von 1970 bis heute insgesamt 177 Milliarden Euro Förderung in die Steinkohle-Verstromung, Braunkohle erhielt 65 Milliarden, die Atomkraft sogar 187 Milliarden Euro. Der Verbraucher zahlt dafür – nicht via Stromrechnung, sondern versteckt über Steuern und Abgaben. Eine faire Kalkulation müsste zudem die gesellschaftlichen Folgekosten von Kohle und Atomkraft berücksichtigen, sei es für Umwelt- und Klimaschäden oder für die Risiken eines nuklearen Unfalls. Legte man diese Kosten und die Subventionen für konventionelle Energien auf den Strompreis um, hätte das einen Preisanstieg von 10,2 Cent pro Kilowattstunde (kWh) zur Folge. Eine „Konventionelle Energien-Umlage“ wäre also fast dreimal so hoch wie die aktuelle Umlage für Ökostrom.















