Was für eine Woche...
Die erste anderhalbe Woche Roadtrip liegen hinter uns und hat uns viel gegeben aber auch viel abverlangt. Angefangen hat es schon am ersten Tag, an dem wir von Whitehorse nach Skagway fahren wollten. Grenzüberquerung inbegriffen. Frohen Mutes fuhren wir von der Hundefarn los Richtung Alaska. Auf dem Weg kamen wir an der kleinsten Wüste der Welt vorbei und wir ließen es uns natürlich nicht nehmen, diese mit einem fixen Fußmarsch zu durchqueren. Danach ging es durch atemberaubende Natur und an einem Bären vorbei, der am Straßenrand fraß, in Richtung US-Grenze. Von den Ausblicken die der White Pass und geboten hat, ist unsere Euphorie und Abenteuerlust, mit unglaulicher Wucht an der Grenze nach Alaska zerschellt, als die Beamtin uns mitteile ohne ESTA ( Besucher Visum) gibt es keinen Weg in die USA. Zur Erklärung uns war im Vorhinein bewusst, dass wir dieses bennötigen uns wurde im Visitor Center in Whitehorse aber die Information gegeben, dass wir das an der Grenze machen können. Die Wut, die wir auf die Angestellen der Visitor Centers in diesem Moment hatten war unbeschreiblich als uns bewusst wurde wie weitläufig diese Missinformation war. Wir waren 2 Stunden entfernt von der nächsten Stadt in kanada Carcross, von der wir gerade kamen und in die wir zurück geschickt wurden. Ebenfalls würde bis wir wieder dort ankommen, um uns Internet irgendwo zu besorgen und das Esta auszufüllen alles schon zu sein, es war 6 Uhr Abends. Die Fähre, die wir morgens um 8 Uhr in nehmen wollten, würden wir unmöglich schaffen, da die Bearbeitung des Esta 24-72 Stunden dauern kann, sagte die Grenzbeamtin. Die Fähre war schon bezahlt das stornieren mit Verlust, sowie die Neubuchung, wurde einen Loch in unserer Reisekasse hinterlassen und das schon am 1 Tag. Mit Wut und viel Depression fuhren wir zurück nach Carcross und trafen glücklicher Weise im Visitor Center 2 tolle Frauen, die dort arbeiteten. Da um 19.45 das Internet auch im Visitor Center ausgeschaltet wird, schickten die uns zu einem Benachbarten Cafe, wo jmd gerade noch aufräumt. Heike..eine zugezogene Deutsche, ließ uns in Ruhe mit ein bisschen Rot Wein, ihr Internet benutzen, sodass wir uns Esta beantragen konnten. Die Frauen im Visitor Center haben wohl so viel Mitleid mit uns gehabt, sodass sie uns eine kleines Buch und eine Feder schenkten. In diesem Buch sollen wir immer aufschreiben, was uns gutes wiederfährt. Die Feder hält man fest und sagt was scheiße ist und lässt damit alles los. Entkräftigt, hungrig und wieder ohne Internet, suchen Gab und ich einen Schlafplatz, den wir am nah gelegen See finden. Hier wird gespeißt,ein paar Biere getrunken und gepennt. Gab hatte sich schon Wochen über das Schlupfloch gefreut, nicht mehr in Kanada zu sein und endlich wieder Bier trinken zu dürfen. Er hatte gegen mich eine Wette verloren, weswegen es ihm während unseres gesamten Aufenthaltes in Kanada kein Bier darf. Theoretisch hatten wir ja das Land bereits verlassenm weshalb das trotzdem zählte. Sein letztes Bier war außerdem auf den Tag genau 7 Monate her… er hat genug gelitten. Brav schrieben wir in unser Buch, dass wir fucking Dankbar sind für Heike und die 2 Frauen im Visitor Center. Gute Nacht. (Miri)
Am nächsten morgen wachten wir auf und gingen zurück ins Visitor Center, um im Wlan zu checken, ob wir unsere Einreisegenehmigung nun bereits erhalten hatten. Ging Gott sei dank schneller als gedacht. Also haben wir den Plan bisschen umgeworfen, eine Fähre später gebucht, sodass wir am Abend doch noch nach Juneau, der Hauptstadt Alaskas, kommen. Während dieser ganzen Prozedur bekamen wir von den netten Damen, die glaube ich, echt Mitleid mit uns hatten einen Apple Fritter zum Frühstück. Okay, diesmal aber wirklich. Ein zweites Mal ging es über den White Pass an die Grenze. Auch diesmal mussten wir kurz zittern, da wir wohl bisschen zu schnell für das System waren und der Beamte unser Visum noch nicht auf dem Bildschirm angezeigt bekam. Gut, dass wir es ausgedruckt hatten… Jedenfalls durften wir nach etwas Computer-Magie endlich in die USA einreisen & fuhren nach Skagway rein. Eine kleine Stadt, in der aktuell 3 Cruise-Ships anlagen… ekelhaft! Dementsprechend voll war die Stadt mit Touris, die uns auch bereits zu hunderten in Bussen über den White Pass entgegen kamen. Gut, dass wir hier eh nicht viel Zeit verbringen konnten, da wir relativ direkt auf die Fähre mussten. Nach einem schwer anzuschauenden Ladevorgang, der super lang gedauert hatte, legten wir ab und machten uns auf unsere Reise auf dem Pazifik.
Über Haines, wo wir das Auto abstellten und schnell wieder auf die Fähre liefen, ging es weiter nach Juneau, wo wir einen Couchsurfing Platz hatten. Das war deshalb gut, weil die Fähre mit dem Auto um einiges teurer gewesen wäre. Vorbei ging es an sagenhaftem Panorama. Eine beeindruckende Kulisse. Und als wir in Haines ablegten kam auch richtig die Sonne raus. Wir saßen auf dem Sonnendeck, tranken bier und genossen die 4 stündige Bootfahrt, bis wir irgendwann halb 11 abends in Juneau ankamen. In diese Stadt kann man tatsächlich nur mit per Boot oder Flugzeug einreisen. Per Mitfahrgelegenheit ging es zum Schlafplatz und ab in ein schönes großes Bett.
Am nächsten Tag checkten wir den Stadtkern von Juneau aus. Auch hier wieder - Cruiseships. Dementsprechend viele Touris, die sich in den zahlreichen Juwelier- & Souvenirgeschäften tummelten. Wir merkten schnell, dass das nichts für uns ist & so gingen wir ein wenig außerhalb des Trubels einen kleinen Trail. Schon irgendwie abgefahren, wie hoch die Berge hier direkt vom Ozean hoch ragen. Danach ging es wieder zu unseren Hosts, um einfach bisschen abzugammeln. Am nächsten Tag besauchten wir den Mendenhall-Gletscher, wo wir eine etwas größere Wanderung machten, auch wenn das Wetter nicht ideal war. Im Visitor Center konnten wir uns kurz aufwärmen & eine Menge lernen. Ja, es ist zwar Ende Mai, aber es ist immer noch verdammt kalt hier!! Richtig zu regnen fing es aber zum Glück erst, als wir uns dann wieder auf den "Heimweg" machten. Dann hieß es auch zeitig ins Bett gehen, denn am nächsten Morgen holte uns halb 6 am Morgen das Taxi ab, um uns wieder zur Fähre zu bringen, welche uns dann wiederrum zurück nach Haines zu Auto Carla bringt. War schon komisch unser ZuHause für 9 Wochen dort einfach stehen zu lassen. Wir waren auch froh, unser ganzes Zeug & Essen wieder zu haben, denn Alaska ist echt teuer!
In Haines machten wir dann erstmal Mittagsschlaf, bevor wir uns dann in der "Zeltstadt" anschlossen, die sich anlässlich des alljährlichen Bierfestes dort aufgebaut hatte. Dort trafen wir auch Fin wieder, mit dem wir vor ein paar Wochen Eisangeln waren & spielten gegen ihn und seinen Kumpel eine Runde Flunky Ball, welche wir peinlicherweise verloren… Am Abend ging es dann noch in eine Bar, in der eine überraschend gute Band spielte. Mit klingelnden Ohren ging es im Regen wieder zum Auto & ab ins Bett. Wir wollten ja fit sein für den nächsten Tag, denn da fand das von mir (Gabi) lang ersehnte Bierfest statt. ENDLICH WIEDER ORDENTLICH BIER TRINKEN!!
So hab ich zumindest gedacht, aber wie wir feststellen mussten, wird hier in Kanada allerlei fragwürdiges Bier gebraut. Wir bekamen am etwas unkoordinierten Einlass unsere Testbecher und hatten anschließend 4 Stunden Zeit uns durch die Braukunst Alaskas & des Yukons zu probieren. Biere die wir wirklich mochten, fanden wir jedoch nur wenige… Trotzdem war es eine gute Zeit mit netten Menschen, Live-Musik & nüchtern war hier nach 4 Stunden definitiv niemand mehr. Schon ein witzige Veranstaltung. Trotz des regnerischen Wetters wurde bis tief in die Nacht auf dem Zeltplatz weitergefeiert.
Dieser leerte sich am Sonntag dann aber doch relativ schnell. Als wir aufwachten, waren die meisten Autos um uns herum bereits verschwunden. Das Wetter lud aber auch nicht unbedingt zum Campen ein… nass, windig, kalt, eklig… Aber wir kommen wahrscheinlich nie wieder nach Haines, also hieß es für uns, das beste daraus zu machen. Fin, der mir auf dem weg zum Klo verpeilt entgegen kam, sah das glücklicherweise genauso. Auch er hatte vor noch eine weitere Nacht zu bleiben & so verbrachten wir den Tag zusammen. Wir fuhren zum wunderschönen Chillkoot-Lake, wo es für Miri dann erstmal ordentlich Kaffee gab, Fin die Angel ein paar mal schwang & wir einfach die Natur genossen. Das hatten auch 2 von Fins Freunden vor, Mera & Gaige, die wir später dort trafen. Kurzerhand schlossen sie sich unserem Katertrupp an & wir machten uns auf eine kurze Entdecker-Tour durch den alaskanischen Regenwald. An deren Ende fanden wir einen Bootssteg irgendwo im nichts. Tinming war an diesem Tag unser Freund, denn genau als wir diesen erreichten, kam tatsächlich die Sonne raus, was Fin dazu veranlasste im arsch-kalten Wasser schwimmen zu gehen. Wir hatten auch überlegt, aber angesichts dessen, dass wir noch 8 Wochen im Auto vor uns haben verzichteten wir. Das war auch gut so, denn so schnell wie die Sonne kam, war sie auch wieder weg. Also ging es zurück nach Haines, wo vielleicht wenns hoch kommt 500 Menschen wohnen… Zum Abendbrot gab es Pizza, bevor wir dann in 3er Kolonne in eine Recreation-Area fuhren, wo man legal kampieren darf. Schön dort am Feuer zu sitzen, mit alten & neuen Freunden.
Früh gab es dann richtig geiles Frühstück, bevor wir alle wieder unserer Wege gingen. Fin, Gaige & Mera fuhren zurück nach Whitehorse & für Miri & mich hieß es im Waschsalon erstmal zu duschen. Wir überlegten, ob wir schon wieder zurück nach Kanada (Haines Junction) fahren sollen, entschlossen uns dan aber doch dazu, noch eine letzte Nacht in Alaska zu bleiben. Irgendwo in der Pampa. Mit Zigarillos & Pfeffi am Feuer sitzen. Was für eine Woche…













